Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Schweiz: Aus fürs gedruckte Telefonbuch – nach 142 Jahren

In der Schweiz geht ein Stück Kommunikationsgeschichte zu Ende. Anbieter Localsearch stellt das gedruckte Telefonbuch ein. Deutschland druckt dagegen vorerst weiter, vor allem für Ältere und für Menschen auf dem Land.
© W&V

Schweiz: Aus fürs gedruckte Telefonbuch – nach 142 Jahren

Print wirkt nach wie vor – aber nicht mehr beim Telefonieren in der Schweiz. Dort stellt Anbieter Localsearch das gedruckte Telefonbuch nach 142 Jahren Ende 2022 ein. Weil immer weniger Menschen ihre private Telefonnummer veröffentlichen und weil auch die Zahl der Festnetzanschlüsse stark zurückgeht, gibt es die Nummern ab nächstem Jahr nur noch online auf der offiziellen Seite local.ch. Die Schweiz hatte ihr erstes Telefonbuch 1880 in Zürich veröffentlicht, damals mit nur wenigen Dutzend Teilnehmern. Den Höhepunkt erreichten die "Weißen Seiten" in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts mit rund 4,2 Millionen Einträgen.

Gibt es ein Recht auf ein analoges Leben?

Nachdem 1997 die Veröffentlichungspflicht für Telefonnummern aufgehoben wurde, setzte laut Localsearch die Kehrtwende ein und die Anzahl der Einträge ging stetig zurück. Insgesamt gibt es in der Schweiz heute rund drei Millionen Festnetznummern weniger als noch im Jahr 2000. Das Branchenverzeichnis "Gelbe Seiten" wird dagegen vorläufig weitergedruckt. Der TV-Sender SRF fragt bereits für Menschen ohne Onlineanschluss: "Gibt es ein Recht auf ein analoges Leben?" Auch die Niederlande haben ihr gedrucktes Telefonbuch bereits 2018 abgeschafft. In Deutschland bleibt es laut Heise vorerst noch im Angebot, allerdings ist die Auflage zuletzt auf rund 60 Millionen Stück gesunken. Nutzer sind vor allem Ältere und Menschen auf dem Land.

Das sind die Themen von TechTäglich am 19. September 2022:

Die Cookiekalypse hält die Branche in Atem. Besser, man hat eine gute First-Party-Data-Strategie. Wie man die entwickelt, lernst du im W&V Executive Briefing.

Kennst du eigentlich schon unser KI-Update? Einmal pro Woche die wichtigsten Veränderungen zu KI im Marketing. Einordnung, Strategie, News, direkt in dein Postfach. 

Wie funktioniert eigentlich Tiktok? Einen schnellen und umfassenden Überblick gibt dir die aktuelle Ausgabe des W&V Executive Briefing zum Thema Tiktok.

Neueste Beiträge

Neue Markenplattform
WuV Community Icon Was hinter Lieferandos Wechsel zum neuen Werbespruch steckt
Mit „Bleib einfach im Moment“ verändert Lieferando seinen Markenauftritt. Gegenüber W&V erklärt das Unternehmen, was aus „Hör ich da Lieferando?“ wird und wie es künftig andere Lieferungen bewirbt.
4 Minuten
12. Okt 2026
Realize ID
WuV Community Icon Taboola-CEO Singolda: Unser Gegenmodell zu Google und Meta
Mit Realize ID will Taboola Kaufabsichten aus Mediennutzung und Anzeigenkontakten vorhersagen. CEO Adam Singolda erklärt den Ansatz und die Unterschiede zu closed Loop-Verfahren von Google oder Meta.
6 Minuten
12. Okt 2026
Werbung in KI-Anwendungen
WuV Community Icon Warum ChatGPT Ads für Werbetreibende noch eine Blackbox sind
Agenturchef Hans Ratzmann testet ChatGPT Ads für Kunden und für seine Agentur. Im W&V-Interview erklärt er, was ihm bei der Steuerung fehlt und welche Aufgaben gesponserte KI-Agenten künftig übernehmen könnten.
7 Minuten
12. Okt 2026

Das könnte dich auch interessieren

Interview
WuV Community Icon KiK dreht nicht mehr: So entstehen die neuen TV-Spots mit KI
KiK lässt die visuellen Inhalte seiner neuen TV-Spots vollständig mit generativer KI erstellen. Factory-COO Marc Schnitzler erklärt, welche klassischen Gewerke sich dadurch ändern und wo der Mensch unverzichtbar bleibt.
8 Minuten
US Supreme Court Urteil
WuV Community Icon Warum KI niemals träumt: Das Urheberrecht und die Seele der Kreativität
Der Supreme Court verweigert maschinell erzeugten Bildern das Urheberrecht. Was wie eine juristische Formalie wirkt, offenbart bei genauerer Betrachtung das tiefste Geheimnis unserer Branche: Wahre Kreativität ist untrennbar mit der menschlichen Existenz und all ihren Unzulänglichkeiten verbunden.
4 Minuten
9. Mär 2026
Künstliche Intelligenz und Ethik
WuV Community Icon Wenn Empathie-Simulation zur Gefahr wird: Tech-Giganten im Visier der Justiz
Die rasante Evolution generativer Sprachmodelle offenbart zunehmend ihre gesellschaftlichen Schattenseiten. Ein profilierter US-Anwalt, der derzeit Opfer von sogenannter „KI-Psychose“ vertritt, richtet nun eine drastische Warnung an die Technologiebranche: Die intime, unregulierte Bindung zwischen vulnerablen Nutzern und Chatbots berge ein massives, bislang massiv unterschätztes Eskalationspotenzial.
3 Minuten
16. Mär 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige