US-Wahlkampf
"Erstsemester-Arbeit": Erik Spiekermann über das Hillary-Logo
Hohn und Spott gibt es im Netz für das neue Wahlkampflogo von Hillary Clinton. Was sagt der Profi dazu? W&V hat bei Corporate-Design-Star Erik Spiekermann nachgefragt. Der Design-Professor und Mitgründer der Agentur Edenspiekermann in Berlin gilt als Typographie-Papst - und hat das Clinton-Wahlkampflogo kurz und präzise unter vier Aspekten bewertet:
Nimmt man die politische Dimension raus, ist das H bei Spiekermann durchgefallen. Vor allem unter dem Gestaltungsaspekt.
Clintons blaues H mit einem roten Pfeil nach rechts, also in Leserichtung, soll "auf geht's", Fortschritt, Vorangehen symbolisieren. Und doch hagelt es neben viel Lob auf Clintons Facebookseite auch Kritik. Schon die Pfeilrichtung gibt dem einen oder anderen Anlass zur Sorge, stehe "rechts" ja nicht eben für die politische Ausrichtung der Demokraten.
Nicht wenige fühlen sich an die Flagge Kubas erinnert.
Oder an das Logo des Paketdienstes Federal Express (zweigeteilte Farbgebung und ein verborgener Pfeil zwischen E und X).
Wikileaks twitterte gar, Clinton habe das Logo der Organisation geklaut: Es zeigt eine Sanduhr mit einem roten Pfeil nach rechts. Und der Pfeil ist auch schon ungefähr alles, was die Logos gemeinsam haben.
Weitere Reaktionen via Twitter:
Spärlich fallen hingegen die Reaktionen zu Clintons Wahlvideo aus, in dem sie sich vor allem an Familien wendet und dabei auch Minderheiten wie die gleichgeschlechtlichen Paare, Einwanderer und Afroamerikaner nicht vergisst. Der 2 Minuten 18 Sekunden lange Film lässt das Wahlvolk zu seinen Zielen und Plänen zu Wort kommen. Und viel vor habe auch sie, sagt Hillary Clinton. Die Diskussion um die Wahlkampfversprechen und Inhalte nimmt aber nicht so zügig Fahrt auf wie die um das Logo. Hier das komplette Auftaktvideo zur Kandidatur.