Die Nutzung von Social Apps stieg während des Lockdowns sprunghaft an, was zu einem Anstieg der Betrugsfälle in Deutschland von 11,5 Prozent auf mehr als 29 Prozent führte. In einigen Branchen, wie  der Unterhaltungsbranche, konnten die App-Vermarkter  ihre Apps relativ sicher vor Betrug schützen. Der Betrug bei Entertainment Apps in Deutschland blieb während des gesamten Zeitraums der Kontaktbeschränkungen bei zwischen zehn und 13 Prozent. 

Gaming-Apps wenig betroffen

In Europa liegt die Fraud-Rate im Jahresschnitt 80 Prozent niedriger als der Weltdurchschnitt. In Deutschland liegt der Anteil betrügerischer Installationen bei sechs Prozent im Februar und März 2020 gegenüber dem Weltdurchschnitt von 13 Prozent im gleichen Zeitraum.


Ad Fraud Verbreitung

Ad Fraud Verbreitung

Hierzulande sind drei Viertel (75 Prozent) der Fraud-Angriffe auf Bots zurückzuführen. Bot-Angriffe dominieren weltweit weiterhin. 62 Prozent der betrügerischen Installationen sind das Ergebnis von Bot-Angriffen. Auch wenn in Deutschland die Bots hier die Liste anführen, macht diese Fraud-Art zum Beispiel bei Hardcore Games schon fast ein Drittel (29 Prozent) aus. Ein Fakt, der nicht verwunderlich ist, haben Gaming Apps besonders viel Tiefe und bieten dazu durch die möglichen In-App-Käufe und damit verbundenen CPAs attraktive Angriffspunkte.


Generell sind Gaming Apps aber weitgehend erfolgreich im Kampf gegen Betrug. Bei den Nicht-Gaming-Apps sind 32 Prozent der weltweiten Installationen betrügerisch, während bei Gaming Apps mit 3,8 Prozent eine wesentlich geringere Rate zu verzeichnen ist.

Vor allem Finanz-und Shopping-Apps bedroht

Im Non-Gaming-Bereich in Europa stehen vor allem Apps aus dem Finanz- (50 Prozent) und Shopping-Bereich (30 Prozent) unter Beschuss, was vor allem auf höhere CPIs (Cost per Install) und größere Marketingbudgets zurückzuführen ist.  


Der Bericht von AppsFlyer zeigt auch, dass der Ad-Betrug auf Android mehr als 4,5-mal höher ist als auf iOS, und dass sich die finanzielle Belastung durch Fraud für Apps im Finanzbereich im ersten Halbjahr 2020 auf 630 Millionen Dollar beläuft.

Insgesamt nimmt sogenanntes Post-Attribution Fraud zu. Hierbei handelt es sich um Installationen, die nicht in Echtzeit blockiert werden können. Diese Art von fortgeschrittener Betrugstechnik kletterte im Januar und Februar weltweit auf 24 Prozent. In Deutschland lag die Post-Attribution-Fraud-Rate im Januar bei 16 Prozent und sank zunächst konstant bis April 2020 auf 9 Prozent (global auf 12 Prozent). Seit Mai scheint sich eine neue Welle anzubahnen. Die Rate stieg wieder auf elf Prozent.

"App Marketer sollten sich also keineswegs in falscher Sicherheit wiegen", sagt Jeger. Kaum schiebten Entwickler einem möglichen Einfallstor den Riegel vor, arbeiteten findige Betrüger schon an neuen Wegen, sich auf Kosten der ganzen Branche zu bereichern. 

Die Ergebnisse des Reports sind ein Aggregat aus globalen Daten von sieben Milliarden App-Installationen über 173.000 Apps hinweg. Davon entfielen 1,1 Milliarden Installationen von 63.000 Apps auf die EMEA-Region.



Katrin Otto
Autor: Katrin Otto

ist Redakteurin im Medienressort. Sie schreibt über Radio, Außenwerbung, Kino und Film und freut sich über Empfehlungen für die Bücherseite. Wenn sie nicht in der Redaktion ist, ist sie auf Konzerten, im Kino oder im Wasser.