Unter Paravicinis Führung hat sich der ADC ein neues Erscheinungsbild verpasst, zwei erfolgreiche Award-Saisons hinter sich gebracht, eine ohne, eine mit Corona, der Club gibt Kreativen wichtige Impulse etwa auf dem hauseigenen Kongress einmal im Jahr oder der Website, die sich zur Content-Plattform gewandelt hat. Und schließlich hat er den ADC auch für Designer attraktiver gemacht.

Interesse an Nachfolge ist groß

Dass im Corona-Jahr nicht alles geglückt ist - sei's drum. Es sind schwierige Zeiten: Die Konversionsrate bei den ADC Awards zum Beispiel wollte Paravicini auf zehn Prozent drücken, um den Preis so aufzuwerten. Am Ende waren es dann doch wieder mehr Nägel als im Vorjahr. 2020 seien einfach zu viele gute Arbeiten dabeigewesen, sagte er dazu noch im Mai.

Nicht auf sich sitzen lassen will er den Vorwurf der W&V, der ADC habe sich nicht zu einer gewichtigen Stimme der Kultur- und Kreativwirtschaft in der deutschen Politik entwickelt. Der ADC, sagt er, habe als Vertreter der Kreativwirtschaft Einfluss in der Bundesrepublik. So saß der Club 2019 auf dem Podium des Forums Kultur- und Kreativwirtschaf vom Bundeswirtschaftsministerium, dieses Jahr werde er das wieder.

Außerdem habe sich der ADC im Zuge der Coronakrise stark für die Branche eingesetzt, sich beispielsweise für Steuerleichterungen verwendet. Sagen wir also so: Gute Ansätze gibt es.

Und der ADC? Braucht nicht auch die Kreativbranche jemanden, der sie in die neue Zeit post Corona führt? Da macht sich der scheidende Präsident keine Sorgen. Es gebe viele gute Leute für die Posten in den Fachbereichen und Sektionen, das Interesse sei groß. Eine Sprecherin oder einen Sprecher werde sich da auf jeden Fall finden.



Conrad Breyer, W&V
Autor: Conrad Breyer

kam über Umwege ins Agenturressort der W&V, das er heute leitet. Als Allrounder sollte er einst einfach nur aushelfen, blieb dann aber. Er liebt alles, was Struktur hat in der Agenturwelt und Werbern unter den Nägeln brennt. Angefangen hat das alles mit einem Praktikum bei Media & Marketing, lange her. Privat engagiert er sich für LGBTI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.