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Lesedauer 3 Min.

Apple-Wunderbrille: Tim Cook zofft sich mit Designteam

Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V: Heute mit dem Zoff um die Apple-Wunderbrille und der angeblich gefälschten Samsung-"Mondlandung".
© W&V

Im Juni soll es endlich soweit sein: Dann hält Apple seine noch nicht genau termininierte Entwicklerkonferenz WWDC ab. Vor den Augen der versammelten Developer-Community dürfte Tim Cook dann ein Stück Hardware präsentieren, das seit Monaten in der Gerüchteküche heiß diskutiert wird: Ladies and gentleman, die Apple-Wunderbrille!

Wenn die Show auf der Bühne startet, werden Tim Cook und seine Mitstreiter bester Laune sein. Endlich der Launch! Doch dem geht offenbar eine sehr heiße Kontroverse voraus. Wie die Finanical Times aktuell berichtet, ist der Release des Mixed-Reality-Headset – ein Augmented-Reality- und Virtual-Reality-fähiges Gerät – heftig umstritten. Apple-CEO Tim Cook hat seinem Design-Team demnach in den letzten Monaten extremen Druck gemacht, ein Produkt präsentieren zu können. Cook und Jeff Williams, der Leiter des Operationsteams, sollen vom Team gefordert haben, "so schnell wie möglich" ein Headset zu bauen, auch wenn das Gerät "sperrig und extrem teuer" sei. Das "Version eins"-Produkt solle ein Skibrillen-ähnliches Headset sein, das es ermöglicht, immersive 3D-Videos anzusehen, interaktive Workouts durchzuführen oder mit realistischen Avataren über ein neu gestaltetes FaceTime zu chatten.

Laut FT widersprach das Design-Team vehement. Die Crew riet den Chefs, lieber zu warten, bis man ein "leichtes AR-Brillenprodukt" entwickelt habe. Dies würde Käuferinnen und Käufer deutlich mehr ansprechen, als ein klobiges teures Teil. Doch Cook und Williams setzten sich offenbar über die Wünsche der Designer hinweg. Das Headset kommt im Juni, so heißt es. Auch wenn eine dünne und leichte Version noch ein paar Jahre gebraucht hätte. Cook und Williams argumentieren intern wohl mit der "Marktlage". Auch wenn die Brille für Verbraucherinnen und Verbraucher nur wenig attraktiv sei, müsse Apple jetzt ein komplett neues Produkt liefern: für die Börse, für die Investoren… Denn die erwarten krasse Innovationen von Apple, und zwar schnell!

So ist die Entscheidung gefallen: Die erste Version dürfte sich schlecht verkaufen – wegen des Gewichts, des Preises, der um die 3000 US-Dollar liegen soll, und des schlappen Akkus (nur etwa zwei Stunden Power). Aber egal. Immerhin würde Apple jetzt den Markt mit seiner Innovationskraft beeindrucken, glauben Cook und Williams: Die Brille soll mit zwei 4K-OLED-Displays und fortschrittlichen Augen- und Hand-Tracking-Sensoren ausgestattet sein. Die Bosse hoffen, dass sich (trotzdem) eine Million Käuferinnen und Käufer im ersten Jahr finden. Und für das Design-Team rächt sich jetzt, dass es keinen Design-Chef wie Jony Ive oder zuletzt Evans Hankey mehr gibt. Alle Designer unterstehen COO Jeff Williams. Was er und Cook sagen, ist damit Gesetz.

Daher werden wir wohl im Juni erstmals die Wunderbrille sehen… Und ein, zwei Jahre später wohl eine günstigere. Ob die Kundinnen und Kunden da noch durchblicken?

Das sind die Themen in TechTäglich am 13.3.2023:

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