Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Diese Parodie entlarvt Greenwashing von Mercedes

Eine schöne Kampagne hatten sich Mercedes und Leo Burnett überlegt. Zumindest auf den ersten Blick. Denn eine Nachhaltigkeitsplattform zerlegt die wenig glaubwürdige Strategie.
© W&V

Nachhaltige Positionierung: Wohl kaum ein Thema ist derzeit präsenter und gleichzeitig schwieriger für die Marketingwelt. Klar ist: Wer sich als Marke nicht um ein grüneres Image bemüht, wird auf Dauer verlieren. Klar ist aber auch, dass genau das ordentlich nach hinten losgehen kann, wenn es sich eben nur um eine Verbesserung des Image handelt, die Geschäftsstrategie aber noch hinterherhinkt. So einige große Brands mussten da schon den ein oder anderen Shitstorm über sich ergehen lassen.

Dieses Mal ist Mercedes mit seiner Kampagne zum Tag der Erde dran. Der liegt mit dem 22. April zwar schon etwas zurück, doch die Aktion, mit der die Nachhaltigkeitsplattform Where From und die Londoner Agentur 10 Days nun das Greenwashing dahinter entlarvten, ist so aktuell wie die Konsequenzen des Klimawandels.

Eine schöne Kampagne - auf den ersten Blick

Aber von vorne: Zum "Tag der Erde" ließ Mercedes von Leo Burnett Mexico eine Werbekampagne für seine E-Autos entwickeln. Sie zeigt Muster aus der Natur, die das Mercedes-Logo nachbilden und übersetzt mit dem Slogan "Unsere Zukunft war schon immer hier" versehen sind. Im spanischen Original hieß es "Nuestro futuro siempre ha estado aqui", auf englisch etwas ausführlicher und mit mehr Auto-Bezug: "Nature or Nothing. The new electric vehicle generation. It’s already here." Optisch sind die Bilder gut gelungen und zeigen den hohen Wiedererkennungswert des Mercedes-Logos.

Where From wirft dem Konzern Greenwashing vor, denn gerade Autohersteller tragen ja einen nicht zu vernachlässigenden Teil zur Umweltverschmutzung und zum Klimawandel bei. Mit der Werbung wolle das Stuttgarter Unternehmen sich aber als nachhaltig und grün darstellen. Abgesehen davon, dass es sich bei dem Großteil der produzierten Autos immer noch um Modelle mit herkömmlichen Vebrennungsmotoren handelt, ist auch die Umweltbilanz von E-Autos beziehungsweise ihre Herstellung umstritten. 

10 Days: Agenturen tragen eine Mitverantwortung

"Das ist Greenwashing - Mercedes mit der Schönheit der Natur gleichzusetzen und die Verbraucher glauben zu lassen, Mercedes sei ein grünes Unternehmen, obwohl es einen großen Beitrag zum Klimawandel leistet", wird George White, Strategiedirektor und Mitbegründer von 10 Days von Creativebloq zitiert. Mit einem Seitenhieb gegen Leo Burnett Mexico. Denn seiner Meinung nach tragen auch Kreativagenturen die Verantwortung für die Entwicklung von Greenwashing-Kampagnen.

Und nun zur eigentlichen Aktion, um die es hier geht: 10 Days und Where From bildeten die Kampagnenmotive nach, doch statt Naturbilder sind auf diesen nun Fotografien zu sehen, die die Auswirkungen des Klimawandels zeigen. Oder auch nicht, denn manchen der Bilder können sowohl für unberührte als auch irritierte Natur stehen. Um das deutlich zu machen, wurde auch der Slogan geändert in: "Natur oder nichts. Klimawandel. Er ist bereits da" (englisch: "Nothing or Nature. Climate Change. It’s already here"). Dazu ein Badge mit der Aufschrift "Stop The Wash", damit auch jede:r weiß, worum es hier geht.

Laut Creativebloq reagierte Mercedes auf die Kritik und distanzierte sich von der Kampagne mit der Begründung, dass die Werbung ausschließlich für den mexikanischen Markt gedacht war und der englische Text nicht genehmigt worden sei. Die Problematik der Kampagne bleibt dadurch allerdings weiterhin bestehen. Präsentiert wurden die Motive auf Instagram in einem Karussell-Post:

Neueste Beiträge

Warenhauskrise
WuV Community Icon Galeria wieder insolvent. Warum das Warenhaus trotzdem nicht tot ist
Galeria ist zum vierten Mal seit 2020 insolvent. Doch moderne Handelskonzepte vor allem aus Asien zeigen: Große stationäre Flächen können hervorragend funktionieren, wenn sie echte Gründe für den Besuch liefern.
6 Minuten
Markenarchitektur
WuV Community Icon Wie Körber aus 40 Marken eine globale Marke gemacht hat
Körber hat mehr als 40 Einzelmarken unter einer globalen Marke gebündelt. Marken- und Kommunikationschefin Henriette Viebig erklärt, wo Widerstände entstanden, was der Umbau gebracht hat und warum inzwischen auch KI-Systeme die Marke verstehen müssen.
7 Minuten
Recommerce
WuV Community Icon Wie Händler dasselbe Produkt mehrfach zu Geld machen
Retouren und gebrauchte Produkte galten im Handel lange vor allem als Kostenfaktor. Inzwischen bauen Händler daraus neue Erlösmodelle, Kundenbindungsprogramme und zusätzliche Datenquellen. Tobias Göbbel von Accenture EMEA erklärt, wann sich Recommerce rechnet und warum der Restwert eines Produkts sogar zum Marken-KPI werden könnte.
9 Minuten

Das könnte dich auch interessieren

Retail Media
WuV Community Icon Flaconi macht aus Retail Media ein Performance-System
Flaconi baut Retail Media über den eigenen Shop hinaus zur Datenstrategie aus. Wie First-Party-Daten, KI-Steuerung und kanalübergreifende Aktivierung dabei zusammenspielen, erklärt Flaconis VP Retail Media Martin Hoffmann.
6 Minuten
16. Mär 2026
Social Media-Check
WuV Community Icon 22 Millionen TikTok-Impressions: Carlsen setzt auf Doppelstrategie
Booktok, Bookstagram, Community-Hype: Social Media ist für Verlage längst mehr als Begleitkommunikation. Der neue Webnetz-Check zeigt, welche Häuser das verstanden haben und warum Carlsen besonders heraussticht.
6 Minuten
16. Mär 2026
Native Alliance
WuV Community Icon Twiago und Publuence bauen ein Gegengewicht im Native-Markt
Twiago und Publuence bündeln Technik, Publisher-Zugänge und Content-Know-how unter der neuen Marke "Native Alliance". Dahinter steckt mehr als ein neuer Zusammenschluss: Native Advertising soll planbarer, passender und nachhaltiger werden.
6 Minuten
17. Mär 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige