Zahl der VoD-Anbieter wächst

Die positiven Aussichten locken neue Marktteilnehmer: Derzeit zählt Goldmedia bereits gut 30. Die Marktführer sind Amazon Prime Video und Netflix - mit unterschiedlichen Modellen: Netflix baut auf Monats-Abos (Subscription-based VoD), Amazon mischt in Prime Versandvorteile seines Onlinehandels mit einem Abo für einen Teil seines Video- (und Audio-)Angebots, inklusive Fußball-Kooperationen, und bietet zusätzlich Titel zum Verleih oder Verkauf an (Transactional VoD sowie Electronic-Sell-Through).

Pay-VoD-Umsätze (brutto) in Deutschland 2017-2023 in Mrd. Euro

Pay-VoD-Umsätze (brutto) in Deutschland 2017-2023 in Mrd. Euro

Weitere relevante Player im deutschen Pay-VoD-Markt sind Sky, Marktführer im klassischen Pay-TV, Maxdome (eine Tochter der ProSiebenSat.1-Gruppe) sowie Apple mit iTunes und Google mit seinem Playstore. Hinzu kommen Sportstreamingangebote wie Dazn und der Eurosport PlayerOder die Filmplattform Pantaflix, die sich eher als Vermittler zwischen Produzenten und Publikum versteht, aber global wachsen will.

Goldmedia rechnet fest damit, dass sich die Wettbewerbsverhältnisse in diesem schnell wachsenden Markt schon bald verschieben werden. Und weitere internationale Anbieter mit neuen VoD-Plattformen hinzukommen.

Warum die Zuschauer streamen

Dass vor allem Abo-Modelle schon 2017 für 74 Prozent des Umsatzes mit VoD sorgten, mag überraschen: Bindungen werden von Mediennutzern teilweise eher kritisch gesehen. Allerdings sind die Preisstrukturen und vor allem die Kündigungsfristen der Streaminganbieter verlockender als Mehrjahresverträge, wie sie beispielsweise Telekommunikationsdienstleister abschließen.

Tatsächlich rechnet Goldmedia sogar im Abo-Bereich mit Zuwachs: Bis 2023 könnte SVoD sogar einen Anteil von 80 Prozent erreichen - trotz des massiv wachsenden Gesamtmarkts.

Weil es um attraktive Inhalte geht: Zu den guten Argumenten der marktführenden SVoD-Anbieter zählen exklusive Eigenproduktionen. Bei den Einzeltiteln über TVoD und EST sind unter anderem neue Spielfilme beliebt, die inzwischen schon wenige Monate nach Kinostart im Einzelabruf erhältlich sind.

Ein weiteres Argument für die Pay-VoD-Anbieter ist die zeitunabhängige Verfügbarkeit der Angebote, hinzu kommt die wachsende Zahl der Haushalte mit schnellen Breitbandanschlüssen. Hier liegt denn auch das große Wachstumspotenzial für VoD: Die technische Reichweite vor allem im ländlichen Raum ist noch nicht gegeben, wird aber ausgebaut. Schon für das Jahr 2019 rechnet die Goldmedia-Prognose damit, dass auf jeden zweiten Haushalt mit Breitbandanschluss bereits ein VoD-Abonnement entfallen wird.

Exklusive Qualitätsinhalte werden teurer

Und zwar zunächst einmal für die VoD-Anbieter. Die inhaltliche Vielfalt steigt, Nischenangebote (Kinder, Independentfilme) haben auf dem VoD-Markt eine große Bedeutung. Zunehmend wichtiger, sagt Goldmedia, wird Sport; die VoD-Anbieter buhlen mit Free- und Pay-TV-Stationen um exklusive Sportrechte - was sich bereits niederschlägt in den Kanälen zur Verbreitung von Spielen der Fußballbundesliga oder Champions League.

Der Branchenreport Pay-VoD in Germany – Forecast 2018-2023, erstellt von der Beratungs- und Forschungsgruppe Goldmedia, enthält Analysen zu Anbietern, Geschäftsmodellen sowie Umsatz- und Nutzungspotenzialen bis 2023. Die Umsatzzahlen basieren auf der Messung der VoD-Nutzung im Rahmen der Goldmedia VoD-Ratings. Hierbei wurden Endverbraucherpreise kalkuliert (brutto) und Rabatte bzw. Freimonate berücksichtigt. Für Amazon wurden die vollständigen Erlöse aus Gebühren für den Prime-Service eingerechnet, jedoch nur Kunden einbezogen, die Prime Video tatsächlich nutzen.


Autor:

Susanne Herrmann
Susanne Herrmann

schreibt als freie Autorin für W&V. Die Lieblingsthemen von @DieRedakteurin reichen von abenteuerlustigen Gründern über Medien und Super Bowl bis Streaming. Marketinggeschichten und außergewöhnliche Werbekampagnen dürfen aber nicht zu kurz kommen.