In Europa und weltweit in den eigenen Apps verzichte die NYT bereits auf sogenanntes "Open Market Programmatic Advertising", das persönliche Nutzer-Daten an dutzende Dritt-Firmen weitergebe. Verlage hätten hier nur wenig Kontrolle über die Verarbeitung dieser sensiblen Informationen.

Aus diesem Grund entwickele die Zeitung zusammen mit Partnern ein Werbe-Ökosystem, um Anzeigen auszuspielen, die nicht auf der Überwachung des "gesamten vernetzten Lebens" der Leser basieren, so Berjon.

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Sulzberger kündigte "Privacy Project" an

Die NYT will mit der Neuausrichtung ihrer Online-Vermarktung ein neues gesellschaftliches Bewusstsein für Privatsphäre im digitalen Zeitalter schaffen. Sie will Vorreiter sein und andere Akteure mitreißen. Berjon schreibt: "Die Times hilft dabei, Normen zu schaffen, damit das Internet ein Umfeld wird, dem Nutzer vertrauen können."

Bereits im Frühjahr vergangenen Jahres kündigte NYT-Herausgeber A.G. Sulzberger den neuen Weg, das sogenannte "Privacy Project", der Zeitung in einem Gastbeitrag an. Wie ein Politiker, der gegen hohe Arzneimittelpreise wettert und gleichzeitig Wahlkampfspenden von großen Pharmakonzernen annimmt, schrieb Sulzberger damals, könne auch eine Nachrichtenorganisation nicht über die Privatsphäre im Internet berichten, ohne dass die Leser zu Recht skeptisch werden und Praktiken der Medienhäuser auf Anzeichen von Heuchelei untersuchen. Nun sei es an der Zeit, zu handeln.



Autor: Maximilian Flaig

studierte Amerikanistik in München, volontierte bei W&V und schrieb währenddessen auch für die Süddeutsche Zeitung. Der gebürtige Kölner betreut die Themenbereiche Marketing Tech, digitale Geschäftsmodelle und SEO/SEA.