Investitionsprogramm:
Google spendiert eine Milliarde Euro für deutsche Cloud

Google investiert in den kommenden Jahren etwa eine Milliarde Euro in den Bau neuer Cloud-Anlagen in Hanau und Berlin-Brandenburg. Die Energie für die Rechenzentren stammt aus CO2-freien Quellen.   

Text: Stefan Schasche

Das neue Google-Rechenzentrum in Hanau soll 2022 in Betrieb genommen werden.
Das neue Google-Rechenzentrum in Hanau soll 2022 in Betrieb genommen werden.

Google baut zwei neue Rechenzentren, um seine Cloud-Infrastruktur in Deutschland weiter zu verbessern. Damit will der US-Konzern sich im Cloud-Geschäft gegen Amazon und Microsoft behaupten. Die Anzeigen bei Google und YouTube bescheren dem Alphabet-Konzern Milliarden, während das Cloud-Geschäft bislang nur Verluste angehäuft hat. Doch Konzern-Chef Sundar Pichai hat den Plan nicht aufgegeben, die Cloud-Sparte als wichtige Ertragssäule aufzubauen.

An Standorten im hessischen Hanau und Berlin-Brandenburg investiert der Konzern in den nächsten Jahren dazu etwa eine Milliarde Euro. Während die vierstöckige, 10.000 Quadratmeter große Anlage in Hanau bereits im kommenden Jahr voll betriebsbereit sein soll, gibt es zum geplanten Rechenzentrum in Berlin-Brandenburg derzeit noch keine konkreten Informationen zu Größe und Fertigstellung. Sicher ist aber, dass die Anlage die dortige Cloud-Region erweitern soll, sich besonders auf Unternehmensdienste und -produkte konzentriert und unter anderem Vorteile bei der Desaster Recovery und Latenz mit sich bringen wird. 

Google passt damit die Frankfurter Cloud-Region an die wachsende Nachfrage nach Cloud-Diensten in Deutschland an. So konnten der Versandhändler Otto, die Lufthansa und die Deutsche Bank als Cloud-Kunden gewonnen werden. Um das Cloud-Geschäft in Deutschland voranzutreiben, hatte der Internetkonzern bereits im vergangenen Oktober Daniel Holz, den Deutschland-Geschäftsführer vom Softwareriesen SAP abgeworben. Er verantwortet nun Googles Cloud-Geschäft in Deutschland und Zentraleuropa.

Die Energie für die beiden neuen Rechenzentren wird nach Angaben von Google aus CO2-freien Quellen stammen. Um das zu gewährleisten, arbeitet Google mit dem Energiepartner Engie zusammen, der in den kommenden Jahren mehr als 140 Megawatt (MW) an Solar- und Windenergie ins deutsche Netz einspeisen wird. 

Freude bei der Politik 

"Ich freue mich, dass Google die zwei wichtigsten Herausforderungen unserer Zeit - Klimaschutz und Digitalisierung - hier in Berlin in den Mittelpunkt stellt", kommentiert Ramona Pop, Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe in Berlin, die Google-Pläne. Mit seinen Investitionen unterstütze das Unternehmen die digitale und ökologische Transformation der Wirtschaft in der Hauptstadt. Pop: "Politik braucht starke Partner, um den Digitalstandort Berlin-Brandenburg weiter zu stärken und nachhaltig zu entwickeln."

Ähnlich äußert sich der Hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen, Tarek Al-Wazir: "Für Hessen ist die IT-Branche ein enorm wichtiger Wirtschaftsfaktor und die Investitionen von Google Deutschland in Hessen zeigen, dass wir zudem ein attraktiver Standort für die IT-Branche sind. Dass Google Energieeffizienz und Erneuerbare Energien mitdenkt, halte ich für unumgänglich: Server-Farmen und Rechenzentren benötigen äußerst viel Energie – deshalb muss IT so energieeffizient wie möglich sein und immer effizienter werden." Und wenn der benötigte Strom dazu aus Erneuerbaren Energien komme, mache das den zunehmenden Datenverkehr und die hohen Rechenleistungen klimafreundlich.

mit dpa


Alle Specials