Deutscher Mediapreis 2026:
Shortlist: Media-Idee Social Media
Wer hat es geschafft? Die Jury hat entschieden: Diese Media-Kampagnen, Strategien und Nachwuchstalente haben den Sprung auf die Shortlist des Deutschen Mediapreises 2026 gemacht. Am 10. März 2026 wird in der Motorworld München bekannt gegeben, wer die begehrten Kugeln mit nach Hause nimmt.

Foto: W&V
In der Kategorie Social Media stehen Kampagnen auf der Shortlist, die in der Flut von Content herausstechen und mehr schaffen als nur Reichweite: echtes Engagement, virale Momente und messbare Business-Effekte.
Die nominierten Cases zeigen, wie Social Media heute funktioniert: plattformspezifisch gedacht, authentisch inszeniert und clever in die Gesamtstrategie integriert. Ob mit User Generated Content, Influencer-Kooperationen, Community Building oder datengetriebenen Targeting-Strategien – diese Kampagnen haben verstanden, wie man Social Feeds in Markenerlebnisse verwandelt.
Am 10. März 2026 fällt in der Motorworld München die Entscheidung: Wer nimmt die begehrte Kugel mit nach Hause? Die Nominierten im Überblick:
Deutsche Bahn und Carat Deutschland: "Alles auf TikTok: Wie die Deutsche Bahn den radikalsten Move für die Gen Z wagte"
Weiteres beteiligtes Unternehmen: GUD Berlin
Diese Kampagne markiert einen bewussten Bruch mit klassischer Media-Logik und ein Novum für die Deutsche Bahn. Erstmals wird auf Entscheiderebene die mutige Entscheidung getroffen, die gesamte Social-Media-Aktivierung exklusiv auf eine einzige Plattform auszurichten, um gezielt die Gen Z zu erreichen. Statt kanalübergreifender Streuung setzt die Deutsche Bahn konsequent auf TikTok. TikTok ist nicht Ergänzung, sondern alleinige Media-Strategie.
Zehn unterschiedlich konzipierte Filter übersetzen Bahn-Momente in spielerische, teilbare Erlebnisse und machen die Marke zum aktiven Bestandteil des Feeds. Jeder Filter folgt einer eigenen Mechanik und spricht unterschiedliche Nutzungssituationen an. Die Aktivierung erfolgt über 250 Micro-Creator zur Reichweiten-Initialisierung und Förderung eines positiven Algorithmus-Trends sowie ausgewählte Hero-Creator zur Steigerung von Sichtbarkeit und Kampagnenbekanntheit. Der Anreiz ist klar definiert: Wer Content mit einem DB-Filter postet, erhält 50 Prozent Rabatt auf das nächste Ticket. Paid Media dient als Starthilfe, die Skalierung entsteht durch Plattformmechanik und Partizipation.
Die Erwartungen wurden deutlich übertroffen, mehr als 48.00 Reisen wurden gebucht und Brand-Lifts belegen einen signifikanten Relevanz- und Modernitätsgewinn bei der Gen Z.
Lidl und Mediaplus Germany: "Toothpaste bought in the Lidl"
Weiteres beteiligtes Unternehmen: Serviceplan Group
Ein Verhörer wird zum globalen Meme und zur Bühne für einen der überraschendsten Markenmomente des Jahres. "Two faced, caught in the middle" klang für tausende Linkin-Park-Fans wie: "Toothpaste, bought in the Lidl". Eigentlich nicht mehr als ein Reddit-Gag, der jedoch Realität wurde, als Sängerin Emily Armstrong in Düsseldorf spontan im Lidl-Tracksuit performte.
Bilder und Videos von Emily Armstrong gingen um die Welt und fluteten sowohl das Internet als auch die internationale Presse. Wir sprechen von einem popkulturellen Moment, wie ihn eine Marke nur selten erlebt. Innerhalb weniger Stunden griff Lidl das Happening mit einem Post in Realtime auf. Der Post ging nicht nur viral, sondern stellte auch den Kontakt zu Warner her. Es begannen offizielle Gespräche darüber, wie Lidl das nächste Konzert in Frankfurt "hijacken" kann. Der Masterplan: Guerilla-Media rund um die Konzert-Location in Frankfurt. Mobile LED-Trucks, DOOH, ein Pop-up-Promoteam, das die ikonischen Tracksuits gratis verteilte und damit das Meme "Toothpaste, bought in the Lidl" einmal mehr Realität für die Community werden ließ.
So wurde aus einem zufälligen Bühnenstunt eine 360°-Aktivierung, die Humor, Timing und Community-Power perfekt kombinierte.
Volkswagen Nutzfahrzeuge und PHD Germany: "Sag Auto. Der Transporter antwortet."
Volkswagen Nutzfahrzeuge löst eine klassische B2B-Herausforderung auf unerwartete Weise: Wie erreicht man Handwerksmeister und Fuhrparkentscheider, wenn klassische Werbung ins Leere läuft? Die Antwort liegt dort, wo sie niemand sucht: auf Twitch.
Gaming hat in der Transporter-Zielgruppe den höchsten Affinitätsindex aller Freizeitaktivitäten. 39 Prozent der Twitch-Nutzer sind über 30 – viele davon Handwerker, die nach Feierabend mit demselben Leistungsanspruch zocken wie im Job. Daraus entstand die Idee, Werbung nicht als Unterbrecher, sondern als Teilnehmer zu platzieren. Eine KI-gestützte Twitch-Aktivierung hört zu – erkennt Sprache, Spielsituationen und Emotionen im Livestream. Sobald ein Streamer über sein "Auto" oder seine "Karre" spricht, meldet sich Jason Statham zu Wort: der Original "Transporter" höchstpersönlich. In Echtzeit, passend zum Moment.
Aus passiver Werbung wird aktiver Dialog im relevantesten Moment. Die Brand-Lift-Studie bestätigt: Markenwahrnehmung, Kaufbereitschaft, Recall und Gaming-Fit steigen signifikant. Der neue Transporter 2025 gewinnt Relevanz dort, wo ihn niemand erwartet hat.
Haltung, Mut und die Fähigkeit, auch unter Druck seinem Kurs treu zu bleiben: Das zeichnet die W&V Top 100 aus. >>> Hier findest Du alle W&V Top 100/2026: Menschen, die vorangehen.
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