Das Unternehmen ist mittlerweile Teil des Autokonzerns Stellantis, der im Januar 2021 aus der Fusion von Fiat Chrysler und der französischen PSA-Gruppe hervorging. Umsatz des börsennotierten Konzerns 2021: 152 Milliarden Euro. Die italienische Traditionsmarke reiht sich seitdem neben Opel oder Peugeot aus Frankreich ein.

Für den neuen 500 hatte das Unternehmen in 50er Jahren einen konkreten Plan: Nach dem Zweiten Weltkrieg wollte Fiat ein Auto auf den Markt bringen, das den Menschen mehr Mobilität ermöglichte, wie Freschi erklärt. Zuvor fertige die von Giovanni Agnelli gegründete Marke schon den Fiat 500, auch "Topolino" (Mäuschen) genannt, der aber aus Sicht mancher wegen seines überraschend hohen Preises nicht unbedingt ein Wagen für alle war. Konstrukteur Dante Giacosa musste für wenig Geld ein Modell als Konkurrenz zum Motorroller entwerfen.

Am Ende rollte 1957 eine neue Version des 500 vom Band, mit einem Motor von rund 500 Kubikzentimetern Hubraum, zu einem Preis von etwas weniger als 500 000 Lire - so erklärt sich auch der Name.

"Der Fiat 500 ist ein absolutes Erfolgsmodell, so wie etwa der BMW Mini", sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer. "Er bildet Italien ab, hat sich immer wieder neu erfunden und als modernes Fahrzeug seiner Zeit angepasst." Gerade im engen Stadtverkehr Italiens lässt sich der schlanke 500 verglichen mit bulligen SUV geschmeidig durch die Gassen lenken. Viel Gepäck sollte man aber damals wie heute nicht dabei haben.

Bereit für die elektrische Zukunft

Nun soll der Klassiker auf eine neue Spur einlenken. Stellantis will bei der Marke in den grünen Gang schalten. "Fiat hat eine Strategie und ein klares Ziel", sagt Freschi. Bis 2027 soll die gesamte Marke rein elektrisch fahren. Das Unternehmen will sich einen umweltfreundlichen Anstrich verpassen. Zum Beispiel machte Fiat auf dem Dach seiner ehemaligen Fabrik im Turiner Stadtteil Lingotto aus der berühmten Teststrecke einen Garten. Dort, wo ab 1927 Ingenieure neue Modelle quasi unerkannt entlangrasen ließen, schmücken heute Zehntausende Pflanzen den Asphalt.

Dudenhöffer hält die Entscheidung des Unternehmens für den richtigen Weg. "Wenn man ein Kultprodukt in die Zukunft tragen will, muss man es zukunftsfähig machen, ansonsten wird es zum Museumsstück", sagt der Experte vom Duisburger Center Automotive Research. "Genau das passiert mit dem vollelektrischen Fiat 500."

Als Testimonial tritt seit gut zwei Jahren Leonardo DiCaprio auf. Der erste Film "Reincarnation" stammt von der US-Kreativagentur Doner für das Produktionshaus Movie Magic unter der Regie von Joseph Kahn.

Aus der gleichen Zeit stammt auch der Spot mit Sting & Shaggy. Beide wurden mit den Key Awards ausgezeichnet.

Fiat probierte sich in den 90er Jahren mit dem Cinquecento Elettra schon einmal erfolglos mit einem E-Auto. Der Wagen hatte zwölf klobige Batteriezellen im hinteren Teil und schaffte anfangs eine Höchstgeschwindigkeit von 80 Kilometer je Stunde mit einer Reichweite von rund 60 Kilometern. Aufladen konnte man das Auto zu Hause an der Steckdose, was allerdings Stunden dauerte. Heute soll der Elektro-500 je nach Modell bis zu 320 Kilometer schaffen.

Spot "The Driver" mit Leonardo DiCaprio (2022)

E-Autofahrer kritisieren die mäßig ausgebaute Ladesäulen-Infrastruktur in Europa. Es geht aber voran. In Deutschland stehen laut Bundesnetzagentur ungefähr 62 000 öffentliche Ladesäulen. Das ist ein Zuwachs von 30 Prozent in einem Jahr. In Italien gab es von 2020 auf 2021 einen ähnlich hohen Zuwachs. In dem Land mit fast 60 Millionen Einwohnern stehen ungefähr 26 000 öffentliche Ladepunkte für E-Autos. "Bei der Ladeinfrastruktur braucht es eigentlich nur die Wallbox und Schnelllader auf Autobahnen", sagt Dudenhöffer.

Die Kunden scheinen den Elektro-Fiat jedenfalls gut anzunehmen. In Deutschland zählt er zu den am häufigsten angemeldeten Neufahrzeugen in der Kategorie der vollelektrischen Autos.

Zwei der aktuellen Spots, unter anderem mit Leonardo di Caprio als Testimonial:

Spot von 2013

mit dpa (Johannes Neudecker, dpa)


Annette Mattgey, Redakteurin
Autor: Annette Mattgey

Seit 2000 im Verlag, ist Annette Mattgey (fast) nichts fremd aus der Marketing- und Online-Ecke. Für Markengeschichten, Kampagnen und Karriere-Themen hat sie ein besonderes Faible. Aus Bayern, obwohl sie "e bisi anners babbelt".