Der auch als K'uk'ulkan bekannte, mächtige Namor (Tenoch Huerta) ist Herrscher eines in der Welt gänzlich unbekannten Unterwasserreichs namens Talocan, das im Besitz von Vibranium ist. Bislang galt Wakanda als einziges Land mit Ressourcen des fast unzerstörbaren Metalls. Aber Spezialteams von anderen Weltmächten suchen bereits nach den Vibranium-Vorkommen auf dem Meeresgrund. Namor verlangt von Ramonda und Shuri, dass sich Wakanda mit Talocan gegen den Rest der Welt verbündet - ansonsten droht er mit der Zerstörung Wakandas. 

Riri bekannt als Iron Heart

General Okoye (Danai Gurira) und Prinzessin Shuri machen sich auf den Weg in die USA, um eine junge, hochbegabte Wissenschaftlerin Riri Williams (Dominique Thorne) zu suchen, die eine Technologie zum Aufspüren von Vibranium entwickelt hat und nun in höchster Gefahr schwebt. Kurz nach der ersten Begegnung mit Riri kommt es zum Zusammenstoß mit der CIA und den mächtigen Talocan.
Marvel-Fans kennen Riri aus den Comics als Iron Heart. 2023 startet eine eigene TV-Serie mit Thorne beim Streamingdienst Disney+. Coogler stellt aber klar, dass sie nicht deswegen im Film vorkommt. "Das hat nichts damit zu tun", betonte der 36-Jährige. "Wir dachten, es würde Sinn machen, eine weitere Figur zu zeigen, die (afro-amerikanische) Kultur und die Sichtweise präsentiert. Und wir fanden, dass es interessant wäre, wenn sie Wissenschaftlerin ist."

Der 30. Film aus dem Marvel Cinematic Universe (MCU) braucht lange, um sich von seinem Helden zu lösen und zu emanzipieren. Bevor "Black Panther: Wakanda Forever" in Schwung kommt und marvel-übliches Spektakel bietet, würdigt der Film Boseman mit Trauerszenen und Abschiedszeremonien. Das ist angemessen. So richtig ergreifend und rührend wird es zum Ende des Films.Ermüdend sind hingegen die langatmigen Szenen in Shuris Labor, in dem sie neue Anzüge entwickelt und nach der "Black Panther"-Formel sucht, während chartträchtige Songs vom Soundtrackalbum wummern. Das hätte angesichts der Laufzeit von 161 Minuten ruhig knapper sein dürfen.

"Wakanda Forever" als Übergangsfilm

Bedingt durch die tragischen Umstände musste Coogler nach dem ersten "Black Panther"-Film auch die Fortsetzung als Originstory konzipieren. Dafür, dass "Wakanda Forever" in gewisser Weise ein Übergangsfilm für zukünftige "Black Panther"-Geschichten ist, funktioniert er sehr gut. Und wenn nach zwei Stunden die Klimax erreicht ist, wartet ein packendes Finale mit einigen Überraschungen.

Das Comicspektakel sieht klasse aus und klingt dank wieder mal epischer Filmmusik des schwedischen Komponistengenies Ludwig Göransson gut. Mit dem modernen Atlantis namens Talocan eröffnet der Film eine spannende neue Welt im MCU. Kampfszenen in Marvel-Filmen und -Serien haben etwas Repetitives. Den Talocan sei Dank bietet "Black Panther: Wakanda Forever" Abwechslung von dieser Routine, weil sich vieles im, auf und mit Wasser abspielt. Visuell spektakulär sind besonders die im Computer generierten Wale.

Ryan Coogler hat aus der Not eine Tugend gemacht. Nach dem Verlust von Boseman rücken die starken Frauen von Wakanda aus dem ersten Film in den Vordergrund. Letitia Wright, Angela Bassett, Danai Gurira und Lupita Nyong'o als T'Challas hinterbliebene Geliebte Nakia glänzen in ihren Rollen und sorgen dafür, dass die "Black Panther"-Saga auch nach dem Tod von Chadwick Boseman eine verheißungsvolle Zukunft hat - ohne König T'Challa, aber natürlich nicht ohne einen Black Panther. (Philip Dethlefs, dpa/st)


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