Harte Einschnitte bei Kaufhof 

Damit verbunden waren harte Einschnitte: Die Schließung von rund 40 Filialen, der Abbau von etwa 4000 Stellen und die Streichung von mehr als zwei Milliarden Euro Schulden sollte dem Unternehmen einen Neustart ermöglichen. Die Hoffnung, dass der Konzern von vielen Altlasten befreit erfolgreich durchstarten könnte, erfüllte sich nicht. Obwohl das Unternehmen zwischenzeitlich Staatshilfen von 680 Millionen Euro erhielt, musste es in dieser Woche erneut Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen. Nun sollen mindestens ein Drittel der verbliebenen 131 Warenhäuser geschlossen werden, um den Rest des Konzerns überlebensfähig zu machen, wie Galeria-Chef Miguel Müllenbach in einem "FAZ"-Interview ankündigte.
Galeria-Eigentümer Benko mied in der aktuellen Krise bisher das Licht der Öffentlichkeit, obwohl immer wieder die Forderung laut wurde, er solle mit eigenen Mitteln dem taumelnden Riesen unter die Arme greifen. Verdi-Vorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger kritisiert: "Unsere Kolleginnen und Kollegen in den 131 Warenhäusern fragen sich, wo der Eigentümer ist in dieser existenziell höchst bedrohlichen Situation für 17 400 Menschen und ihre Familien."
Doch hat Benko in seiner Heimat Österreich mit anderen Problemen zu kämpfen. Mitte Oktober fand eine Durchsuchung in seiner Signa-Holding statt. Der Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft zufolge besteht der Verdacht, dass er einem Spitzenbeamten im Finanzministerium einen Posten bei Signa angeboten haben soll, um eine Steuerprüfung zu beeinflussen.
Außerdem beginnt Anfang November in Wien ein Prozess um angebliche Spenden von Immobilienunternehmern an den wohltätigen Verein eines Wiener Gemeinderates, der dafür Hilfe bei Immobilienprojekten in Aussicht gestellt haben soll. Benko und andere sind wegen Bestechung angeklagt. Für Benko gilt im Zusammenhang mit den Finanzvorwürfen und dem Spendenprozess die Unschuldsvermutung. Der Sprecher der Signa-Holding reagierte nicht auf Anfragen der Deutschen Presse-Agentur.
So bleibt es in der Krise Galeria-Chef Müllenbach überlassen, den Mitarbeitern Mut zuzusprechen. In einem Brief an sie versprach er am Montag, der Konzern werde weiter eine wesentliche Funktion für die deutschen Innenstädte wahrnehmen. "Galeria ist zukunftsfähig." (Erich Reimann, dpa/st)

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