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Evernote: Job-Kahlschlag bei App-Store-Klassiker

Eine legendäre App kämpft um ihre Zukunft – und mit ihr zittert die Belegschaft. "Evernote" im Endzeit-Modus? Was der neue Eigentümer plant, wie der neue Geschäftsplan mitten in der Krise jetzt aussieht.
© W&V

Hiobsbotschaften aus der deutschen Wirtschaft sehen derzeit häufig so aus: Einheimische Unternehmen verlagern ihre Produktion die USA. Hier der umgekehrte Effekt: Eine bekannte Firma entlässt in den USA fast alle Mitarbeiter und verlagert das Geschäft komplett nach Europa.

Überraschender Move von Evernote: Das Unternehmen, im Jahr 2000 gegründet und seit Langem ein Klassiker im App Store (hier iOS, hier Android), wagt den radikalen Schnitt. Die beliebte Anwendung, die allein im Google Play Store auf 1,8 Millionen Bewertungen (Schnitt 4,4 von 5 Sternen) kommt, kämpft mit dem Job-Cut auch um seine Existenz. Der Onlinedienst, der das Sammeln, Ordnen und Verwalten von Notizen, Dokumenten und Fotos in verschiedenen Formaten anbietet, wirkt mittlerweile wie aus der Zeit gefallen.

Francesco Partarnello, CEO der Mutterfirma Bending Spoons, erklärte, dass man bereits am 5. Juli Gespräche mit fast allen Mitarbeitern in den USA und Chile geführt habe – um ihnen mitzuteilen, dass ihre Stellen ersatzlos entfallen. Immerhin: Versprochen sind "großzügige Abfindungs-Pakete". Angeboten werden noch 16 Wochen Gehalt, ein Jahr Gesundheitsversicherung sowie ein Performance-Bonus. Wer mit einem Visum für Evernote in den USA arbeitet, erhält zudem bei der Jobsuche "weitere Unterstützung".

Der neue Geschäftsplan sieht vor, dass der Mutterkonzern Bending Spoons Evernote künftig verwaltet. Die Firma sitzt im italienischen Mailand. Der Umzug erfolge, "um die operative Effizienz zu steigern und das Beste aus der Arbeitgebermarke Bending Spoons zu machen."

Die genaue Zahl der Betroffenen verschweigt Evernote in seinem offiziellen Statement. Dass Evernote kriselt, ist in der Branche kein Geheimnis. Erst im Februar hatte die Firma 129 Angestellte entlassen. 

2013 war Evernote mit 1 Milliarde US-Dollar bewertet. Lang her! Erst im März dieses Jahres hatte Bending Spoons Evernote, seinerzeit noch mit Sitz in Redwood City im US-Bundesstaat Kalifornien, übernommen. Auch das mehrfache Umstellen des Abo-Modells hat in den letzten Monaten wohl nicht den gewünschten Erfolg gebracht… 

Das sind die Themen in TechTäglich am 11.7.2023:

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