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Twitter: Musks App-Sperre – und die Alternativen

Im Verlauf des Wochenendes hat sich herausgestellt, dass Elon Musks Twitter die Schnittstelle zu externen Apps wie Tweetbot offenbar absichtlich gekappt hat – ohne die Entwickler zu informieren, die mit ihren Familien von dieser Arbeit leben.
© W&V

Twitter: Musks App-Sperre – und die Alternativen

Seit Freitag funktionieren Twitter-Apps von Drittanbietern wie Tweetbot oder Twitterrific nicht mehr (W&V berichtete). Nachdem zunächst noch unklar war, ob es sich um einen technischen Fehler oder um eine von Elon Musk veranlasste absichtliche Blockade handelt, hat sich im Laufe des Wochenendes herausgestellt: War wohl Absicht. Die klarsten Hinweise darauf liefert das Magazin The Information, das schreibt: "Interne Slack-Nachrichten zeigen, dass Musks Twitter Tweetbot und andere Third-Party-Apps absichtlich ausgesperrt hat." Demnach ließ Musk die Schnittstelle zu den Programmen (API) bewusst kappen. Denn sie zeigen keine Werbung an und kosten ihn damit quasi Einnahmen, wenn die Nutzer damit twittern, und nicht mit der offiziellen App.

Ohne Vorwarnung abgeschaltet, Musk schweigt

Musk und Twitter haben die Entwickler der Programme – die mit ihren Familien von dieser Arbeit leben – nicht vorab informiert, sondern den Apps ohne Vorwarnung den Saft abgedreht. So hat Tweetbot-Entwickler Tapbots auch übers Wochenende keine Informationen von Twitter erhalten. Musk hat sich nach wie vor nicht zu dem Thema geäußert. Bisher letzter Tweet von Tapbots am Samstag: "Wir haben immer noch keine Neuigkeiten von Twitter. Wir fühlen uns geehrt, dass so viele von Euch uns in den letzten über 12 Jahren zum Durchstöbern von Twitter gewählt haben und hoffen, dass es so weitergehen kann. In der Zwischenzeit haben wir an etwas anderem gearbeitet…" Das Studio aus Texas steht vor dem Start seines Mastodon-Clients Ivory (Deutsch: Elfenbein), falls bei Twitter alles noch schlimmer wird.

Unklare Lage am Montagvormittag

Aktueller Stand am Montagvormittag: Durch Änderungen an seiner eigenen Schnittstelle war Tweetbot teilweise wieder funktionstüchtig – fällt aber immer wieder aus oder erreicht sein Limit für neue Tweets schon nach wenigen Minuten. Viele Twitter-Nutzer sind verärgert, und schreiben Tweets wie diesen: "Je länger die Twitter-API ausfällt, desto mehr missfällt mir Twitter. Und die Tatsache, dass sie nach drei Tagen noch nichts gesagt haben, ist erstaunlich. Twitter war schon immer mein bevorzugtes soziales Netzwerk, auch nach den API-Änderungen für Drittanbieter-Apps vor Jahren. Es ist überraschend, wie schlecht die native App im Vergleich zu Tweetbot ist."

Alternativen Spring und Fenix

Trost für alle, die keine Lust auf Twitters eigene App mit durcheinandergewürfelter Timeline, zahllosen Werbeeinblendungen und ungefragten Empfehlungen haben: Einige Third-Party-Apps wie Spring (einmalig 14,99 Euro) oder Fenix (6,99 Euro), die die Twitter-API offenbar anders ansprechen, funktionieren (noch). Sie sorgen für ähnlich angenehmes Twittern wie Tweetbot oder Twitterrific. Wer jetzt für sie bezahlt, riskiert aber, dass Musk auch sie über kurz oder lang stilllegen lässt.

Das sind die Themen in TechTäglich am 16. Januar 2022:

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