Zum goldenen Hirschen will - wie so viele - keine Werbeagentur mehr sein?

Hans Langguth: Wir verfolgen in der Tat einen radikal kundenorientierten Ansatz, verstehen uns als strategische Partner. Das geht weit über den Kernbereich der Kommunikation hinaus. Das ist dann weniger ein Agentur- als ein Business-Modell in einem Umfeld, in dem klassische Agenturen immer mehr in Bedrängnis geraten.

Inwiefern in Bedrängnis?

Philipp Keller, CEO Zum goldenen Hirschen: Der Markt verändert sich in hohem Tempo. Konzentration und Spezialisierung sind die Trends der Stunde. Gerade in einer Zeit, wo Messbarkeit und Algorithmen immer wichtiger werden, setzen wir Hirschen auf die Kombination von Daten, Tech und Kreativität!

Mal Generalist, mal Spezialist. Andere tun das aber auch.

Philipp Keller: Aber so konsequent? Kreative Business Intelligence erfüllt KPIs!

Klingt gut. Aber hier und da hat es 2018 auch geknirscht, zum Beispiel als Strategie-Chef Vincent Schmidlin ging.

Martin Blach: Die personellen Veränderungen bei Vorn Strategy Consulting haben 2018 tatsächlich viel Aufmerksamkeit bei uns in der Holding gebunden. Das Kernteam der Marke hat während des Führungswechsels indes hervorragende Arbeit geleistet und wir freuen uns sehr, dass seit Januar das Managementteam mit Maik Hoffmann, Miriam Barth und Theresa Schleicher das Consulting-Angebot ausbaut und vorantreibt.

Was haben Sie 2019 vor? Zum goldenen Hirschen investiert zum Beispiel seit Jahren in Start-ups.

Hans Langguth: Vier sind es mittlerweile, vier Start-ups, die Zum goldenen Hirschen unterstützt. Wir haben uns vorgenommen, bis Ende 2020 etwa 20 Prozent unseres Geschäfts mit neuen Geschäftsfeldern zu machen. Aber nach so einem Wachstumsschub wie 2018 wollen wir 2019 auch ein Stück weit konsolidieren.

Also erstmal innehalten?

Hans Langguth: Wir ruhen uns nicht aus, falls Sie das meinen. Wir vernetzen unsere acht Hirschen-Standorte weiter, kombinieren die einzelnen Agenturen zu ganzheitlichen Angeboten, treiben die Digitalisierung voran, investieren in Social, Content, Tech, stärken die strategische Beratungskompetenz und und und. Stillstand können wir uns nicht leisten und unsere Kunden schon gar nicht.

Martin Blach: Es ist nicht zu unterschätzen, was ein so rasantes Wachstum für eine Organisation ingesamt bedeutet. Die damit einhergehenden Wachstumsschmerzen so gering wie möglich zu halten und die Energie mitzunehmen, sind zentrale Punkte für dieses Jahr. Darüber hinaus gilt es natürlich, den Start neuer Angebote wie Health Angels für Healthcare Communications, das Change-Communications-Angebot Trafo von Ressourcenmangel sowie das Joint Venture von Zeit-Verlag und Ressourcenmangel, Hi! Employer Strategies, in ihrem Wachstum zu unterstützen. Grundsätzlich gilt: Die Veränderungsgeschwindigkeit wird immer höher. Die Möglichkeit schnell und wirksam reagieren zu können, neue Ideen zu haben, gewinnt an Bedeutung.

Mit Ihrem Buch "Kreativiert Euch" haben Sie sich dafür ja bereits in Stellung gebracht.

Martin Blach: Das ist nicht nur Marketing in eigener Sache. Mit dem Konzept "Total Creativity" haben wir vor drei Jahren intern begonnen, moderne Arbeitsstrukturen aufzubauen. Und mit dem Buch "Kreativiert Euch!" haben wir die gesamtgesellschaftliche Relevanz von Kreativität und Empathie im Zeitalter der Digitalisierung, Algorithmisierung und Roboterisierung aufgeschrieben und verbreiten sie nun. Die Resonanz ist sehr positiv und wirkt sich auch auf die Neugeschäftsanfragen an uns aus – insbesondere für Beratung in der kreativen Transformation.

Dann rechnen Sie 2019 also doch mit Wachstum?

Martin Blach: Wir werden auch 2019 erfolgreich sein, ja.


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W&V Redaktion
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