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Plus.AI: Warum Mediaplanung ein neues Betriebssystem braucht

Viele Unternehmen experimentieren mit KI. Mediaplus geht einen Schritt weiter und baut mit Plus.AI eine zentrale Steuerungsebene für Daten, Wissen und Entscheidungen. Karin Immenroth, Global Chief Data Officer bei Mediaplus, erklärt, warum Transparenz und Individualisierung dabei wichtiger sind als einzelne Tools.
„KI ersetzt Expertise nicht. Sie macht sie wertvoller", sagt Karin Immenroth, Global Chief Data Officer bei Mediaplus.
„KI ersetzt Expertise nicht. Sie macht sie wertvoller", sagt Karin Immenroth, Global Chief Data Officer bei Mediaplus.
© Mediaplus

Die Branche spricht seit zwei Jahren über AI. Wo stehen Unternehmen aus Ihrer Sicht wirklich?

Wir befinden uns gerade an einem Wendepunkt. Viele Unternehmen haben inzwischen erste KI-Tools eingeführt und sammeln Erfahrungen. Der eigentliche Wandel beginnt aber erst jetzt. Die entscheidende Frage lautet nicht mehr, welches Tool man nutzt, sondern wie KI Teil der täglichen Arbeit wird. Für mich entwickelt sich KI gerade vom Werkzeug zur Infrastruktur. Sie wird zunehmend zur Grundlage dafür, wie Unternehmen Informationen verarbeiten, Entscheidungen treffen und Marketing steuern.

Was bedeutet das konkret für Media?

Media ist in den vergangenen Jahren deutlich komplexer geworden. Es gibt mehr Kanäle, mehr Daten, mehr Systeme und mehr Anforderungen an Geschwindigkeit und Messbarkeit. Gleichzeitig erwarten Kunden immer präzisere Entscheidungen. Viele Unternehmen reagieren darauf mit zusätzlichen Tools. Das erhöht aber oft die Komplexität, statt sie zu reduzieren. Die Herausforderung besteht deshalb weniger darin, weitere Anwendungen einzuführen, sondern vorhandenes Wissen sinnvoll zusammenzuführen.

Die Herausforderung besteht weniger darin, weitere Anwendungen einzuführen, sondern vorhandenes Wissen sinnvoll zusammenzuführen.

Karin Immenroth

Welche Antwort haben Sie darauf gefunden?

Wir haben dafür Plus.AI entwickelt. Plus.AI ist die zentrale AI-Infrastruktur von Mediaplus und die verbindende Intelligenzschicht unseres House of AI. Dort laufen Daten, Markt- und Zielgruppenwissen, AI-Anwendungen und die Expertise unserer Teams zusammen. Ziel ist es, Komplexität zu reduzieren, Entscheidungen schneller und fundierter zu machen und Kunden einen deutlich transparenteren Zugang zu ihrer Mediaplanung zu ermöglichen.

Warum haben Sie sich für einen eigenen Ansatz entschieden?

Weil wir festgestellt haben, dass viele Systeme nach dem gleichen Prinzip funktionieren: Es gibt eine Plattform und Kunden müssen sich an deren Logik anpassen. Wir sehen das anders. Unternehmen unterscheiden sich in ihren Märkten, ihren Daten, ihren Geschäftsmodellen und ihren Zielen. Deshalb glauben wir nicht an One-size-fits-all-Lösungen.

Wie sieht das in der Praxis aus?

Plus.AI funktioniert wie ein modulares System. Für jeden Kunden entsteht ein eigenes Setup, das auf seine Anforderungen zugeschnitten wird. Daten, AI-Module und Planungslogiken lassen sich flexibel kombinieren. Das Grundprinzip lautet: Nicht der Kunde passt sich der KI an, sondern die KI passt sich dem Kunden an.

Und Kunden selbst bekommen auch Einblick in Plus.AI?

Vertrauen ist die Grundlage jeder datengetriebenen Entscheidung. In vielen Systemen sieht man am Ende eine Empfehlung, aber nicht unbedingt, wie sie zustande gekommen ist. Wir wollten diesen Black-Box-Effekt bewusst vermeiden. Kunden können nachvollziehen, auf welchen Daten, Annahmen und Ableitungen Entscheidungen beruhen. Dadurch werden Ergebnisse nicht nur verständlicher, sondern auch besser diskutierbar und steuerbar.

Kunden möchten heute stärker eingebunden sein und auf derselben Informationsbasis arbeiten wie ihre Agentur. 

Karin Immenroth

Ist das nicht ungewöhnlich für eine Mediaagentur?

Vielleicht. Aber wir glauben, dass sich die Erwartungen an Zusammenarbeit verändern. Kunden möchten heute stärker eingebunden sein und auf derselben Informationsbasis arbeiten wie ihre Agentur. Genau das ermöglicht diese Transparenz. Sie schafft eine gemeinsame Grundlage für Entscheidungen und macht Zusammenarbeit deutlich effizienter.

Welche Rolle spielt dabei die Datenarchitektur?

Eine sehr große. AI ist nur so gut wie die Datenbasis, auf der sie arbeitet. Deshalb haben wir in den vergangenen Jahren unsere globale Datenplattform aufgebaut. Sie basiert auf einer Data-Mesh-Architektur, die globale, lokale und kundenspezifische Daten miteinander verbindet. Gleichzeitig bleiben Verantwortung und Kontrolle dort, wo sie hingehören – bei den einzelnen Parteien. So entsteht eine gemeinsame Datenbasis, die sowohl internationale Steuerung als auch lokale Besonderheiten ermöglicht.

Was verändert sich dadurch für Ihre Teams?

Viele repetitive Aufgaben lassen sich deutlich effizienter erledigen. Datenaufbereitung, Reporting oder die Zusammenführung von Informationen benötigen weniger Zeit. Dadurch verschiebt sich der Fokus auf die Bereiche, in denen Menschen den größten Mehrwert schaffen: Strategie, Interpretation, Beratung und Kreativität. KI ersetzt Expertise nicht. Sie macht sie wertvoller.

KI wird künftig kein Add-on mehr sein, sondern das operative Rückgrat moderner Marketingorganisationen.

Karin Immenroth

Wo soll Mediaplus damit in fünf Jahren stehen?

Wir entwickeln Mediaplus konsequent zu einer Data- und AI-first-Agentur. Gleichzeitig werden wir dadurch im Kern noch stärker Mediaagentur als zuvor. Denn gute Mediaarbeit bedeutet schon immer, Menschen, Märkte und Daten möglichst präzise zu verstehen und daraus die richtigen Entscheidungen abzuleiten. KI hilft uns dabei, genau diese Kernkompetenz weiter auszubauen. Sie wird künftig kein Add-on mehr sein, sondern das operative Rückgrat moderner Marketingorganisationen – und auch unserer.

Benutzeroberfläche Plus.AI
Benutzeroberfläche Plus.AI © Mediaplus

Die Benutzeroberfläche von Plus.AI

Über zentrale Einstiegspunkte wie Segmentaufbau, Dashboards oder Mediaplanung laufen Daten, Marktwissen und AI-Module zusammen. Die Architektur soll Komplexität reduzieren und Entscheidungen schneller machen – ohne Black-Box-Effekt. Für jeden Kunden entsteht dabei ein eigenes Setup, das sich flexibel aus Datenquellen, AI-Modulen und Planungslogiken kombinieren lässt. Kunden arbeiten auf derselben Informationsbasis wie ihre Agentur und können nachvollziehen, auf welchen Daten und Annahmen Entscheidungen beruhen.

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