Accenture-Chef Matthias Schrader.

Accenture-Chef Matthias Schrader.

Kolle Rebbe ist 2018 die dritte Übernahme von Accenture

Kolle Rebbe ist bereits die dritte Akquisition von Accenture in Deutschland in diesem Jahr. Im Januar 2018 übernahm Accenture Interactive mit Mackevision einen führenden Anbieter von Computer Generated Imagery. Im Juni 2018 folgte der Kauf der strategischen Designberatung Designaffairs, die nun Teil des Bereichs ‘Industry X.0’ bei Accenture ist. Bereits 2017 erwarb Accenture einen Mehrheitsanteil an der Digitalagentur Sinner Schrader.

Fabian Frese, Geschäftsführer Kreation bei Kolle Rebbe, sagt zu den Beweggründen für den Verkauf: "Der Werbemarkt in Deutschland durchläuft einen fundamentalen Wandel. Kunden sind heute auf der Suche nach Agenturen, die über eine globale Reichweite verfügen und ein Full-Service-Portfolio von der Ideenentwicklung bis hin zur Umsetzung anbieten können. Eines ändert sich jedoch nicht: Kreative Ideen sind nach wie vor gefragt. Wir glauben, dass wir unter dem Dach von Accenture Interactive noch mehr Wirkung erzielen, da wir nun Kreativität mit einem strategischen Ansatz und Technologie-Expertise verknüpfen können und so Markenerlebnisse schaffen, die sich wirklich abheben. Als Teil der Accenture Interactive Familie ergeben sich auch für unsere Mitarbeiter ganz neue und spannende Möglichkeiten." 

Gründer Stefan Kolle hatte die Gespräche mit Accenture begonnen

Kolle Rebbe arbeitet mit einem partnergeführten Modell, derzeit sind elf Mitarbeiter an der Agentur beteiligt. Hauptanteilseignerin war seit dem überraschenden Tod von Kolle-Rebbe-Co-Gründer Stefan Kolle dessen Witwe, die dem Verkauf zugestimmt hat. Kolle hatte die Übernahmegespräche mit Accenture und anderen potenziellen Investoren vor seinem Tod begonnen, danach lagen sie zunächst auf Eis, die Agentur musste sich neu sortieren und benötigte eine Findungsphase.

Im vergangenen Jahr verbuchte Kolle Rebbe einen Umsatzrückgang von sieben Prozent. 2018 rechnet die Kolle-Rebbe-Geschäftsführung mit einem guten Jahr. Sie will offenbar auch geschlossen an Board bleiben, über mögliche Ausstiegsszenarien ist bislang nichts bekannt. Kolle Rebbe hat kürzlich O2 als Kunden verloren, zu den gewonnen Etats gehören Angaben der Agentur zufolge unter anderem Audible und Globus. Zu den größten Auftraggebern von Kolle Rebbe zählen die Lufthansa und Audi sowie die Streamingdienste Dazn und Netflix. Die Kunden hätten die Übernahme bislang begrüßt, heißt es. Für die rund 400 Mitarbeiter der Agentur findet diesen Freitagabend nochmal ein Meeting statt, bei dem die Geschäftsführung offene Fragen zur Übernahme beantworten will.


Autor: Daniela Strasser

Redakteurin bei W&V. Interessiert sich für alles, was mit Marken, Agenturen, Kreation und deren Entwicklung zu tun hat. Außerdem schreibt sie für die Süddeutsche Zeitung. Neuerdings sorgt sie auch für Audioformate: In ihrem W&V-Podcast "Markenmenschen" spricht sie mit Marketingchefs und Media-Verantwortlichen über deren Karrieren.