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Spotify: Mit Tricks auf Platz 1 geschummelt

Wer Anitta nicht kennt, hat musikalisch wohl nicht allzu viel verpasst. Trotzdem hat es die brasilianische Sängerin jetzt auf Platz 1 bei Spotify geschafft – allerdings mit einigen Tricks.
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© W&V

Spotify: Mit Tricks auf Platz 1 geschummelt

Anitta? Nie gehört? Zumindest in den lateinamerikanischen Ländern ist die Latinpop-Sängerin seit Jahren ein Superstar. Nun schaffte es die 29-jährige Brasilianerin mit ihrem Hit "Envolver" (Deutsch in etwa: "Einschalten", "Aktivieren") erstmals auf Platz 1 der weltweiten Spotify-Charts. Dabei wurde der nicht allzu aufregende R&B-Song mit Shakira-Anleihen allein an einem einzigen Tag weltweit 6,4 Millionen Mal gestreamt. 4,1 Millionen dieser Streams kamen aus Anittas Heimatland Brasilien. Das deutet schon an, dass bei ihrem "Welthit" nicht alles mit rechten Dingen zugegangen ist. Denn wie Futurezone und die Tech-Website Rest of World berichten, haben Sängerin, Management und Plattenfirma bei den Spotify-Streams kräftig geschummelt.

Per Repeat in Dauerschleife

Die "Fake-Nummer-1" zeigt, wie sich Spotify-Streams nach wie vor manipulieren lassen. Das Management hatte die Anitta-Fans dazu aufgefordert, auf Spotify Playlisten mit dem Titel "Envolver" anzulegen. Sie sollten per Repeat in Dauerschleife laufen – aber auch andere Songs beinhalten. Denn Wiedergabelisten mit nur einem einzigen Stück sortiert Spotify als Bot-Tätigkeit aus. Ein Fan verrät, dass er "Envolver" an einem einzigen Tag auf mehreren Geräten über 2.000 Mal abgespielt hat. Darüber hinaus hat das Management der Anitta-Community empfohlen, mehrere Spotify-Profile anzulegen, um die Herkunft der Streams zu verschleiern.

Im Graubereich von Spotify

Dabei sollten die Fans immer nach 20 Streams das Profil wechseln. In einem Wettbewerb konnten die Zuhörer Bildschirmfotos ihrer Anitta-Streams teilen. Und auf einem Fan-Account bei Twitter heißt es: "An die Arbeit, Leute! Nutzt alle Spotify-Konten und vergesst nicht, alle 20 Mal das Konto zu wechseln." Die fleißigsten Streamer konnten dabei Premium-Abos von Spotify gewinnen – für noch mehr Streams. "Wenn ich mit Dir Liebe mache, werde ich Dich nicht einwickeln", verspricht Anitta im (höchst wollüstigen) Text von "Envolver". Zumindest bei den Spotify-Streams meint es die Sängerin nicht ganz so ehrlich. Weil die Nummer 1 aber offenbar ohne Bots zustande kam, dürfte die Aktion in den Graubereich der Nutzungsbedingungen fallen.

Das sind die weiteren Themen von TechTäglich am 11. April 2022:

Die Cookiekalypse hält die Branche in Atem. Besser, man hat eine gute First-Party-Data-Strategie. Wie man die entwickelt, lernst du im W&V Executive Briefing.

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