Etwa zwei Drittel (74 Prozent) sind der Meinung, dass die Digitalisierung ihnen den Alltag erleichtern kann. Trotzdem hat immer noch mehr als die Hälfte der Deutschen mit der Geschwindigkeit dieses Fortschritts zu kämpfen. 55 Prozent der Befragten geht die Digitalisierung zum Teil zu schnell und ein knappes Viertel (23 Prozent) fühlt sich davon sogar überfordert. Zwei Drittel der Befragten befürchten außerdem, dass die Digitalisierung Stresskrankheiten begünstigt und zwischenmenschliche Beziehungen negativ beeinflusst.

Smartphones verursachen Stress

Einen Zusammenhang gibt es dabei zwischen den Personen, die sich durch ihre eigene Verfügbarkeit mehr gestresst fühlen, und dem Nutzen des Smartphones. Die Befragten, die unter Stress leiden, beschäftigen sich sowohl nach dem Aufstehen als auch vor dem Zubettgehen häufiger mit ihrem Smartphone als diejenigen, die sich nicht gestresst fühlen. Sie verspüren außerdem eine innere Unruhe, wenn sie ihr Handy nicht bei sich haben.

Kurz gesagt: Wer "always on" ist, macht sich offenbar selbst mehr Stress. Um zu entstressen, haben es bereits zwei Drittel der deutschen Mobile-Nutzer mit "Digital Detox" versucht. Dabei verzichten 40 Prozent der Befragten regelmäßig für einige Stunden pro Tag auf die Nutzung von Smartphones und Tablets. In dieser Gruppe hat bei den über 50-Jährigen fast jeder Zweite schon einmal das Handy beiseitegelegt, bei den 14- bis 29-Jährigen ist es immerhin fast jeder Dritte (31 Prozent).

Digital Detox - klappt keine Woche lang

Mehr Zeit für die Familie (49 Prozent) und für sich selbst (44 Prozent) haben: Das sind die häufigsten Gründe fürs Abschalten. 42 Prozent der Mobile-Abstinenzler möchten dadurch stärker in der "realen" Welt leben. Allerdings: Eine Woche ohne Smartphone auszukommen, das können sich dann doch nur 36 Prozent vorstellen (Grafik ganz oben). Zum Vergleich: 84 Prozent könnten auf Fast Food und 83 Prozent auf Alkohol verzichten.

Wenn sie dann mal entspannen, tun das die Befragten der B4P-Studie am häufigsten beim Musik hören (65 Prozent), Freunde treffen (53 Prozent), in der Natur (51 Prozent) oder indem sie offline Medien nutzen– unter anderem zum Beispiel beim Lesen (47 Prozent).

Mit seinem Studien-Ableger "Best for Planning (B4P) Trends" liefert die GIK Daten zu aktuellen Themen rund um Mediennutzung, Produktneuheiten und Konsumverhalten. Die Studienergebnisse der B4P Trends werden per Onlinebefragung in 6 bis 10 Wellen pro Jahr erhoben. Stichprobe und Grundgesamtheit liegen bei rund 1000 Fällen je Welle, repräsentativ für die deutsche Online-Gesamtbevölkerung ab 14 Jahren.

Die Werbewirkungsforschung der GIK ist ein Gemeinschaftsunternehmen der fünf Medienhäuser Axel Springer, Bauer Media Group, Funke Mediengruppe, Gruner + Jahr  und Hubert Burda Media.

 

*) Yolo: Akronym für You only live once - du lebst nur einmal. Aufforderung zu Spaß haben bis hin zur Unvernunft.

Ständig erreichbar sein will eigentlich nur jeder Vierte - trotzdem haben zwei Drittel immer das Handy dabei.

Ständig erreichbar sein will eigentlich nur jeder Vierte - trotzdem haben zwei Drittel immer das Handy dabei.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.