Tatsächlich wäre grade die TV-Firma von Wiedemann & Berg für KKR spannend. Der Fernseh-Ableger produzierte zuletzt unter anderem die erste deutsche Netflix-Serie "Dark". Der Joint-Venture-Partner EndemolShine steht seinerseits derzeit kurz vor einem Verkauf. Die französische Mediengruppe Banijay will übernehmen. Durchaus denkbar, dass KKR auch bei einem möglichen Verkaufsdeal um die niederländische Produktions-Gruppe noch einmal mitmischt.

Nach Abschluss aller Transaktionen soll aus den einzelnen Unternehmen ein unabhängiges deutsches Filmstudio, das Produktion, Lizenzhandel und Distribution über die gesamte Wertschöpfungskette abdeckt, entstehen.

Der Fokus des neuen Players im Markt soll darauf liegen, "Zuschauer durch hochwertige Inhalte zu begeistern und Wegbegleiter für kreative Talente zu sein", so KKR. Das Medienunternehmen kauft und produziert künftig Spielfilme, Serien und TV-Shows und kümmert sich um die Rechteverwertung dieser Inhalte in Kinos, digitalen Diensten, im Home Entertainment und bei TV-Sendern.

Unabhängiger Anbieter für alle Kunden

Dabei soll auch auf marktführende Lizenzbibliotheken zurückgegriffen werden. Durch die Unabhängigkeit können alle Kunden bedient werden – digitale Streaming-Anbieter, Pay-TV-Partner und öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender.

Die erste Phase des Unternehmensaufbaus stehe jetzt kurz vor dem Abschluss, so Philipp Freise, Partner und Leiter des europäischen Investmentteams für Technologie, Medien und Telekommunikation bei KKR. "Jetzt konzentrieren wir uns darauf, die Expertise und das Knowhow aller vier Unternehmen und insbesondere auch von Max und Quirin so zusammenzubringen, dass wirklich Innovatives entsteht." Ziel sei immer gewesen, ein Entertainment-Haus für audiovisuelle Inhalte aufzubauen "und nicht nur einzelne Unternehmen zu kaufen."

Vorbehaltlich der Zustimmung zuständiger Aufsichtsbehörden und der Erfüllung üblicher Abschlussbedingungen soll die Transaktion im Juni 2019 abgeschlossen sein. Die Investition von KKR wird über den Europäischen Fonds IV getätigt. Zu finanziellen Details der Transaktion halten sich die Beteiligten bedeckt. (mp/tn)


Autor:

Manuela Pauker
Manuela Pauker

leitet das Medienressort der gedruckten W&V. Blattmacherin wollte sie schon früh werden, doch leider gab es zum 14. Geburtstag statt des erhofften Kopierers (zum Produzieren einer Zeitschrift) einen Wandteppich zum Selbstknüpfen. Printmedien blieben dennoch ihre Leidenschaft – auch wenn sie parallel zum TV-Serienjunkie wurde