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Warum Tim Cook die Apple-Brille nicht aufsetzt

Immer am Vormittag die wichtigsten Meldungen des Tages – das ist TechTäglich, die Technik-Kolumne von W&V. Heute mit Apples PR-Trick zur "Vision Pro"-Brille und mit einer Stadt, die Kinder vor Smartphones schützt.
© W&V

Warum Tim Cook die Apple-Brille nicht aufsetzt

Apples Datenbrille "Vision Pro" (W&V berichtete) hält die Tech-Welt in Atem – und das wird auch noch ein paar Tage so bleiben. Über die Erfolgsaussichten des 3.500-Dollar-Headsets und seiner Nachfolger in den nächsten Jahren wird hitzig diskutiert. Bloomberg-Experte Mark Gurman sieht die "Nach-iPhone-Ära" bei Apple heraufziehen: "Aber bis es so weit ist, wird es noch Jahre dauern." Während beispielsweise das iPhone irgendwann den iPod abgelöst hat, und während das iPad den Mac bedroht, ist die "Vision Pro" laut Gurman die erste Apple-Neuheit, die potenziell die gesamte Modellpalette auslöschen könnte, mit iPhone, iPad und Mac.

Fünf Jahre bis zum Killer-Produkt

Mindestens fünf Jahre, so Gurman, wird es dauern, bis eine Apple-Brille eine ernstzunehmende iPhone-Alternative oder gar ein iPhone-Killer ist. Von der überteuerten ersten Version, die jetzt vorgestellt wurde, ist Bloombergs Apple-Guru noch nicht überzeugt: "Die Vision Pro hat keine Mobilfunkverbindung und kann nicht einmal selbständig telefonieren. Sie ist viel zu sperrig, um sie in der Stadt zu tragen. Und sie muss an ein externes Akkupack angeschlossen werden, das nur zwei Stunden Saft hat." Aber er prophezeit: "In den nächsten Jahren wird Apple in der Lage sein, diese Macken zu beheben und ein Gerät zu entwickeln, das alles kann und das man einfach haben muss."

Die meisten sehen mit einer Datenbrille albern aus

Business Insider bleibt vorerst skeptisch – aus einem ganz simplen Grund: "Apples Vision Pro hat einen bekannten fatalen Fehler: Sie ist eine Nerd-Brille, die die meisten Leute uncool aussehen lassen wird." Denn während ein teures iPhone oder eine Apple Watch Wohlstand und Attraktivität signalisieren, sehen demnach die meisten Menschen mit solch einer Datenbrille auf dem Kopf einfach nur albern aus. Das weiß auch Apple.

Bitte keine Fotos mit der Apple-Brille!

Deswegen haben Apples sorgfältig inszenierte PR-Fotos mit der Brille vor allem attraktive Frauen gezeigt, denen man so eine Taucherbrille auf dem Kopf eher verzeiht. Und deshalb hat auf der WWDC-Präsentation auch weder Konzernchef Tim Cook noch ein anderer Apple-Verantwortlicher die Brille aufgesetzt. Auch von den Influencern und Journalisten, die die "Vision Pro" danach antesten durften, wurden keine Bilder beim Tragen der Brille veröffentlicht. Wie ArsTechnica klug erklärt, will Apple genau kontrollieren, welche Bilder von seinem Headset zu sehen sind. Und alberne Memes von Tim Cook mit Taucherbrille auf dem Kopf sollen dringend vermieden werden. Fazit von ArsTechnica: "Apple muss es schaffen, die Vision Pro zu einem 'normalen' Technik-Gegenstand zu machen."

Das sind die Themen von TechTäglich am 7. Juni 2023:

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