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Elon Musk: Was er jetzt mit Twitter vorhat

Vor dem Mittagessen die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit dem Twitter-Coup von Elon Musk, mit Aussichten und Reaktionen.
© W&V

Elon Musk: Was er jetzt mit Twitter vorhat

Der Mann, dessen Firma 2020 ihre Presseabteilung aufgelöst hat, kümmert sich künftig also um die globale Meinungsfreiheit. Die Twitter-Übernahme von Elon Musk ist praktisch durch. Der Tesla-Chef feiert auf seiner neuen Plattform mit einem triumphierenden "Yesss!!!", mit Herzchen und Raketen-Emojis. Dafür gibt es seit gestern Abend gut zwei Millionen Likes. Viele Nutzer und Tech-Experten reagieren dagegen schockiert und sehen genau die Meinungsfreiheit gefährdet, die Musk nach eigenen Angaben wiederherstellen will. So schreibt die New York Times: "Twitter unter Elon Musk wird ein furchterregender Ort sein." Ungebremster Hate Speech und radikale Meinungsfreiheit für die Trump-Armee, die 2021 das Kapitol gestürmt hat – sieht so die Zukunft von Twitter aus?

Fünf wichtige Infos zum Twitter-Coup von Elon Musk

  • Das plant Musk: In seinem "Yesss!!!"-Tweet hat Musk erste Pläne angekündigt. Er schreibt: "Freie Meinungsäußerung ist das Fundament einer funktionierenden Demokratie. Und Twitter ist der digitale Marktplatz, auf dem die für die Zukunft der Menschheit wichtigen Themen diskutiert werden. Ich möchte Twitter besser denn je machen, indem wir das Produkt mit neuen Funktionen ausbauen, die Algorithmen quelloffen machen, um das Vertrauen zu erhöhen, die Spam-Bots zu bekämpfen und alle Menschen zu authentifizieren. Twitter hat ein enormes Potenzial. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen und der Community von Nutzern, um es zu erschließen." Dazu werden sich in den nächsten Wochen viele Fragen stellen – zum Beispiel, wie Musk die Authentifizierung aller "menschlichen" Nutzer gewährleisten will.
  • Das sind die Befürchtungen: Der Social-Media-Watchblog hält eine Privatisierung des chronisch wenig erfolgreichen Twitter zwar grundsätzlich für eine gute Option, sieht in Musk aber den falschen Käufer. Die Befürchtungen des SMWB teilen viele Experten: "Die Privatisierung soll vor allem dazu dienen, Twitter nach seinen Vorlieben zu gestalten – und die sind naiv bis hanebüchen. Musk ist der Ansicht, dass alles, was dazu führt, dass er seine Ansichten nicht auf jeder Bühne der Weltöffentlichkeit mitteilen darf, eine illegale Einschränkung der Redefreiheit bedeutet. Deshalb will er die Moderation von Inhalten auf ein Minimum beschränken. Selbsterklärte Free-Speech-Plattformen wie Gab, Parler, Gettr oder der Trump-Flop Truth Social zeigen, wohin das führt: Grenzenlose Redefreiheit endet fast immer in grenzenlosem Hass."
  • So reagiert Donald Trump: Der 2021 von Twitter gesperrte Ex-Präsident hatte schon im Vorfeld angekündigt, dass er auch im Fall einer Musk-Übernahme nicht zu Twitter zurückkehren will. O-Ton Trump: "Twitter ist sehr langweilig geworden. Sie sind viele gute Stimmen losgeworden, viele ihrer konservativen Stimmen". Beobachter gehen aber davon aus, dass Trump im Falle einer Präsidentschaftskandidatur 2024 nicht auf die Plattform verzichten kann. In diesem Fall hätte Twitter aus Gründen der Chancengleichheit die Trump-Sperre wohl ohnehin aufheben müssen.
  • So läuft die Machtübernahme: Verge-Reporter Alex Heath geht davon aus, dass die Übergangsphase rund ein halbes Jahr dauern wird. Er twittert: "Die Aktienzuteilungen der Mitarbeiter werden wie gewohnt übertragen und nach Abschluss der Transaktion nach demselben Zeitplan in Bargeld umgewandelt. Parag Agrawal wird bis zum Abschluss CEO bleiben, hat sich aber nicht dazu geäußert, was danach passiert." Agrawals Tweet zur Musk-Übernahme klingt aber bereits nach Abschied: "Twitter hat einen Zweck und eine Bedeutung, die sich auf die ganze Welt auswirkt. Wir sind sehr stolz auf unsere Teams und begeistert von der Arbeit, die noch nie so wichtig war wie heute."
  • Das bezahlt Elon Musk pro Twitter-Nutzer: Zu billig oder zu teuer? Twitter-Nutzer wissen jetzt jedenfalls, wie viel sie wert sind. 41 Milliarden Euro Kaufsumme bedeuten bei 217 Millionen Nutzern: Musk lässt sich jeden User 189 Euro kosten…

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 26. April 2022:

Die Cookiekalypse hält die Branche in Atem. Besser, man hat eine gute First-Party-Data-Strategie. Wie man die entwickelt, lernst du im W&V Executive Briefing.

Kennst du eigentlich schon unser KI-Update? Einmal pro Woche die wichtigsten Veränderungen zu KI im Marketing. Einordnung, Strategie, News, direkt in dein Postfach

Wie funktioniert eigentlich Tiktok? Einen schnellen und umfassenden Überblick gibt dir die aktuelle Ausgabe des W&V Executive Briefing zum Thema Tiktok.

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