Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

"Er glaubte an die Kraft der kleinen Gesten"

Lars Trzebiatowsky ist tot. Wir haben seine Weggefährten Bettina Olf und Michael Trautmann gefragt, wie Lars als Mensch und Kollege war.
© W&V

Wir trauern um Lars Trzebiatowsky, einen außergewöhnlichen Kollegen und Freund, der letzte Woche im Alter von 56 Jahren von uns gegangen ist.

Seine beeindruckende Laufbahn führte ihn von Springer & Jacoby unter anderem über TBWA, Kempertrautmann, Thjnk, Geometry Global bis zuletzt zu Scholz & Friends. Er hinterlässt eine tiefe Lücke in der Welt der Werbung. Für uns alle, die die Freude hatten, mit ihm zu arbeiten, war er mehr als nur ein Kollege; er war ein echter Kulturträger.

Lars verstand es, Unternehmenskultur nicht nur auf gemeinsamen Zielen aufzubauen, sondern sie aktiv zu gestalten. Er brachte Menschen zusammen, motivierte sie, ihr Bestes zu geben, und wusste um die Bedeutung von Vertrauen, Verbindlichkeit, Humor und aktivem Zuhören.

Sein Motto war: "Hinfallen, Mund abwischen, weitermachen"

Über die Jahre unserer Zusammenarbeit haben wir, Bettina Olf und Michael Trautmann, unzählige Male erlebt, wie Lars mit klarem, empathischem Weitblick Teams formte und führte. Seine Fähigkeit, Herausforderungen als Lernchancen zu nutzen, zeichnete ihn aus. Sein Motto "Hinfallen, Mund abwischen, weitermachen" spiegelte seine Resilienz, aber vor allem auch seinen großen Optimismus wider.

Lars' Hingabe galt sowohl seiner Arbeit, als auch den Menschen um ihn herum. Er vermochte es, aus einem Haufen Einzelner ein Team zu formen, das sich sicher und verbunden fühlte. Dieses "Wir-Gefühl", das er zu schaffen wusste, war tief verwurzelt. Er lebte 'Collaboration' schon lange, bevor es ein modisches Schlagwort wurde.

Lars und Michael arbeiteten elf Jahre lang zusammen. Für Bettina war Lars über 18 Jahre hinweg der wichtigste berufliche Partner. Sie teilten viele Erfolge, einige Herausforderungen und auch oft ein Büro. Lars' gerade Art, sein moralischer Kompass und seine empathische Art prägten auch diese Zeit.

Seine zwei Äpfel und die Banane, die immer vorrätig waren und die er in Notfällen teilte, sowie die gelegentlich angebotene Zigarette, obwohl Bettina nie rauchte, zeugten nicht nur von seiner Großzügigkeit, sondern auch von seinem Glauben an die Kraft der kleinen Gesten.

Lars war ein Kulturträger, ein Brückenbauer

Er hatte ein außergewöhnliches Gespür dafür, wann Kompromisse nötig waren und wann es wichtig war, entschieden Nein zu sagen. Lars wusste, dass nicht äußere Ereignisse unsere Gefühle bestimmen, sondern wie wir diese Ereignisse bewerten. Er war nicht nur gut darin, positive Aspekte in jeder Situation zu finden und die oft vertrackten Herausforderungen des Lebens und der Arbeit zu entwirren. Er war auch ein echter Brückenbauer.

Unsere Gedanken sind bei seiner Familie – Alice, Fritzi, Jacob und seinen Eltern. Wir teilen nicht nur ihre Trauer, sondern auch die Dankbarkeit, einen Teil unseres Lebensweges mit einem so bemerkenswerten Menschen geteilt zu haben. Lars, du hast für immer einen großen Platz in unseren Herzen und Gedanken. Die Werte und die Kultur, die du gelebt hast, werden durch uns alle, die die Freude hatten, mit dir zu arbeiten, weiterleben. Danke, lieber Lars, für alles.

In tiefer Verbundenheit,

Bettina Olf und Michael Trautmann

Neueste Beiträge

Halleluja Sauna
WuV Community Icon Wie drei Brüder ihre Schreinerei zur Millionenmarke machten
Aus einer Schreinerei mit 500.000 Euro Umsatz bauten drei Brüder die bekannte Saunamarke „Halleluja“. Im W&V-Interview erklärt Geschäftsführer Simon Bauer, wie Werbung, Vertrieb und KI das Wachstum antreiben.
9 Minuten
14. Jul 2026
Brand Diagnostics
WuV Community Icon Warum das Döner Croissant von Lidl so wahnsinnig erfolgreich war
Seit einem Jahr setzt Lidl mit einem eigenen Team auf das Thema Talkability und will damit im Gespräch der relevanten Community sein. Ob das gelingt und wie der Discounter das misst, haben die Verantwortlichen auf der CMCX in Köln verraten.
4 Minuten
14. Jul 2026
Agentic Commerce
WuV Community Icon KI im Handel: Warum Kunden die Kontrolle nicht abgeben
Mehr als jeder zweite Deutsche nutzt KI beim Online-Shopping, doch nur sechs Prozent würden ihr den Kauf überlassen. Das zeigt eine aktuelle Deloitte-Studie. Für Händler beginnt der Wettbewerb um Vertrauen deshalb lange vor dem Checkout.
6 Minuten
14. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Gastbeitrag
WuV Community Icon Franziska von Lewinski: "Konsolidierung ist ein Wachstumshebel"
Marketing ist komplex geworden: Neue Kanäle, neue Technologien, neue Disziplinen. Die Antwort lautet: Spezialisierung - für jede Aufgabe eine eigene Agentur, für jeden Kanal eine eigene Expertise. Was lange als Best Practice galt, stößt heute zunehmend an Grenzen. Ein Gastbeitrag von Franziska von Lewinski, Observatory.
4 Minuten
Neue Business-Unit
WuV Community Icon Kampf der Fragmentierung: Warum nun auch Charles & Charlotte eine Markenberatung gründet
Es ist definitiv ein Trend. In wenigen Wochen sind gleich mehrere neue Markenberatungen entstanden. Das ist kein Zufall, sondern ein Symptom dafür, unter welchem Druck Marken in einer fragmentierten Medienwelt stehen. Jetzt ist mit Charles & Charlotte & Consulting eine weitere Business-Unit an den Markt gegangen, die hier unterstützen will.
7 Minuten
19. Jun 2026
Ranking
WuV Community Icon BIG 50: Wie Agenturen der Krise trotzen
Auch für inhabergeführte Agenturen bleibt der Markt schwierig; die Umsätze stagnieren. Schuld sind sinkende Budgets auf Kundenseite bei gleichzeitig hohen Transformationkosten. Andererseits gibt es viele Agenturen, die zulegen. Was sie richtig machen.
12 Minuten
7. Mai 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige