Auch die Personalreduktion bei Snap kommt nicht überraschend. Ähnlich wie Netflix hat auch Snap während der Pandemie aggressiv Personal eingestellt. Das Unternehmen begann im März 2020 mit rund 3.427 Vollzeitbeschäftigten und beendete das letzte Quartal mit 6.446 Mitarbeiter:innen, was einem Anstieg von 38 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitpunkt des Vorjahres entspricht. Im Mai 2021 tätigte das Unternehmen seine bisher größte Akquisition, indem es Wave Optics, den Lieferanten der AR-Displays, die in seinen neuesten Spectacles verwendet werden, für mehr als 500 Millionen US-Dollar kaufte.

Trotz dieser Investitionen lief das Geschäft von Snap nach der Pandemie nur schleppend. An den Nutzer:innen liegt es nicht: Mittlerweile hat die App 347 Millionen tägliche Nutzer, also mehr als Twitter. Seit dem Börsengang im Jahr 2017 hat es das Unternehmen jedoch nur ein einziges Mal geschafft, Gewinn zu erzielen. 

Evan Spiegel, CEO Snap Inc, kommentiert die Veränderungen im Unternehmen so: "Heute restrukturieren wir unser Geschäft, um uns stärker auf unsere drei strategischen Prioritäten zu konzentrieren: Community-Wachstum, Umsatzwachstum und Augmented Reality. Infolgedessen stellen wir mehrere Projekte ein, reduzieren die Größe unseres Teams um etwa 20 Prozent und geben bekannt, dass Jerry Hunter zum Chief Operating Officer befördert wurde. Veränderungen dieser Größenordnung sind immer schwierig und wir konzentrieren uns darauf, unsere scheidenden Teammitglieder bei diesem Übergang zu unterstützen. Wir sind sehr dankbar für ihre zahlreichen Beiträge." Zugleich hat Spiegel seine Belegschaft in einem Memo über die Änderungen bei Snap unterrichtet.


Autor: Lisa Plank

Lisa Plank hat an der Technischen Universität München Politikwissenschaften studiert. Ihr Volontariat hat sie während des Studiums als Stipendiatin des Institut für Journalistenausbildung der Passauer Neuen Presse absolviert. Weitere Stationen waren die Allgemeinen Zeitung Namibia und das ZDF Auslandsstudio in Paris. Jetzt arbeitet sie als freiberufliche Journalistin und Filmemacherin in München und Windhoek.