Plus-Punkt: Pioniergeist

An dieser Stelle kann der E-Commerce mit erheblichem Potenzial punkten. Die Generation der Digital Natives hat die Möglichkeit, den Handel neu zu denken und zu erschaffen. Die Gelegenheit, Disruption zu erleben und aktiv zu gestalten, motiviert. Gerade hier hat Corona gezeigt, dass der digitale und hybride Handel Weiterentwicklung braucht. In keiner anderen IT-Sparte erwartet Jobinteressenten so viel spannendes Neuland. Die Attraktivität der Branche besteht mithin auch ohne Zutun der Arbeitgeber.

Angesichts der hohen Konkurrenz sollten sich E-Commerce- und Digitalagenturen nicht allein auf die Aufbruchsstimmung im digitalen Handel verlassen. Vielmehr sind sie angehalten, neue Talente mit einem großen Bündel an Benefits für sich zu gewinnen und zu halten. Dabei geht es nicht um den oft belächelten Firmen-Obstkorb, wie er oft in Stellenanzeigen angepriesen wird. Vielmehr verstehe ich darunter, dass den Mitarbeitenden ein großer Gestaltungsspielraum und ein hohes Maß an Eigenverantwortung gegeben wird.

Wenn wir uns Innovation und Disruption wünschen, erreichen wir das nur, indem wir unseren Fachleuten das Vertrauen in ihr Können entgegenbringen. Micro-Management ist das Ende von neuer Entwicklung. Erst recht in einem Umfeld, in dem sich die Bewerber ihre Beschäftigung aussuchen können und auch bei anderen Unternehmen sprichwörtlich mit Kusshand genommen würden. Es versteht sich vor diesem Hintergrund von selbst, dass wir als Arbeitgeber dafür Sorge tragen sollten, dass unsere Mitarbeitenden eine auf sie zugeschnittene Arbeitsumgebung und Projektauswahl vorfinden. Denn nur wer sich mit seinem Projekt wirklich identifiziert und sich an seinem Arbeitsplatz wohlfühlt, kann gute Arbeit leisten.

Keine Grenzen – weder im Kopf noch auf der Landkarte

Da wir von den unbegrenzten Möglichkeiten in der disruptiven Entwicklung des Handels sprechen: wir denken in unserem Unternehmen "grenzenlos". Dass der Bedarf an Fachkräften in Deutschland nicht mehr ohne Hilfe aus dem Ausland gestillt werden kann, hat auch die Bundesregierung erkannt. Ausschließlich für den IT-Bereich gibt es eine Sonderregelung im Fachkräfteeinwanderungsgesetz, die es IT-Experten auch ohne formale Qualifikation erlaubt, in Deutschland zu arbeiten. Wenn sie denn ein konkretes Jobangebot und ausreichende Berufserfahrung vorweisen können.

Insbesondere in Osteuropa haben sich richtige Knowledge-Hubs gebildet. Serbien, Ungarn und die Ukraine sind Spitzenreiter, wenn es um die neue IT-Avantgarde geht. Zusammen mit unseren internationalen Partnern vor Ort rekrutieren wir Fachkompetenz und freuen uns über jeden neuen Menschen, der unser Team durch sein Know-how bereichert.

Dabei setzen wir auf flexible Arbeitsmodelle und sind offen für digitale Nomaden. Apropos Ukraine: gerade wegen unserer Beziehung mit den Partnern vor Ort, ist es uns ein wichtiges Anliegen, geflüchteten Ukrainern in Deutschland Jobangebote zu machen. Wir übersetzen unsere Stellenanzeigen ins Ukrainische und wenden uns so auch an qualifizierte Fachleute aus der Ukraine.

Fazit

Die Digital- und besonders die E-Commerce-Branche hat gute Chancen, mit spannenden Projekten und Gestaltungsfreiräumen kreative Köpfe zu gewinnen. Für mich ist es ein starkes Argument, Teil einer revolutionären Transformation ganzer Branchen zu sein. Das ist wichtiger als Selbstverständlichkeiten wie Bürogestaltung und andere Benefits. Mitarbeitende aus dem Ausland werden für unsere Branchen wichtiger werden – je früher man als Unternehmen hier nach vernünftigen Partnerschaften sucht, umso besser ist man gewappnet in Zeiten des Fachkräftemangels.

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Über den Autor: Sebastian Wernhöfer ist Vorstandsmitglied und steht für die Marke Y1, steuert die Kommunikation und Produktideen. Als Fashion- und Lifestyle-Spezialist im Digital Commerce berät er mit jahrzehntelanger, leidenschaftlicher Erfahrung. Seit über 20 Jahren begleitet Sebastian Relaunch-Projekte und Neugründungen und hat erfolgreich Kunden betreut wie mytheresa, Orsay, Bogner und Steiff.  

 


Autor: W&V Gastautor

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