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In der halben Stunde Podcast beantworten wir einige Fragen: Ist Social First Mainstream? Was versteht man eigentlich darunter? Warum wächst der Markt? Wie lassen sich daraus Marken bauen, wer macht es gut, wer nicht, was bringt es überhaupt und wie kriegen wir es in Deutschland endlich hin, mutiger in der Kreation zu werden, ohne gleichzeitig die Zahlen aus den Augen zu verlieren?

Hier die sieben wichtigsten Thesen

1. Social First ist kein Kanal, sondern eine Haltung

Social First bedeutet nicht "nur oder mehr Social Media", sondern ein grundlegend anderes Denken: Social ist Ausgangspunkt für Insights, Kulturverständnis und Markenstrategie. Und nicht, so Paulina, wie "früher der Mülleimer am Ende der Kampagnenkette".

2. Social ist das Labor, in dem Kultur entsteht

Trends, Memes, Lingo und Haltung entstehen heutzutage vor allem in den sozialen Medien. Wer sich dort umtut (Stichwort: Social Listening) kann früh erkennen, was die Menschen bewegt und und daraus Ideen für die eigene Markenkommunikation entwickeln, die im Zweifel auch außerhalb von Social Media funktionieren, oder gleich ganze Markenplattformen begründen.

3. Klassische Kommunikationsmodelle sind überholt

Das Sender-Empfänger-Modell, die USP-Logik stammen aus der Nachkriegsökonomie. Heute entstehen Marken ko-kreativ durch Teilhabe der Community(s).

4. Marken müssen sich die Aufmerksamkeit verdienen

In sozialen Netzwerken lässt sich jeder Content leicht wegwischen. Pascal sagt: "Social Media sind die neue digitale Raucherpause." Da will sich niemand unterbrechen lassen. Marken konkurrieren hier nicht nur mit anderen Marken, sondern mit Popkultur schlechthin. Paulina meint: "Wenn wir die Party schon crashen, bring wenigstens nen coolen Secco mit."

5. Markenkohärenz schlägt Markenkonsistenz

Nicht überall gleich auftreten, sondern überall anschlussfähig sein! Das fordert Pascal. Mit einem klaren Markennarrativ lasse sich jeder Content plattformspezifisch ausspielen. Kohärenz schlägt Gleichförmigkeit.

6. Ohne Mut keine Relevanz

Herausragende Kommunikation geht Risiken ein. Die größte Gefahr für Marken ist nicht der Shitstorm, sondern die Belanglosigkeit. Paulina sagt: "Wenn du das Gefühl hast, das ist riskant, ist das ein Zeichen dafür, dass das eine richtig geile Idee ist." Das deutsche Sicherheitsdenken - Pascal nennt es "Save-my-ass-Kultur" - töte jede Kreativität.

7. Social muss belegbar auf Business-Ziele einzahlen

Likes und Views sind Vanity-Metriken. Nur Shares zeigen, dass Inhalte emotional, sozial oder kulturell relevant sind. Was geteilt wird, baut Beziehungen zwischen Mensch und Marke auf. Social First entbindet dabei nicht von der Pflicht, zu wirken. Unternehmen und Agenturen müssen ihre Social-Metriken auf Markenwerte und Absatz übersetzen, zum Beispiel über Marketing-Mix-Modelle.

Und jetzt: Viel Spaß beim Hören!


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Conrad Breyer, W&V
Autor: Conrad Breyer

Er kam über Umwege zur W&V. Als Allrounder sollte er nach seinem Volontoriat bei Media & Marketing einst beim Kontakter als Reporter einfach nur aushelfen, blieb dann aber und machte seinen Weg im Verlag. Conrad interessiert sich für alles, was Werber- und Marketer:innen unter den Nägeln brennt. Seine Schwerpunktthemen sind UX, Kreation, Agenturstrategie. Privat engagiert er sich für LGBTQI*-Rechte, insbesondere in der Ukraine.