Gleichzeitig gibt es auch Herausforderungen. Joko steckt in mehreren Projekten, ist viel beschäftigt und dadurch haben wir natürlich nicht 24/7 Zugriff auf ihn. Viele Konsument:innen, aber auch Handelspartner:innen, denken, dass Joko mit Jokolade das große Geld macht. Dem ist nicht so. Joko und dem Team geht es um die gemeinsame Mission: Faire und leckere Schokolade frei von illegaler Kinderarbeit und moderner Sklaverei.

Ihr positioniert Euch mit fairem Kakao, ohne illegale Kinderarbeit und moderner Sklaverei, in den Kampagnen spielt das aber nicht unbedingt eine Rolle – wie wichtig ist das Thema Nachhaltigkeit im Marketing bei Jokolade?

Das Thema Nachhaltigkeit und unsere Mission sind für Jokolade als Unternehmen zentral. Aktuell finden die Themen noch zu wenig Platz in unserer Kommunikation, aber das möchten wir jetzt ändern. Deswegen arbeiten wir gerade daran, wie wir unsere nachhaltige und vor allem faire Positionierung stärker herausstellen, nicht nur auf den Produkten, sondern auch in unserer Kommunikation über alle Kanäle.

Faire Produktion scheint bei der Kakaoproduktion noch nicht so stark ins Bewusstsein der Verbraucher:innen gerückt zu sein, was muss sich hier noch tun?

Das stimmt – leider. Eine Herausforderung ist, dass Verbraucher:innen nicht direkt von den unfairen Bedingungen in der Kakaoproduktion betroffen sind und so oftmals auch nicht realisieren (können), welche Konsequenzen diese für die Bäuerinnen und Bauern vor Ort haben. Auch das Thema Zahlungsbereitschaft ist maßgeblich. Nun lässt sich bei solch einer Frage immer darüber streiten, ob der Pull von den Verbraucher:innen oder vom Markt kommen muss. Grundsätzlich sieht man in den letzten Jahren bereits einen Trend zu nachhaltigeren und fairen Produkten, doch besonders in einem inflationären Umfeld greifen Verbraucher:innen dann eben doch eher wieder zum günstigen Produkt.

Ich glaube, dass eine wirklich tiefgehende und vor allem schnelle Veränderung auch bei den aktuellen marktwirtschaftlichen Herausforderungen nur dann passieren kann, wenn ein besseres Produktangebot und eine entsprechend gezielte Aufklärung der Verbraucher:innen sichergestellt werden. Mit Jokolade und anderen Partnern der Tony’s Open Chain und von Fairtrade stehen wir bereits für diese Ziele ein, aber wir brauchen hier die Unterstützung aller Player entlang der Wertschöpfungskette. Dazu gehören zum Beispiel die großen Kakaohändler:innen, die den Weltmarktpreis beeinflussen, Produzent:innen, die auswählen, was für Kakao sie verarbeiten, Marken, die Fairness und Nachhaltigkeit als zentrale Elemente ihres Wertesystems und damit in ihren Produkten und ihrer Kommunikation etablieren oder auch Lebensmitteleinzelhändler:innen, die ihr Sortiment entsprechend gestalten. Greifen all diese Elemente zusammen, bleibt den Verbraucher:innen gar nichts anderes mehr übrig als faire Schokolade zu kaufen. Der Weg dorthin ist lang, aber wir sind fest davon überzeugt, dass er am Ende mit Erfolg gekrönt sein wird.


Mehr über den nachhaltigen Ansatz von Jokolade erzählt Coralie Grau auf den Green Marketing Days 2022. Zusammen mit zahlreichen anderen spannenden Speaker:innen loten wir vom 11. bis 13. Oktober aus, was eine nachhaltige Lovebrand ausmacht. Sei dabei und lerne innovative Unternehmen kennen, Blicke hinter die Kulissen in unserem reichhaltigen Rahmenprogramm und nutze die Chance, dich mit Expert:innen zu dem wichtigen Thema Nachhaltigkeit zu verknüpfen.

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Franziska Mozart
Autor: Franziska Mozart

arbeitet als freie Journalistin für die W&V. Sie hat hier angefangen im Digital-Ressort, als es so etwas noch gab, weil Digital eigenständig gedacht wurde. Heute, wo irgendwie jedes Thema eine digitale Komponente hat, interessiert sie sich für neue Technologien und wie diese in ein Gesamtkonzept passen.