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Lesedauer 3 Min.

Shitstorm: True Fruits begegnet Sexismus-Kritik mit Humor

"Wir lieben unseren Humor und lassen ihn uns auch nicht verbieten": Mit ungewöhnlich deutlichen Worten reagiert der Smoothie-Hersteller True Fruits auf die Sexismus-Vorwürfe veganer Aktivisten und lässt auch Taten folgen.
© W&V

Bei der Vermarktung seiner Produkte setzt True Fruits gerne mal auf schrägen Humor. Im Fall der begrenzt erhältlichen Smoothie-Variante "Black Edition" schien der Hersteller jedoch zunächst über sein Ziel hinausgeschossen zu sein. Der Grund: Bei der Bewerbung seines Produkts sieht sich True Fruits den Sexismus-Vorwürfen einiger veganer, feministischer Aktivisten ausgesetzt. Doch das Unternehmen nimmt es mit Humor und erntet neben einem Shitstorm auch viel Unterstützung im Netz.

Der Auslöser für die Aufregung ist ein Etikett der "Black Edition", das True Fruits auf seinem Facebook-Profil postete: Einige Nutzer bewerteten nämlich Aussagen wie "Hast du schon mal einer hässlichen Freundin, die aber total lieb ist, ein Date besorgt?" als sexistisch. "Boah, das ist echt abartig", lautete etwa der Kommentar einer Userin.  

Doch anders als manch andere Unternehmen sieht True Fruits keinen Grund, seine Kommunikationsstrategie zu ändern. Der Smoothie-Hersteller stellt sich in einem Facebook-Post vielmehr klar gegen seine Kritiker: "Einige User warfen uns Sexismus oder Lookismus vor. (...) Hier werdet Ihr immer wieder auf diese Art Humor stoßen, die Euch zuwider ist und von uns so geliebt wird. Niemand ist gezwungen unsere Produkte zu kaufen oder unsere Plattformen in den sozialen Medien zu besuchen."

Zum 1. April nutzt True Fruits den Shitstorm um den Smoothie als Steilvorlage für einen Scherz: In einer öffentlichen Stellungsnahme "bittet" Mitgründer Nic Lecloux seine Kritiker um Entschuldigung:

Für seine Chuzpe ist True Fruits die Unterstützung eines Teils der Netzgemeinde sicher: "Wie geil! Jetzt kann ich keine anderen Smoothies mehr kaufen", begeistert sich ein Facebook-Nutzer. Ein anderer freut sich, dass "endlich mal eine Firma wirklich zu ihren Überzeugungen steht." Auch auf Twitter sammeln sich Unterstützer unter dem Hashtag #schluckimdunkeln  

Seine Kritiker bringt True Fruits mit seiner Strategie nicht zum Schweigen, sie bleiben beim Vorwurf des Sexismus. Auf Facebook haben sie mittlerweile die Facebook-Gemeinschaftsseite Untrue gestartet. Zudem bemängeln Aktivisten des veganen Netzwerks indyvegan.org die Kommunikation des Unternehmens: Es soll Kunden, "die ihre Kritik sachlich formulierten", mit Antworten wie etwa "Heul' doch, du Brombeersohn" bedacht haben. Eine Interview-Anfrage von indyvegan.org lehnt True Fruits nach Angaben der Aktivisten ebenfalls ab. Die Begründung des Unternehmens: "Wir respektieren Ihre Ansichten in Gänze, können sie aber leider nicht nachvollziehen. Folglich würde eine weitere Diskussion zu nichts führen, da weder Sie noch wir von unseren Ansichten abrücken werden."

Seine Reaktion auf den Shitstorm hat True Fruits indes eines gebracht: jede Menge Aufmerksamkeit. Ob das Unternehmen davon jedoch nur positiv profitieren wird, ist nicht sicher. So hat der Smoothie-Hersteller mit Pegida Nord Thüringen einen Unterstützer bekommen, auf den das Unternehmen sicherlich verzichten würde.

   

   

   

      

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