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Meta: Datenschutz-Schock bei der neuen VR-Brille

Mark Zuckerbergs Meta-Konzern will mit seiner neuen Datenbrille Quest Pro die Augenbewegungen der Nutzer im Metaversum tracken, um Werbung damit noch genauer zu personalisieren. Experten warnen vor der Technik.
© W&V

Meta: Datenschutz-Schock bei der neuen VR-Brille

Letzte Woche hat Mark Zuckerbergs Meta-Konzern mit der Quest Pro seine bisher leistungsstärkste Datenbrille vorgestellt. In Europa kostet die virtuelle Sehhilfe, die die Nutzer ins Metaversum befördern soll, 1.800 Euro. In Deutschland ist die Quest Pro wie schon ihre Vorgänger offiziell aber nicht zu haben – wegen Bedenken der Datenschutzbehörden, die Facebook/Meta bisher nicht ausräumen konnte. Und die Skepsis der deutschen Datenschützer ist offenbar mehr als berechtigt. Denn wie der Standard aus Wien jetzt in einer sehr lesenswerten Analyse berichtet, "heben Zuckerbergs Metaversum-Pläne das Thema Datenschutz auf ein neues Level". Neben vielen anderen Privatsphäre-Bedenken rund ums Metaversum sind bei der neuen VR-Brille vor allem die fünf internen und fünf externen Kameras hochproblematisch. Sie sollen unter anderem dazu dienen, den Avataren im Metaversum eine möglichst natürliche Mimik zu verleihen. Sie können den Nutzer aber auch exakter ausspähen, als dies je zuvor mit einem vernetzten Gerät möglich war.

Exakte Analyse der Augenbewegungen

Denn Meta hat gerade neue Datenschutzrichtlinien eingeführt, in denen es auch um den Umgang mit Informationen geht, die bei der Erkennung von Mimik und Augenbewegungen generiert werden. Hier räumt sich der Zuckerberg-Konzern das Recht ein, diese Daten zu verwenden, um "die Erfahrungen zu personalisieren". Schon zuvor hatte Meta-Manager Nick Clegg verraten, dass die aus dem Eye-Tracking gewonnenen Daten genutzt werden könnten, "um zu verstehen, ob Menschen mit einer Werbeanzeige interagieren oder nicht". Die Krux dabei: Nur mit dem Augen- und Gesichtstracking, dem Nutzer zustimmen müssen, sieht der eigene Avatar einigermaßen hübsch und realistisch aus. Der Druck von Meta, die Funktion zu aktivieren, ist also hoch.

Bisher floppt das Metaversum

Die Experten des Standard erklären, was die Auswertung der Augenbewegungen bedeuten würde: "Heikel ist das, weil das Verhalten der eigenen Augen äußerst intime Daten übermittelt. Über unsere Augen zeigen wir nicht nur, wie lange wir an welche Stelle blicken – sondern auch, welche Emotionen wir dabei verspüren. Viele Bewegungen des Auges werden vom Menschen dabei nicht bewusst, sondern unbewusst gesteuert." Die Weitergabe und den Verkauf solcher Daten an Dritte erlauben die neuen Meta-Richtlinien bisher zwar nicht. Aber gibt es bei Meta erfahrungsgemäß genug Spielräume, mit denen die Informationen dann doch bei externen Firmen landen. Deutschland verpasst also nichts, wenn Mark Zuckerbergs Neugier-Brille hierzulande nicht zu haben ist. Die Nutzerzahlen von Metas VR-Welt Horizon Worlds bleiben mit monatlich nur etwa 200.000 Besuchern ohnehin überschaubar.

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