Interview
Sixt: „Wir wollen, dass die Leute beim Abendessen von uns erzählen“
Herr Werner, Sixt und Flughafenwerbung gehören seit Jahrzehnten untrennbar zusammen. Was macht der Airport als Werbeumfeld für Sixt heute noch so relevant - und wie hat seine Rolle im Marketingmix in den vergangenen Jahren verändert?
Flughäfen waren, sind und bleiben für Sixt essenziell – auch, weil wir dort einen Großteil unseres Mietgeschäfts machen und Reisende unmittelbar dort erreichen, wo sie auf unser Angebot treffen. Im besten Fall wecken wir so bei Kunden mit bereits gebuchter Miete Vorfreude, während wir Reisende ohne Buchung für eine spontane Miete gewinnen. Wichtig ist uns dabei: Wir verstehen die Flughäfen stets als Partner, nicht nur als Vermieter von Werbefläche. Im besten Fall profitieren beide Seiten vom Erfolg einer Installation.
Ist das Flughafenumfeld auch so etwas wie eine kreative Spielwiese für Sixt, wo vieles machbar ist, das anderswo nicht möglich oder erlaubt ist?
Natürlich muss alles zu den Vorgaben vor Ort passen – spätestens beim Thema Brandschutz stößt Kreativität an Airports schnell an ihre Grenzen. Bislang haben wir aber immer eine Lösung gefunden, auch weil wir großartige Partner an unserer Seite haben, die mit der gleichen Leidenschaft an solchen Projekten arbeiten. Innerhalb dieses Rahmens sind dann der Kreativität kaum Grenzen gesetzt. Ein Beispiel dafür ist sicherlich unser acht Meter großes Erdmännchen in Düsseldorf, das wir zuletzt enthüllt haben. Zu den aktuellen Highlight-Installationen zählt auch ein BMW i5-Kühlergrill, der in Manchester dreidimensional aus der Gepäckausgabe herausragt. In Stuttgart haben wir neben einem Mercedes-AMG GT eine eigens gebaute "Bosshaltestelle" errichtet. Beliebt ist seit Jahren auch die Installation am Flughafen Olbia (Sardinien), bei der wir ein BMW-Fahrzeug mit einem Fallschirm an der Terminaldecke befestigt haben – mit der Headline: "Great rental cars don't fall from the sky. Find them at SIXT in front of the terminal."
Sixt setzt – neben Humor – auch viel auf Sonderinstallationen, Showcars, 3D. Muss Flughafenwerbung heute immer spektakulärer werden, um Aufmerksamkeit zu erzeugen?
Nicht unbedingt spektakulärer, aber immer origineller. Und bei allem dürfen wir nie vergessen, wofür die Marke steht. Auf dieser Basis lässt sich aber sehr viel weiterentwickeln und gestalten. Ganz wesentlich ist dabei auch unsere Premiumflotte selbst: Am Flughafen Frankfurt haben wir zwei verchromte Porsche 911 aufgestellt, die jeden Reisenden spiegeln, der vorbeigeht – unter der Frage "Have you ever seen yourself in a Porsche?" Das funktioniert nur, weil wir mit Partnern wie Porsche, BMW oder Mercedes-Benz zusammenarbeiten, die genauso viel Wert auf Premium-Qualität und Originalität legen wie wir. Ein weiteres Beispiel ist auch unsere ganz neue Installation in Rom, wo wir passend antike Statuen neben dem Auto posieren lassen. Und am Flughafen Mailand-Linate gilt es den "The Car Vinci Code" zu entziffern. Wenn es uns gelingt, Reisende humorvoll zu überraschen sowie einen Moment zu schaffen, der in Erinnerung bleibt und von dem sie beispielsweise beim Abendessen erzählen, haben wir schon viel erreicht.