Die eigene Zielgruppe und ihr Suchverhalten über die Sprachfunktion zu kennen, sind das A und O des Voice-Search-SEO-Marketings. Indem Händler Mark-Ups, eine Art Rich-Snippets von schema.org, benutzen und durch einen HTML-Tag bestimmte Passagen im Quelltext deklarieren, geben sie vor, welche Bereiche von ihrer Website durch Google vorgelesen werden sollten. Sinnvoll aus der SEO-Perspektive ist zudem der Aufbau eines FAQ-Bereichs auf der eigenen Webseite, der passende Antworten zu den Fragen "Wer", "Wie", "Was" liefert.

Drei Punkte sind hier besonders wichtig. Erstens ist es die Balance: Wird zu viel deklariert, fühlt sich der Kunde von Informationen erschlagen, bei einem Zuwenig bleibt er unbefriedigt. Zweitens: Die Kunden erwarten immer detaillierte und personalisierte Ergebnisse. Drittens: Es ist die Aufgabe des SEO-Verantwortlichen, zu bestimmten, welcher Inhalt in welchem Moment relevant ist – und dieser muss gleichzeitig kurz und informativ sein.

Tipp 3: Laut vorlesbaren Content generieren

Im Unterschied zu herkömmlichen SEO-Texten, muss die sprachbasierte Suchmaschinenoptimierung laute Lesbarkeit gewährleisten. Daher sollte der Text einen natürlichen Sprachfluss haben und nicht – wie bei der SEO üblich – durch Keyword Stuffing erstellt werden. Keyword-Dichte, Überschriften und Zwischentitel waren bei der herkömmlichen SEO relevant. Nutzer zeigen bei der Sprache jedoch ein komplett anderes Suchverhalten. Fassen sich User beim Schreiben kurz, formulieren sie bei der Voice Search in der Regel ganze Sätze.

Hat der Kunde früher also nach "Rote Schuhe kaufen" gesucht, fragt er seinen Sprachassistenten heute: "Wo kann ich für mich in der Nähe rote Schuhe kaufen?" Händler müssen semantisch natürliche und durchgängige Textpassagen schaffen – und damit von kurzen Schlüsselwörtern zu Long-Tail-Keywords übergehen. Dabei ist die stilistische Komponente noch wichtiger als SEO.

Generell gilt: Featured Snippets und herausragender Content sind ausschlaggebend für eine gute Positionierung in den organischen Suchergebnissen und das daraus resultierende "Infragekommen" für das Vorlesen des Ergebnisses durch Google.

Tipp 4: Die Ladegeschwindigkeit erhöhen

Ladezeit möglichst gering halten: Wer die Sprachsuche nutzt, ist zumeist in Eile und benötigt schnelle Ergebnisse. Deswegen sind langsame Webseiten nicht nur ein No-Go, sondern eine signifikante Umsatzbremse. Wegen des Siegeszugs der sprachbasierten Suche werden zukünftig AMP-Seiten von Google immer wichtiger.

Dabei handelt es sich um ganz schnell ladende Seiten, die aktuell nur Texte und Bilder enthalten. Diese sind rudimentär aufgebaut – aber von der Ladegeschwindigkeit ultraschnell. Unserer Erfahrung nach sollte die Ladegeschwindigkeit einer Seite bei Voice Search keinesfalls über 1,5 Sekunden liegen.“ 

Tipp 5: Bilder zielgruppenorientiert und ansprechend beschreiben 

Für Händler wird es zu einer immer größeren Herausforderung, die Produkte sprachlich zu beschreiben. Händler müssen es schaffen, den Kunden auch ohne Fotos oder sonstige Abbildungen zum Kauf zu bewegen. Hierzu ist eine genaue Beschreibung dessen erforderlich, was auf Fotos oder Infografiken abgebildet ist – und dies zielgruppenorientiert. Gerade das emotionale Bedürfnis der Kunden muss befriedigt werden, indem eine bildliche Beschreibung erfolgt.

Weil Kunden im Low-Budget-Bereich nicht auf Abbildungen angewiesen sind, läuft vor allem dieses Segment über Voice Search bereits heute gut. Wenn der Kunde hingegen noch keine genaue Vorstellung vom Produkt hat und sich vom Foto inspirieren lassen will, bietet die Google Sprachsuche derzeit noch keine große Hilfe.

Tipp 6: Einen Google MyBusiness-Eintrag vornehmen

Marian Wurm

Marian Wurm von Löwenstark

Auch die Präsenz auf bestimmten Google-Diensten kann den SEO-Erfolg bei Voice Search erhöhen. So bietet Voice Search stationären Händlern, die wegen Amazon ins Hintertreffen geraten sind, die Möglichkeit, sich in ihrer Region neu zu platzieren – was nicht unwesentlich für ihre Omnichannel-Strategie ist. Denn Kunden haben einen Mehrwert, wenn die online gesuchten Waren auch lokal vor Ort gekauft werden können.

Händler sollten daher einen Brancheneintrag bei "Google MyBusiness" vornehmen und dort auf die Bewertungen achten. Kunden, die nach einem Produkt suchen, erhalten dann zugleich von Google eine Wegbeschreibung zum Händler samt Kontaktinformationen. 

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Autor:

Verena Gründel

ist seit April 2017 für das Marketingressort der W&V tätig. Davor schrieb sie für iBusiness über Digitalthemen. Nach Feierabend kocht und textet sie für ihren Foodblog – und gleicht das viele Essen mit ebenso viel Sport aus. Wenn sie länger frei hat, reist sie am liebsten mit dem Auto durch Lateinamerika, von Mexiko bis an die Südspitze Argentiniens.