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Lesedauer 4 Min.

Lexus lässt Werbespot von KI schreiben

Die Lexus-Kreativagentur The & Partnership London und Visual Voice haben einen KI-Drehbuchschreiber entwickelt. Der steckt hinter dem Werbefilm "Driven by Intuition".
© W&V

„Schreiben KIs die besseren Drehbücher?”

Die Automarke Lexus hat seinen einminütigen Werbefilm "Driven by Intuition" vollständig von künstlicher Intelligenz (KI) schreiben lassen. Dafür hat die Kreativagentur The & Partnership London zusammen mit dem technischen Partner Visual Voice einen KI-Drehbuchschreiber entwickelt. Der arbeitet mit Werkzeugen und Anwendungen des IBM Watson. Das kreative Experiment soll ausloten, wo "die Grenzen eines harmonischen Zusammenspiels von Mensch und Maschine liegen", teilt die Autofirma mit.

Das Skript ging dann an den Regisseur Kevin Macdonald ("Whitney", "Ein Tag im September"). Der verfilmte es als Kurzdrama: Es handelt von einem Takumi-Meister von Lexus, der nach vollendeter Arbeit den neuen Lexus ES in die Welt entlässt. Dort aber droht dem Automobil die Zerstörung. Verhindern kann das der automatische Notbremsassistent.

Der Film betont damit die Bedeutung intuitiver Fahrzeugtechnik. Mit ihren Assistenzsystemen arbeiten Autobauer seit einigen Jahren daran, die Fehlerquelle Mensch auszugleichen und die Sicherheit der Fahrzeuge zu verbessern, indem die Autos zum Beispiel mit Bremssystemen, Lenkhilfen und Abstandshaltern eingreifen. Bei Lexus heißt das Lexus Safety System+.

"Mich überzeugte auf Anhieb das melodramatische Potenzial der Geschichte", sagt Madconald. "Die Tatsache, dass künstliche Intelligenz einer weiteren Maschine Empfindungen verleiht, sie in eine Art Kampfsituation bringt und sie dann in den Sonnenuntergang entkommen lässt, ist eine starke emotionale Reaktion eines Roboters. Die charmant vereinfachende Art und Weise, wie KI die Geschichte geschrieben hat, fasziniert auf emotionale Weise und ist auch unerwartet genug, um dem Film eine eindeutig nicht-menschliche Note zu geben."

Drehbuch basiert auf ausgezeichneter Autowerbung

Die künstliche Intelligenz wurde, teilt Lexus mit, "mit preisgekrönten Automobil- und Luxuswerbungen gefüttert", die Preise in Cannes gewonnen haben. Dazu kamen Daten von Unruly, um zu verstehen, was Zuschauer anspricht "und wie Aktionen, Objekte, Orte und Emotionalität in verschiedenen Kombinationen und Sequenzen verwendet werden, um die gewünschten Botschaften zu vermitteln". Um die Vorlieben intuitiv agierender Menschen beim Thema Autowerbung kennenzulernen, flossen außerdem die Ergebnisse einer Studie von Mind X (Abteilung für angewandte Wissenschaften der University of New South Wales) ein.

Dennoch sei aber zu beachten gewesen, dass dabei kein beliebiger, austauschbarer Film herauskommen sollte. Darum flossen Daten zur Marke Lexus ein. "Es war ein ebenso anspruchsvolles wie faszinierendes Projekt. Anfangs war es fast unmöglich zu wissen, welche Qualität und Verständlichkeit die KI produzieren würde", sagt Alex Newland, Mitbegründer von Visual Voice. "Umso befriedigender und aufregender ist es, nun den fertigen Film als Ergebnis einer echten, eigenständigen kreativen Leistung zu sehen."

Die Macher kommen zu dem Schluss, dass das Drehbuch der KI "reich an menschlichen Emotionen ist und sich nicht von einem konventionellen, von Menschen geschriebenen Skript unterscheiden lässt". Darüber hinaus verleihe die KI dem Auto "eine überraschende emotionale Tiefe, während das menschliche Verhalten mit einem gesunden Zynismus betrachtet wird – wie beispielsweise die Gewohnheit, Katastrophen auf dem Bildschirm zu betrachten."

KI und Film - das Thema nimmt an Bedeutung zu. So hat zum Beispiel der Kameramann und Produzent Eugen Gross das Start-up Aiconix gegründet, das KI und Machine Learning zur Videooptimierung einsetzt. Dabei analysiert eine Software während der ERstellung von Online- und TV-Videobeiträgen die Strukturen, um "Inhalte optimal an die Bedürfnisse der Zielgruppe anzupassen", damit Klickraten steigen und nicht zu früh ausgeschaltet wird.

„Schreiben KIs die besseren Drehbücher?”

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