Weniger beliebt als zuletzt sind auch die FMCG-Produzenten. Kein Nahrungsmittel-, Körperpflege- oder Reinigungsmittelhersteller kann sich noch unter den Top 20 der beliebtesten Arbeitgeber platzieren. Die meisten Bewerber verlieren die Unternehmen Haribo, Ferrero, Red Bull und Unilever. Koch erläutert, die Branche stelle derzeit nicht so viele Absolventen ein wie andere Branchen und umwerbe sie daher nicht so aktiv. Koch: "Die Absolventen bewerben sich lieber bei Unternehmen, bei denen sie bessere Chancen auf einen guten Job sehen."
 

Wirtschaftswissenschaftler brauchen Einfühlungsvermögen

Zu den wichtigsten Auswahlkriterien der Absolventen, die ihren ersten Arbeitgeber suchen, gehört der Führungsstil (95 Prozent). Rund die Hälfte der Studenten wünscht sich Chefs, die motivieren und organisieren. Ein Viertel möchte Führungskräfte, die mit Kritik umzugehen wissen und Konflikte managen. Darin sind sich die Studenten der Fachbereiche einig. Einen Unterschied gibt es jedoch: 27 Prozent der Wirtschaftswissenschaftler brauchen empathische Chefs. Unter den Ingenieuren ist es nur jeder Sechste (17 Prozent).
 
Die Digitalisierung spielt auch beim Absolventen-Recruiting einen Rolle und wirkt sich auf die Vorstellungen der Studierenden aus. Die Bewerber mit besonders ausgeprägten digitalen Kompetenzen und einer positiven Einstellung gegenüber der Digitalisierung wünschen sich flexible Arbeitszeiten, Weiterbildung und Überstundenausgleich. Im Vergleich zu den Non-Digitals legen sie mehr Wert auf Homeoffice und leistungsbezogene Boni. "Digitals sind flexibler, belastbarer und leistungsbereiter als ihre Kommilitonen und verlangen dafür auch mehr Gehalt. Genau das spiegelt sich in ihren Anforderungen an die Arbeitswelt wieder: Flexibilität und Belohnung von Leistung," sagt Holger Koch. "Diese Investition lohnt sich für Unternehmen, wenn sie in Zeiten zunehmender Digitalisierung wirtschaftlich erfolgreich sein wollen."
 
Das Trendence Absolventenbarometer ist eine repräsentative Studie unter 55.000 abschlussnahen Studierenden von 196 Hochschulen in Deutschland über ihre Wunscharbeitgeber und Karrierepläne. Die Daten wertet Trendence nach Fächergruppen aus. Erste Ergebnisse der Studie zu den Fachgruppen Wirtschaft und Ingenieurwesen sind im aktuellen Manager Magazin erschienen. Die Ergebnisse zu den Fachgruppen Informatik, Naturwissenschaften und Recht erscheinen in den kommenden Monaten.


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W&V Redaktion
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