Ein hervorragendes Beispiel für eine deutsche Erfolgsgeschichte im App Store ist dabei zum Beispiel die App "Structured". Hinter der Anwendung steckt die One-Man-Show Leonard Mehlig.

So strukturiert wirkt Structured auf den Apple-Devices.

So strukturiert wirkt Structured auf den Apple-Devices.

Der 24-jährige Student aus Berlin hat Structured im März 2020 im App Store gestartet. Die App für iOS, iPadOS und macOS (Basic-Version gratis/Pro-Version In-App einmalig 9,99 Euro) war zunächst ein Hobby-Projekt für Mehlig. Sie ist inzwischen aber ein großer Erfolg – dank Apples Spezialprogramm und entsprechenden Marketing-Maßnahmen des Konzerns. Gleich dreimal war der Berliner in San Francisco, erstmals hatte er 2015 ein WWDC-Stipendiat ergattert. Apple lud ihn nach Kalifornien ein, zum Austausch mit den Ingenieuren und 5.000 gleichgesinnten Entwicklern. Inzwischen hat Mehlig schon drei WWDC-Stipendien absolviert.

Der visuelle Tagesplaner ist eine sehr einfach zu bedienende und praktische Kombi aus Kalender und To-Do-Listen. Über zwei Millionen Downloads weltweit sammelte die App inzwischen ein, sie ist in fast 30 Sprachen erhältlich. Mit Structured hat Mehling mittlerweile knapp 900.000 US-Dollar Umsatz gemacht. Nutzer erstellen täglich etwa 150.000 Aufgaben innerhalb der App.

Apples Marketing-Offensive über die Talentförderung: Der Plan geht auf. Sein Ex-Hobby-Projekt betreut Mehlig jetzt professionell. In Apple-Workshops habe er sich "das nötige Knowhow" geholt und viele andere Entwickler kennengelernt, mit denen er sich heute rege austauscht: "Ich glaube, der App Store ist einzigartig, weil er es Solo-Entwicklern wie mir ermöglicht, Apps an Menschen aus der ganzen Welt zu vertreiben. Dank Apple und dem App Store Foundations Programm konnte ich meine Marketingfähigkeiten ausbauen und habe nun über 2 Millionen Menschen aus über 150 Ländern erreicht. Dadurch wurde es möglich, Structured von einem kleinen Hobbyprojekt in ein nachhaltiges Unternehmen zu verwandeln."

Vor 15 Jahren präsentierte Steve Jobs das erste iPhone. Der App Store selbst startete am 10. Juli 2008.

Vor 15 Jahren präsentierte Steve Jobs das erste iPhone. Der App Store selbst startete am 10. Juli 2008.

Besonders stolz ist Mehlig darauf, dass Structured nicht nur in Deutschland, sondern besonders auch in den USA ein Riesenerfolg ist: "Gerade die weltweite Aufmerksamkeit dank Apple erleichtert so vieles. Stell dir vor, ich müsste in 30 Ländern die Steuern abrechnen. Das macht Apple für die Entwickler, sendet einmal im Monat eine Abrechnung, und so kann ich mich auf meine Arbeit konzentrieren."

Über 30 Millionen Entwickler aus 227 Regionen verdienen via Apple inzwischen ihr Geld. 1,5 Milliarden Geräte in 175 Ländern mit mehr als 40 Sprachen sind eine Ansage für die dominierende App-Plattform, die global über 600 Millionen Besucher pro Woche erreicht. 1,8 Millionen Apps tummeln sich inzwischen im App Store. In Zahlen: Mehr als 260 Milliarden US-Dollar konnten App Store-Entwickler seit 2008 bis heute verdienen. 400.000 Arbeitsplätze wurden allein in Deutschland geschaffen, europaweit sogar 2,2 Millionen (plus 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Daher fällt der Apple nicht weit vom Stamm...

Das sind die Themen von TechTäglich am 5. Juli 2022:


Autor: Michael Gronau

ist Autor bei W&V. Der studierte Germanist interessiert sich besonders für die großen Tech-Firmen Apple, Google, Amazon, Samsung und Facebook. Er reist oft in die USA, nimmt regelmäßig an Keynotes und Events teil, beobachtet aber auch täglich die Berliner Start-up-Szene und ist unser Gadget- und App-Spezialist. Zur Entspannung hört er Musik von Steely Dan und schaut Fußballspiele seines Heimatvereins Wuppertaler SV.