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Netflix-Anime: KI statt Künstler

Weil in der Anime-Branche angeblich Arbeitskräftemangel herrscht, hat Netflix in Japan für einen Kurzfilm KI-Zeichnungen verwendet. Das Experiment kommt bei den Zuschauern gar nicht gut an.
© W&V

Netflix-Anime: KI statt Künstler

Neben dem aktuellen Über-Thema ChatGPT hat die US-Firma OpenAI auch die Bilder-Software Dall-E entwickelt. Solche Werkzeuge erzeugen per künstlicher Intelligenz aus beliebigen Vorgaben der Nutzer Fotos und Videos, die es in Wahrheit gar nicht gibt. Motto des Schnellzeichners: Dall-E, Dall-E! Die aktuell sehr gemischten Ergebnisse zeigen zwar, dass die KI noch viel dazulernen muss. Netflix hat in Japan trotzdem den Anime-Kurzfilm "The Dog & The Boy" teilweise von künstlicher Intelligenz zeichnen lassen – was jetzt zu einem Shitstorm führte. "Ich kenne eine Menge Animationskünstler, die Arbeit suchen", heißt es in den Protesten, über die Mashable berichtet. Oder auch: "Netflix hat KI-Kunst verwendet, damit die Verantwortlichen den Animatoren in Zeiten des Arbeitskräftemangels kein existenzsicherndes Gehalt zahlen müssen."

Software erzeugt die Hintergrundbilder

Netflix hatte den Science-Fiction-Dreiminüter als "Experiment" bezeichnet, um einem angeblichen Arbeitskräftemangel in der Anime-Branche zu begegnen. Deshalb wurden die Hintergrundbilder in dem Film von einer Software der japanischen Firma Rinna gezeichnet. Die Zuschauer kritisieren nicht nur, dass hier menschlichen Künstlern – die im Schnitt ohnehin nur rund 36.000 Dollar im Jahr erhalten – die Arbeit weggenommen wird. Außerdem soll es genügend gute Anime-Zeichner geben. Auch das Urheberrecht ist problematisch. Denn die KI kann nur Kunst und Bilder "zusammenmixen", die bereits einmal geschaffen wurden und im Netz stehen. Die eigentlichen Urheber bekommen dafür aber in aller Regel kein Geld. Netflix nennt sie in den Credits des Films auch nicht. Dort werden als Background-Designer "AI (+Human)" angegeben.

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