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Startup bringt 0-Euro-Fernseher mit Werbung

Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit einem neugierigen Gratis-Fernseher und mit den Plänen für Nintendos nächsten Kinofilm.
© W&V

Startup bringt 0-Euro-Fernseher mit Werbung

Dieser neue Fernseher kostet nichts – außer der eigenen Privatsphäre. Denn das kalifornische Startup Telly bringt im Sommer das erste kostenlose TV-Gerät, das sich nicht durch den Kaufpreis finanziert, sondern durch die angezeigte Werbung. Diese läuft 24/7 auf einem zweiten, kleineren "Smart Display", das durch eine Soundbar vom eigentlichen 55-Zoll-Bildschirm des Fernsehers getrennt ist. Während oben das normale TV- oder Streamingprogramm zu sehen ist, laufen unten personalisierte Werbung, Nachrichten oder Gewinnspiele. Telly sammelt dabei kontinuierlich Informationen über die TV-Nutzung, über angesehene Sendungen, über das Umschaltverhalten, über die Reaktionen auf Werbespots und mehr. Daraus macht die Firma in ihren Nutzungsbedingungen auch kein Geheimnis.

Fernseher aus der 900-Euro-Klasse

Die Vermarktung dieser Daten soll Telly so viel Geld einbringen, dass sich damit der 0-Euro-Fernseher finanzieren lässt, der mit 4K-LED-Bildschirm, HDR-Kontrast, Soundbar und (abschaltbarer) Kamera für Videochats laut Anbieter in der 900-Euro-Klasse spielt. Nutzer, die sich daran nicht stören, können mit der Teilnahme an Gewinnspielen und Aktionen zusätzlich "Telly Rewards" erhalten – die sich beispielsweise als Gutscheine für Netflix oder Starbucks einlösen lassen. Damit die Datenerfassung funktioniert, sind Nutzer verpflichtet, den Fernseher immer im WLAN zu haben und keine Werbeblocker zu installieren. Telly spricht vom "Größten, was dem Fernsehen seit der Farbe passiert ist".

Wer keine Werbung will, zahlt 500 Dollar

Der Kost-nix-Fernseher ist vorerst nur in den USA verfügbar. Interessenten können jetzt eines der ersten 500.000 Geräte reservieren. Wer sich nach einer Testphase gegen den Werbe-Fernseher entscheidet, muss den Telly entweder zurückschicken oder Einrichtungskosten von 500 Dollar bezahlen. Dann findet keine Datenerfassung mehr statt. Hinter Telly steht laut TechCrunch Ilya Pozin, Gründer des Gratis-Streamingdienstes Pluto TV. Er erklärt zu seinem "revolutionären" neuen Projekt: "Unternehmen verdienen Milliarden von Dollar mit Fernsehwerbung. Doch bisher mussten die Verbraucher sowohl für das TV-Gerät als auch für die Inhalte bezahlen. All das ändert sich heute."

Was Telly über seine Nutzer weiß

Pozin verrät auch, was Telly über seine Nutzer erfährt – und das ist eine ganze Menge: "Wir wissen, wo Sie wohnen, wie hoch Ihr Einkommen ist – natürlich alles anonymisiert – und wir wissen, welches Auto Sie fahren. Wir wissen, wann Ihr Leasingvertrag ausläuft. Wir wissen, wo Sie einkaufen. Wir wissen, was Ihre Lieblingssportmannschaften sind, und so weiter."

Das sind die Themen von TechTäglich am 16. Mai 2023:

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