Verzicht auf Pool-Benchmarking

Bei all dem verzichten die Newcomer auf ein, in der Branche sonst gängiges, Instrument: Pool-Benchmarking. "Einen Pool aufzubauen ist für aktuelle Fragestellungen nicht mehr relevant", glaubt Vukovic. "Aus unserer Sicht sind die zentralen Fragestellungen Performance, Wirkung und damit eine ROI-orientierte Optimierung. Hohen Fluktuationsraten der Werbeformate oder volatile Media Preise durch auktionsbasierte Einkaufsmodelle führen dazu, dass insbesondere im Digitalbereich das klassische Pool-Benchmarking kaum noch Relevanz hat." Andere Anbieter arbeiten sehr viel mit Vergleichsdaten, sei es aus dem eigenen Pool oder auf Basis von Daten externer Anbieter wie AGF.

Advise will mit dem Ansatz und seiner technologischen Lösung nationale wie internationale Kunden ansprechen. Und unter anderem ein bekanntes Problem lösen: Internationale Auftraggeber arbeiten oft mit verschiedenen Mediaaganturen zusammen, die wiederum ihre eigenen Dashboards entwickelt haben. Das macht die Vergleichbarkeit und damit die Planung schwer. Advise will diese Daten in einer Datenbank zusammenführen und so nutzbar machen. Um gleichzeitig länderspezifische Eigenheiten berücksichtigen zu können, kooperiert Adivse, das sich selbst als Startup versteht, mit einem Netzwerk von unabhängigen Mediaberatern zusammen. Für alle gilt: sie arbeiten nicht mit Agenturen zusammen. So soll es bereits Partnerverträge für die Regionen Middle East sowie Europe geben. Details und Namen nennt das Unternehmen nicht.

Ergänzt wird das technologiebasierte Angebot durch klassische Beratungsleistungen, sagt R.D. Wulf, also Unterstützung bei Themen wie Strategie, Prozessgestaltung aber auch Vertragswerk. Bei letzterem kooperiert Advise mit einer Werbekanzlei. "Wir können unseren Kunden damit jederzeit bei rechtlichem Beratungsbedarf hochspezialisierte juristische und interessenskonfliktfreie Unterstützung anbieten."



Peter Hammer
Autor: Peter Hammer

begleitet seit vielen Jahren redaktionell die Agentur-Branche, für die W&V wie auch früher für den Kontakter. Als Ressortleiter wie Redaktionsleiter. Liebt gute Kreation, aber mehr noch interessante und innovative Geschäftsmodelle. Unabhängig von Kanal und Größe. Was ihn immer wieder überrascht: Wie viele spannende Menschen es in der Branche gibt.