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Schweiz: Aus fürs gedruckte Telefonbuch – nach 142 Jahren

In der Schweiz geht ein Stück Kommunikationsgeschichte zu Ende. Anbieter Localsearch stellt das gedruckte Telefonbuch ein. Deutschland druckt dagegen vorerst weiter, vor allem für Ältere und für Menschen auf dem Land.
© W&V

Schweiz: Aus fürs gedruckte Telefonbuch – nach 142 Jahren

Print wirkt nach wie vor – aber nicht mehr beim Telefonieren in der Schweiz. Dort stellt Anbieter Localsearch das gedruckte Telefonbuch nach 142 Jahren Ende 2022 ein. Weil immer weniger Menschen ihre private Telefonnummer veröffentlichen und weil auch die Zahl der Festnetzanschlüsse stark zurückgeht, gibt es die Nummern ab nächstem Jahr nur noch online auf der offiziellen Seite local.ch. Die Schweiz hatte ihr erstes Telefonbuch 1880 in Zürich veröffentlicht, damals mit nur wenigen Dutzend Teilnehmern. Den Höhepunkt erreichten die "Weißen Seiten" in den Neunzigerjahren des 20. Jahrhunderts mit rund 4,2 Millionen Einträgen.

Gibt es ein Recht auf ein analoges Leben?

Nachdem 1997 die Veröffentlichungspflicht für Telefonnummern aufgehoben wurde, setzte laut Localsearch die Kehrtwende ein und die Anzahl der Einträge ging stetig zurück. Insgesamt gibt es in der Schweiz heute rund drei Millionen Festnetznummern weniger als noch im Jahr 2000. Das Branchenverzeichnis "Gelbe Seiten" wird dagegen vorläufig weitergedruckt. Der TV-Sender SRF fragt bereits für Menschen ohne Onlineanschluss: "Gibt es ein Recht auf ein analoges Leben?" Auch die Niederlande haben ihr gedrucktes Telefonbuch bereits 2018 abgeschafft. In Deutschland bleibt es laut Heise vorerst noch im Angebot, allerdings ist die Auflage zuletzt auf rund 60 Millionen Stück gesunken. Nutzer sind vor allem Ältere und Menschen auf dem Land.

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