Komplett neues Konzept:
Der Stern: der radikalste Umbau seiner Geschichte

Die Produktion der Inhalte des G+J-Titels wird von der Distribution in den verschiedenen Print- und Digital-Kanälen total entkoppelt. Mehr als 30 Leitungspositionen wurden dafür neu besetzt.

Text: Manuela Pauker

Größer denn je: die neue Führungsriege des Stern.
Größer denn je: die neue Führungsriege des Stern.

Der Stern baut seine Redaktionsstruktur und die damit einhergehende Arbeitsweise komplett neu auf – es ist wohl der radikalste Umbau, den der Gruner + Jahr-Titel in seiner Historie erlebt hat. Erarbeitet wurde die neue Struktur mit dem gesamten Team in einem gemeinschaftlichen Prozess. Das Ziel: Eine Organisation zu schaffen, die den Erfordernissen des zeitgemäßen Journalismus entspricht und eine zukunftsfähige Arbeitsweise etabliert. Die Konsequenz: Es wird nicht mehr einfach in Print oder Digital gedacht.

Und das sieht so aus: Mehr als 30 Leitungspositionen haben die ChefredakteurInnen Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless neu besetzt. Die Produktion der redaktionellen Inhalte wird von der Distribution in den verschiedenen Print- und Digital-Kanälen total entkoppelt. Am Anfang soll künftig die Idee für ein Thema stehen, im zweiten Schritt wird überlegt, was die bestmögliche Erzählweise für die jeweilige Geschichte ist.

Jetzt heißt es "Inhalte" und "Kanäle"

Anhand dessen wird ein Kanal zur Veröffentlichung gewählt – Print oder Digital, Audio oder Video. Für dieses neue Arbeiten gliedert sich die Redaktion künftig in einen "Inhalte"- und einen "Kanal"-Bereich. Sie sind gleichberechtigt und entscheiden gemeinsam, wie ein Thema am besten erstellt und ausgespielt werden kann. So soll jedes Thema zielgenau sein Publikum und somit die größtmögliche Reichweite erreichen.

Geführt werden die zwei neuen Säulen von zwei stellvertretenden Chefredakteurinnen. Die neu geschaffenen Positionen übernehmen Stefanie Hellge (stellvertretende Chefredakteurin "Inhalte") und Laura-Lena Förster (stellvertretende Chefredakteurin "Kanäle"). Hellge koordiniert künftig die gesamte Inhalte-Produktion der Marke Stern, während Förster die Distribution über sämtliche Marken-Kanäle und externe Plattformen verantwortet. Damit führt der Titel die markenübergreifende Verantwortung für Print und Digital auch auf der zweiten Führungsebene zusammen. Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless lenken bereits seit 2019 die Gesamtmarke als Doppelspitze.

Stefanie Hellge

Stefanie Hellge

Stefanie Hellge war seit Oktober 2019 Blattmacherin des Heftes und Mitglied der Chefredaktion des Print-Stern. Davor leitete sie die Redaktion des Personality-Magazins von Barbara Schöneberger, Barbara. Sie entwickelte das Heft mit und etablierte es erfolgreich am Markt. Laura-Lena Förster führte zuvor seit Dezember 2017 als stellvertretende Chefredakteurin von Stern Digital die Online-Redaktion. Sie kam im Sommer 2014 als Redakteurin vom Dienst zu Stern Digital, übernahm ein Jahr später die Leitung des Newsdesks und wurde 2016 Head of Website.

Neben den Bereichen "Inhalte"- und "Kanäle" gibt es weitere neu geschaffene Strategie-Teams - wie beispielsweise das neue Ressort "Leserinnen und Leser" sowie ein Projektbüro "Aktionen". Das Ressort "Leserinnen und Leser" beschäftigt sich intensiv mit der Leserschaft und greift deren Hinweise und Kritik auch für eine eigene Berichterstattung auf. Der Stern schaffft dafür neue Formate, über die ein stärkerer Austausch zwischen Redaktion und AbonnentInnen möglich wird. Dazu gehören auch Events wie der "Tag der Wahrheit", der im kommenden Jahr wieder stattfinden soll.

Laura-Lena Förster

Laura-Lena Förster

Das Projektbüro "Aktionen" koordiniert die Aktivitäten, mit denen sich der Stern für das Gelingen der Gesellschaft einsetzen und Debatten anstoßen will, die Deutschland voranbringen sollen. Zu diesem Zweck wird zudem das Team der "Stiftung Stern" ausgebaut und stärker in die redaktionellen Abläufe integriert. Außerdem entsteht das Ressort "Neugeschäft", weitere Teams werden sich auf "Exzellenz-Projekte" und "Allianzen" konzentrieren.

"Um die volle Kraft des Stern zu entwickeln, braucht es einen ganzheitlichen Ansatz als journalistische Marke", erklären Anna-Beeke Gretemeier und Florian Gless den neuen Ansatz. Der Stern sei nicht nur ein Wochenmagazin und ein Digitalangebot, sondern "eine zeitgemäße Medienmarke, die auf allen Kanälen ihre LeserInnen erreicht." Die neue Organisation soll die Inhalte fein abgestimmt ausspielen und so als Gesamtmarke wirken. Der Anspruch: "Wer in Zukunft den Stern liest, wo auch immer, bekennt sich dabei zu einem Grundkonsens: Wir wollen dieses Land und das Leben auf unserer Erde zukunftssicher machen."



Manuela Pauker
Autor: Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde


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