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Heute-Journal: Fail mit veralteter KI von 2018

Das ZDF hat im Heute-Journal erstmals eine künstliche Intelligenz interviewt. Das war eine gute Idee, die schlecht umgesetzt wurde. Denn die Technik für den Talk mit Moderator Christian Sievers gab es in China schon vor fünf Jahren.
© W&V

Heute-Journal: Fail mit veralteter KI von 2018

Gut gedacht, schlecht gemacht vom ZDF: Das Heute-Journal führte am Sonntagabend erstmals ein Interview mit einer künstlichen Intelligenz. Dabei ging es um die rasanten Fortschritte der Technik und um den 30. Geburtstag des World Wide Web. Moderator Christian Sievers unterhielt sich dabei mit dem Avatar "Jenny". Die KI-Dame lieferte mit von ChatGPT generierten Antworten durchaus sinnvolle Informationen – war aber technisch weit entfernt vom aktuellen Stand der KI. Ihre Stimme klang synthetisch, und ihre Mimik wirkte unnatürlich. ZDF-Zuschauer, die bisher wenig mit dem Thema KI zu tun hatten, konnten sich also bequem mit dem Gefühl zurücklehnen: Alles halb so wild, künstliche Intelligenz lässt sich immer noch leicht erkennen.

Das Thema KI verharmlost

Wie spektakulär die Fortschritte der Technik in den letzten Monaten waren, und wie täuschend echt sich Gesichter und Stimmen mittlerweile faken lassen, war am ZDF-Interview nicht zu erkennen. Beispielsweise ein Gespräch mit einem virtuellen Olaf Scholz, der mit Mimik und Stimme perfekt den Bundeskanzler nachahmt, hätte deutlicher gemacht, wie gespenstisch gut KI bereits funktioniert. An Zeit und Budget für so eine Demo sollte es dem ZDF ja nicht fehlen. Golem kritisiert zurecht: "Die gezeigte Qualität erreichte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua zusammen mit dem Suchmaschinenbetreiber Sogou schon Ende 2018." Und "Letztlich wurde das Thema KI verharmlost."

"Klingt wie mein Navigationsgerät"

So löblich die ZDF-Idee auch war, so deutlich ging sie in die Hose. Wer wissen will, zu welchen perfekten Kopien Sprach-KI 2023 tatsächlich schon in der Lage ist, kann das "Instant Voice Cloning" der New Yorker Firma ElevenLabs ausprobieren. Dort kann jeder ganz einfach aus seiner eigenen Stimme einen Sprach-Bot erstellen lassen – und sich dann selbst in deutschsprachigen Sätzen hören, die man nie gesagt hat. Klingt garantiert echter als ZDF-Jenny, über die Twitter spottet: "Solange sich die Stimme von ChatGPT4 so anhört wie mein Navigationsgerät, ist noch alles im grünen Bereich."

Das sind die Themen von TechTäglich am 2. Mai 2023:

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