Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Neue App bekämpft Borderline-Störung

Das Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte zertifiziert immer mehr Apps, die Ärzte und Psychotherapeuten ihren Patienten verschreiben können. Spannend: Eine neue Anwendung verspricht die Bekämpfung der Borderline-Störung.
© W&V

Neues aus der App-otheke: Die neue Web-App Priovi verspricht, Borderline-Patienten zu unterstützen. Die Anwendung ist eine digitale Gesundheits-App und wird als solche in einer Liste des Bundesinstituts für Medizinprodukte zertifiziert. Priovi soll bei Borderline, einer emotionalen instabilen Persönlichkeitsstörung, Hilfe verschaffen und vor Drogen- und Alkohol-Missbrauch schützen bzw. die Suizidgefahr mindern. Das Tool soll auch Ängste lindern. Interessenten, die Krisen und extreme Stimmungswechsel bewältigen wollen, können sich den Zugriff verschreiben lassen.

Wenn ein Arzt die Nutzung befürwortet, schreibt er ein Rezept aus und die Krankenkasse schickt einen Freischaltcode an den Patienten. Die Kosten für die Nutzung liegen bei 855 Euro. Das wäre immer noch deutlich günstiger als eine Therapie, wobei Therapieplätze in Deutschland derzeit denkbar knapp sind.

In dem Online-Programm werden therapeutische Techniken und Übungen angeboten. Sie basieren auf der sogenannten Schematherapie, einem anerkannten Verfahren zur Behandlung der Borderline-Störung. Die Webanwendung lässt sich über den Browser auf einem iOS- oder Android-Smartphone installieren oder auch auf Desktop-Rechnern ausführen. Genehmigt die Krankenkasse die Anwendung, gilt die Lizenz zunächst für ein Jahr.

Die Macher der Hamburger Gala AG beschreiben die App so: "Priovi hilft dir dabei, mehr auf dich und deine Bedürfnisse zu achten und Selbstfürsorge in deinem Alltag zu verankern: für ein zufriedenes Leben, in dem du die Hauptrolle spielst." Diverse Übungen werden mit Schritt- für Schritt-Anleitungen gezeigt. Das Tempo der Übungen bestimmen Patientinnen und Patienten selbst. Die Entwickler weisen darauf hin, dass die Wirksamkeit bereits wissenschaftlich belegt werden konnte: "In einer ersten Studie wurde nachgewiesen, dass Nutzerinnen und Nutzer dadurch eine starke Verbesserung ihrer Borderline-Symptomatik erreichten. Weitere Studien dazu laufen gerade."

Schon seit September 2020 ist es Ärztinnen und Ärzten möglich, neben Arznei-, Heil- und Hilfsmitteln auch DiGA – also Apps – zu verordnen. Die Anwendungen werden dazu vorab vom Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) geprüft. Werden sie akzeptiert, versieht die BfArM sie mit der sogenannten Pharmazentralnummer (PZN). Die Kosten für die Nutzung der Apps übernehmen dann die Krankenkassen. Das komplette aktuelle DiGA-Verzeichnis von Apps, die verschrieben werden können, lässt sich hier einsehen.

Das sind die Themen in TechTäglich am 14.3.2023:

Ted Lasso: Alles zum Comeback

Neue App gegen Borderline-Störung

ChatGPT wird zum Zwerg am Arm

Tiktok: Kranke Challenge alarmiert Polizei

Das sind die Mega-Themen der SXSW

Neueste Beiträge

Interview
WuV Community Icon Darum landen viele Agenturen beim KI-Rollout im Chaos
KI-Tools gehören inzwischen zum Agenturalltag. Trotzdem bleibt der Produktivitätsschub oft aus. Tobias Hagenau erklärt, warum kulturelle und technische Hürden den KI-Rollout bremsen.
8 Minuten
14. Jul 2026
Agentic Commerce
WuV Community Icon KI im Handel: Warum Kunden die Kontrolle nicht abgeben
Mehr als jeder zweite Deutsche nutzt KI beim Online-Shopping, doch nur sechs Prozent würden ihr den Kauf überlassen. Das zeigt eine aktuelle Deloitte-Studie. Für Händler beginnt der Wettbewerb um Vertrauen deshalb lange vor dem Checkout.
6 Minuten
14. Jul 2026
Halleluja Sauna
WuV Community Icon Wie drei Brüder ihre Schreinerei zur Millionenmarke machten
Aus einer Schreinerei mit 500.000 Euro Umsatz bauten drei Brüder die bekannte Saunamarke „Halleluja“. Im W&V-Interview erklärt Geschäftsführer Simon Bauer, wie Werbung, Vertrieb und KI das Wachstum antreiben.
9 Minuten
14. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Audioproduktionen
WuV Community Icon Warum KI-Stimmen jetzt in den Deepfake-Check müssen
Ab August verlangt der EU AI Act mehr Transparenz bei Deepfakes und bestimmten KI-generierten Inhalten. RMS-CEO Stefan Mölling erklärt im W&V-Interview, was das für KI-Stimmen in Audiospots bedeutet.
9 Minuten
TechTäglich
Apple: Das sind die Pläne für 2023
Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit den Apple-Plänen 2023 und dem Besten zum Fest für die Kategorie "Fitness und Gesundheit".
4 Minuten
24. Nov 2022
Prozesschaos
WuV Community Icon Wie schlechte Prozesse das Marketing ausbremsen
Eine Allgeier-inovar-Studie zeigt, wie teuer ineffiziente Abläufe werden: Jeder dritte Beschäftigte verliert rechnerisch bis zu 28 Arbeitstage im Jahr. Im Interview erklärt Marketingleiter Boris Wöhlecke, warum KI allein daran wenig ändert.
8 Minuten
22. Jun 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige