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Lesedauer 3 Min.

Geld für Shorts: Youtube startet Frontalangriff auf Tiktok

Die erfolgreiche Kurz-Videoplattform Tiktok erscheint den großen Internet-Konzernen in den USA als Schreckgespenst. Um dem Erfolg der Chinesen mehr entgegensetzen zu können, sollen Youtuber künftig besser am finanziellen Erfolg von Kurzvideos beteiligt werden.
© W&V

Youtube will künftig auch die Ersteller von Kurzvideos ("Shorts") an den Werbeeinnahmen beteiligen. Das sehen Änderungen an dem Youtube-Partnerprogramm vor, die am Dienstag (Ortszeit) in Los Angeles präsentiert wurden. Bislang profitierten die "Creators" nur auf der Youtube-Hauptplattform finanziell von den Werbeeinnahmen, die die Google-Videoplattform erzielt. 
Kurzvideos auf "Shorts", mit dem Youtube seit 2020 gegen den chinesischen Konkurrenten Tiktok antritt, konnten dagegen bislang nicht monetarisiert werden. Sie dienten oft nur als Mittel, um Anwenderinnen und Anwender auf einen Youtube-Kanal mit längeren Videos zu locken. 

Youtube: 30 Milliarden Aufrufe täglich

Über das Youtube-Partnerprogramm YPP, das 2007 ins Leben gerufen wurde, hat die Google-Tochter nach Angaben von Youtube-Chefin Susan Wojcicki in den vergangenen drei Jahren über 50 Milliarden Dollar an Urheber, Künstler und Medienunternehmen ausgeschüttet. Die Videos, die auf "Shorts" gepostet wurden, waren allerdings nicht dabei. Der Kurzvideodienst verzeichnet nach Angaben von Youtube mittlerweile 30 Milliarden Aufrufe täglich und mehr als 1,5 Milliarden Nutzerinnen und Nutzer, die sich mindestens einmal im Monat dort einloggen.
Ab Anfang nächsten Jahres werden Youtube-Partner sowohl auf der Youtube-Hauptplattform als auch auf "Shorts" an den Einnahmen beteiligt. "Shorts-fokussierte" Creators können sich für das Programm bewerben, wenn sie mindestens 1 000 Abonnenten und 10 Millionen Shorts-Aufrufe innerhalb von 90 Tagen haben.
Das Unternehmen wird außerdem "Creator Music" einführen, einen Online-Katalog, der es Youtube-Kreativen ermöglicht, urheberrechtlich geschützte Musik für die Verwendung in langen Videos zu lizenzieren. Youtuber, die nicht für Lizenzen zahlen wollen, können alternativ die Werbeeinnahmen mit den Urheberrechtsinhabern teilen. Bislang haben viele Youtuber lizenzfreie Musik verwendet oder riskiert, dass ihre Videos wegen Urheberrechtsverletzungen aus dem Netz genommen werden. 

Youtube-CEO Susan Wojcicki: "Das Youtube-Partnerprogramm war bahnbrechend, als wir es 2007 ins Leben gerufen haben, und das ist es auch heute noch. In den letzten drei Jahren hat YouTube Creator:innen, Künstler:innen und Medienunternehmen mehr als 50 Milliarden Dollar ausgezahlt. Diese Summe hat das Leben von Creator:innen auf der ganzen Welt verändert und es ermöglicht, dass neue Stimmen und Geschichten Gehör finden. Doch das ist erst der Anfang. Zum Start des Youtube-Partnerprogramms machten wir eine klare Ansage: Wir sind nur dann erfolgreich, wenn unsere Creator:innen erfolgreich sind. Heute gehen wir einen Schritt weiter und leiten ein neues Kapitel bei YouTube ein: Durch den erleichterten Zugang zu unserem Youtube-Partnerprogramm schaffen wir auf unserer Plattform ein Belohnungssystem für Kreativität." (dpa/st)

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