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Lesedauer 3 Min.

Wegen Protestaktion: Porsche in der Öko-Falle?

Wissenschaftler der Gruppe "Scientist Rebellion" haben sich in Wolfsburg zum Protest formiert, vor allem auch gegen die Porsche-Luxuskarossen. Sie beklagen jedoch das äußerst unsouveräne Verhalten von VW. Droht ein Image-GAU?
© W&V

Auf Twitter trendet der Hashtag #Porsche - und es geht dabei sehr kontrovers zu. Weltweit wird darüber diskutiert, wie Protest gegen den Autobauer aussehen soll und wie die Konzerne am besten darauf reagieren. Hintergrund: Am Mittwoch haben rund 25 Wissenschaftler der Gruppe "Scientist Rebellion" in der Wolfsburger Autostadt gegen das Verfeuern fossiler Brennstoffe und für Tempo 100 protestiert.

Die Aktivisten schütteten Eimer mit blutroter Farbe aus. Mehrere von ihnen haben dann den Pavillon der Volkswagen-Tochter Porsche besetzt und sich auf dem Boden vor den Sportautos festgeklebt, wie regionalheute.de berichtet.

Ob VW, das wie kaum ein anderer Autohersteller auf Elektromobilität setzt, und Porsche, das einen Mix aus Strom und CO2-neutralem synthetischem Sprit anstrebt, die richtige Adresse für solche Proteste sind – auch darüber debattiert Twitter jetzt.

Keine Möglichkeit, zu pinkeln

Hauptaufreger ist aber die Behandlung der Protestierenden durch VW und Porsche. Nachdem VW im Vorfeld offenbar noch zugesagt hatte, das Recht der Wissenschaftler auf Meinungsfreiheit zu respektieren, beklagte sich Gianluca Grimalda vom Kiel Institut für Weltwirtschaft auf Twitter über die Behandlung: "Ich habe den Porsche-Pavillon in der Autostadt besetzt. Neun von uns kleben am Boden und einige von uns sind im Hungerstreik, bis unsere Forderungen zur Dekarbonisierung des deutschen Verkehrssektors erfüllt sind. VW hat uns gesagt, dass sie unser Recht auf Protest unterstützen. Aber sie haben unsere Bitte abgelehnt, uns eine Schüssel zur Verfügung zu stellen, damit wir anständig urinieren und defäkieren können, während wir angeklebt sind, und sie haben die Heizung abgestellt."

"Die Polizei ist gerade reingekommen"

Grimalda weiter in seinem Thread: "Die Menschen, die uns unterstützen, können das Gebäude nicht verlassen. Wir können unser Essen nicht bestellen, sondern müssen das von Volkswagen bereitgestellte benutzen. Die Lichter sind aus. Unangekündigte Stichprobenkontrollen durch Sicherheitskräfte mit hellen Taschenlampen. Die Polizei ist gerade reingekommen."

Bei Twitter hält sich das Mitgefühl für die Klebstoff-Aktivisten zumindest teilweise in engen Grenzen. So heißt es "Und gerade deshalb bestelle ich mir jetzt einen Porsche" oder "Seid Ihr jetzt in Hungerstreik, oder wollt Ihr Pizza bestellen?".

Update: Das Statement der Autostadt

Armin Maus, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autostadt GmbH, erklärt gegenüber W&V zu den Vorwürfen von "Scientist Rebellion": "Es wird behauptet, den Aktivisten sei der Gebrauch der Toilette verwehrt worden. Tatsächlich befindet sich in dem Gebäude eine Toilettenanlage, die den Aktivistinnen und Aktivisten jederzeit zur Verfügung stand. Auch wird der Eindruck erweckt, wir hätten die Heizung mutwillig ausgeschaltet. Tatsächlich haben wir lediglich die übliche Temperaturabsenkung über Nacht vorgenommen, die wir zur Einsparung von Energie und zum Schutz des Klimas in jeder Nacht vornehmen. Porsche war an diesen Maßnahmen nicht beteiligt."

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