Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 4 Min.

Netflix nervt mit AGB-Wirrwarr

Weil die Abozahlen schwächelten, will Netflix "illegale" Zuseherinnen und Zuseher zu einem Extra-Abo bewegen. Die Jagd auf die "Illegalen" wirkt bizarr. Zumal auch korrekte Kundinnen und Kunden davon genervt sind.
© W&V

Netflix gingen zuletzt vermehrt Abonnenten von der Stange. Zwar hat sich die Lage wieder beruhigt, doch die massive Preiserhöhung auf bis zu 17,99 Euro hat viele Kundinnen und Kunden ohnehin vor den Kopf gestoßen. Kein cleverer Move, zumal andere Streaminganbieter ab 5,99 Euro im Monat buchbar sind. Eindruck der letzten Wochen: Statt sich auf den Ausbau des Programms zu konzentrieren und Highlights in Serie zu produzieren (wie früher), scheint sich das Unternehmen derzeit vor allem auf die Jagd nach Abonnenten zu fokussieren, die ihren Account "illegal" teilen. Unter "illegal" versteht Netflix offenbar, dass ein Abo nur mit Personen im direkten Haushalt geteilt werden darf. In früheren Zeiten störte Netflix das wenig bis gar nicht, inzwischen (in Zeiten schwächelnder Zahlen) dient die Jagd auf "Illegale" dazu, zu hoffen, dass jene "Illegalen" sich ein eigenes Abo buchen. Netflix selbst hat ermittelt: Rund 100 Millionen Haushalte schauen Netflix, zahlen aber nicht für den Dienst – weil sie Accounts anderer Haushalte mitnutzen. Daher beabsichtigt Netflix, Personen außerhalb des eigenen Haushalts ein Abo gegen eine Zusatzzahlung anzubieten. Man muss sie nur finden...

Um künftig mehr Geld durch einzelne Abonnenten zu generieren, soll das Teilen von Accounts beim Streamingdienst also erschwert werden. Dazu hatte Netflix Anfang der Woche einen neuen Abschnitt im FAQ hinzugefügt, der erklärte, wie Netflix "Illegale" verhindern will. Damit User weiter ihren Account nutzen können, sollen sie sich künftig regelmäßig in ihr heimisches WLAN auf Streamgeräten einloggen. So soll sichergestellt werden, dass keiner anderswo, außerhalb des Haushalts, zuguckt. Das Problem: Viele Abonnenten reisen mit ihrem iPhone oder iPad, auf dem sie Netflix installiert haben. Die neue Regelungen zur Login-Option von unterwegs verärgert Kunden. Schließlich soll es auch Menschen geben – Überraschung –, die länger als 31 Tage unterwegs sind, im Urlaub oder auf einer längeren Geschäftsreise.

Anfang der Woche hieß es in den AGB: 31 Tage sei ein WLAN-Login künftig "gültig". Netflix informiert in den FAQ allerdings nicht darüber, wie eine Sperre danach wieder aufgehoben werden kann. Wer Netflix innerhalb der 31 Tage (aus Zeitgründen oder warum auch immer) nicht regelmäßig aufruft, könnte dann gesperrt werden – auch wenn sich einzelner Abonnent korrekt verhält. Das Konzept scheint also noch nicht ganz ausgereift zu sein...

...und das ist nach wenigen Stunden offenbar auch Netflix aufgefallen: Innerhalb von drei Tagen strich das Unternehmen die 31-Tage-Passage im AGB-Wirrwarr wieder, wie Heise entdeckte: "Netflix hat seine FAQ seit Veröffentlichung des Artikels ohne Begründung auf eine vorherige Version zurückgesetzt." Noch verwirrender: "Eine englischsprachige Version des Support-Eintrags ist noch im Internet-Archiv abrufbar."

Netverflixt! Die Strategie dahinter? Wirkt so, als gebe es derzeit keine! 

Das sind die Themen in TechTäglich am 2.2.2023:

Neue Samsung-Flaggschiffe da: Galaktisch oder gähnial?

Netflix nervt mit AGB-Wirrwarr

Berühmter Gaming-Messe droht Kollaps: E3 wird zur E-Null

Apple TV: Alles zum neuen Fußball-Pass

Text-KI ChatGPT startet kostenpflichtes Abo-Modell

Die Cookiekalypse hält die Branche in Atem. Besser, man hat eine gute First-Party-Data-Strategie. Wie man die entwickelt, lernst du im W&V Executive Briefing.

Kennst du eigentlich schon unser KI-Update? Einmal pro Woche die wichtigsten Veränderungen zu KI im Marketing. Einordnung, Strategie, News, direkt in dein Postfach

Wie funktioniert eigentlich Tiktok? Einen schnellen und umfassenden Überblick gibt dir die aktuelle Ausgabe des W&V Executive Briefing zum Thema Tiktok.

Neueste Beiträge

Brand Diagnostics
WuV Community Icon Warum das Döner Croissant von Lidl so wahnsinnig erfolgreich war
Seit einem Jahr setzt Lidl mit einem eigenen Team auf das Thema Talkability und will damit im Gespräch der relevanten Community sein. Ob das gelingt und wie der Discounter das misst, haben die Verantwortlichen auf der CMCX in Köln verraten.
4 Minuten
14. Jul 2026
Agentic Commerce
WuV Community Icon KI im Handel: Warum Kunden die Kontrolle nicht abgeben
Mehr als jeder zweite Deutsche nutzt KI beim Online-Shopping, doch nur sechs Prozent würden ihr den Kauf überlassen. Das zeigt eine aktuelle Deloitte-Studie. Für Händler beginnt der Wettbewerb um Vertrauen deshalb lange vor dem Checkout.
6 Minuten
14. Jul 2026
Halleluja Sauna
WuV Community Icon Wie drei Brüder ihre Schreinerei zur Millionenmarke machten
Aus einer Schreinerei mit 500.000 Euro Umsatz bauten drei Brüder die bekannte Saunamarke „Halleluja“. Im W&V-Interview erklärt Geschäftsführer Simon Bauer, wie Werbung, Vertrieb und KI das Wachstum antreiben.
9 Minuten
14. Jul 2026

Das könnte Sie auch interessieren

Audioproduktionen
WuV Community Icon Warum KI-Stimmen jetzt in den Deepfake-Check müssen
Ab August verlangt der EU AI Act mehr Transparenz bei Deepfakes und bestimmten KI-generierten Inhalten. RMS-CEO Stefan Mölling erklärt im W&V-Interview, was das für KI-Stimmen in Audiospots bedeutet.
9 Minuten
TechTäglich
Apple: Das sind die Pläne für 2023
Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit den Apple-Plänen 2023 und dem Besten zum Fest für die Kategorie "Fitness und Gesundheit".
4 Minuten
24. Nov 2022
Prozesschaos
WuV Community Icon Wie schlechte Prozesse das Marketing ausbremsen
Eine Allgeier-inovar-Studie zeigt, wie teuer ineffiziente Abläufe werden: Jeder dritte Beschäftigte verliert rechnerisch bis zu 28 Arbeitstage im Jahr. Im Interview erklärt Marketingleiter Boris Wöhlecke, warum KI allein daran wenig ändert.
8 Minuten
22. Jun 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige