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Mastodon: Lohnt sich die Twitter-Alternative?

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit einer Twitter-Alternative, die (ein bisschen) boomt und mit der Apple-Bilanz zu einem Jahr ATT.
© W&V

Mastodon: Lohnt sich die Twitter-Alternative?

Bleiben – oder gehen? Nach der anstehenden Übernahme durch Elon Musk (W&V-Analyse) stellt sich für viele Twitter-Nutzer die Frage, ob sie quasi "abzwitschern" sollen, und wo sie eine neue Heimat in den sozialen Medien finden könnten. Alternativen wie CounterSocial, das sich wohl am meisten nach Twitter anfühlt, Plurk oder auch das bekannte Discord, gibt es einige. Doch sie alle leiden unter dem WhatsApp-Syndrom, das ARD-Tech-Experte Dennis Horn so beschreibt: "Auch aus Nutzersicht ist das Verhältnis zwischen Twitter und Mastodon dank Lock-in-Effekt aus meiner Sicht wie das zwischen WhatsApp und Signal oder anderen Alternativen: gut gemeint, aber ohne die breite Basis an Nutzer:innen keine tatsächliche Alternative." Sprich: Ein "neues" Twitter kann noch so gut gemacht sein – wenn die vertrauten "Freunde" und Kontakte dort nicht auch zu finden sind, bleibt man eben trotz aller Bedenken bei WhatsApp, oder bei Twitter.

"Ca. 41.287 neue Nutzer"

Das sieht, siehe sein Tweet, auch Schleswig-Holsteins Digitalminister Jan Philipp Albrecht so. Als die noch vielversprechendste Twitter-Alternative erweist sich aktuell die Open-Source-Lösung Mastodon, die gerade "explodiert", so Gründer Eugen Rochko in einem Blogpost. Genau genommen handelt es sich bei der Explosion aber eher um einen Schwelbrand. Denn Rochko spricht von einem Zuwachs von "ca. 41.287 Nutzern" in den Stunden nach der Ankündigung der Musk-Übernahme. Die App-Spezialisten von Sensor Tower zählen laut Engadget rund 5.000 neue Downloads der Mastodon-Apps für iOS und Android – und damit knapp zehn Prozent des bisherigen Gesamtvolumens. Der große Run auf Mastodon, das bereits seit 2016 versucht, sich als datenschutzfreundliche Alternative zu Twitter zu etablieren, bleibt also noch aus. Trotzdem könnte das Programm nun interessanter werden.

Die wichtigsten Infos zu Mastodon

Erfinder des Microblogging-Dienstes ist der Thüringer Programmierer Eugen Rochko, der 2016 eine Alternative zu den kommerziellen sozialen Netzwerken schaffen wollte. Das Ergebnis ist Mastodon, hinter dem (im Gegensatz zu Twitter) kein Unternehmen, keine Konzernzentrale und keine kommerziellen Interessen stehen. Mastodon ist quelloffene Software, die von Mitgliedern weltweit und dezentral auf ihren Servern betrieben wird. Symbol des Dienstes ist der Urzeit-Elefant Mastodon, aus der Familie der Mammuts. Laut Erfinder Rochko hat ihn aber die Metalband Mastodon zu dem Namen inspiriert.

Das sind die Vorteile

Auch hier schreiben die Mitglieder kurze Nachrichten, die Links, Bilder oder Videos enthalten können. Die "Tweets" mit maximal 500 Zeichen heißen hier "Toots", Retweets nennen sich "Boosts". Es wird nicht gezwitschert, sondern "getrötet". Und es gibt nicht ein einziges Mastodon, sondern Tausende. Jeder Nutzer kann sein eigenes Mastodon auf einem Server installieren und öffentlich zugänglich machen. Diese Gruppen heißen "Instances". Jeder Nutzer sieht zwei Timelines – die aus seiner aktuellen Gruppe, und zusätzlich die "föderale" Timeline, die das komplette Mastodon abbildet. Das ist zwar kompliziert, hat aber einen ganz entscheidenden Vorteil: Der dezentrale Dienst kann nicht pleite gehen, er kann nicht verkauft werden, und er lässt sich nicht komplett von Regierungen blockieren.

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 27. April 2022:

Die Cookiekalypse hält die Branche in Atem. Besser, man hat eine gute First-Party-Data-Strategie. Wie man die entwickelt, lernst du im W&V Executive Briefing.

Kennst du eigentlich schon unser KI-Update? Einmal pro Woche die wichtigsten Veränderungen zu KI im Marketing. Einordnung, Strategie, News, direkt in dein Postfach. 

Wie funktioniert eigentlich Tiktok? Einen schnellen und umfassenden Überblick gibt dir die aktuelle Ausgabe des W&V Executive Briefing zum Thema Tiktok.

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