Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Wheel 2: Der verrückteste Plattenspieler der Welt

Aus Holland kommt ein feuchter Traum für Vinyl-Fans. Der Vertikal-Plattenspieler Wheel 2 lässt sich an die Wand hängen und beherrscht jede Menge digitale Tricks. Doch die schwere Geburt hat viele Vorbesteller verärgert.
© W&V

Wheel 2: Der verrückteste Plattenspieler der Welt

Der Boom von Vinylplatten ist nicht aufzuhalten. In den USA wurde letztes Jahr erstmals seit 1987 wieder mehr Vinyl als CDs verkauft (W&V berichtete). Mit der Retro-Begeisterung der Musikfans kommen auch immer mehr skurrile bis spektakuläre Plattenspieler auf den Markt. Den Vogel schießt dabei die kleine niederländische Firma Miniot ab. Sie verkauft mit dem "Wheel 2" jetzt für 1.999 Euro einen vertikalen Plattenspieler, der sich an die Wand hängen lässt – und der ohne sichtbaren Tonarm auskommt. Denn der versteckt sich mitsamt der Nadel und aller dazugehörigen Technik unsichtbar unter der Platte – die er von unten und gegen den Uhrzeigersinn abspielt. Zu sehen ist das Spektakel nur mit einer transparenten LP, die Miniot bei jedem Wheel 2 mitliefert.

Kickstarter-Käufer sind sauer

Und das sind längst nicht alle technischen Tricks, die sich die Firma des Tüftlers Peter Kolkman aus Schagen in Nordholland ausgedacht hat. Der Vertikal-Plattenspieler scannt digital alle LPs, erkennt die Rillen – und ermöglicht dadurch, mit Touchflächen am Gerät wie bei einer CD von Titel zu Titel zu springen (leider fehlt eine Fernbedienung). Der digitale Scan der Rillen soll auch den Klang optimieren. The Verge erzählt in einer sehr lesenswerten Geschichte die schwere Geburt des Wheel, das in einer ersten Version bereits 2017 auf Kickstarter zu haben war. Weil Kolkman zwischendurch einen Herzinfarkt erlitt und kein Geld mehr hatte, warten einige Kickstarter-Unterstützer, die Geld überwiesen hatten, noch heute auf ihren Plattenspieler.

Lieferzeit sechs Wochen – oder sechs Jahre?

Peter Kolkman will mit der zweiten Generation seiner Erfindung nun so viel Geld verdienen, dass er die Erstbesteller endlich bedienen kann. Das könnte funktionieren, denn der Wheel 2 bietet faszinierende Technik für Vinyl-Enthusiasten – die allerdings nicht ganz perfekt ist. Der Klang ist laut erster Tests exzellent, könnte aber noch besser sein. Doch der verwendete, eher mittelgute Tonabnehmer lässt sich wegen des beengten Platzes nicht gegen ein besseres Modell austauschen. Und der Vorverstärker des Plattenspielers kann nicht umgangen werden. So können HiFi-Freaks nicht ihre eigene, womöglich bessere Technik einsetzen. Als Lieferzeit fürs Wheel 2 gibt Kolkman, der mit seinen Mitarbeitern in einer Art Manufaktur produziert, jetzt sechs Wochen an. The Verge ist noch nicht zu 100 Prozent überzeugt: "Wenn Sie jetzt bestellen, ist Peter Kolkman bereit, Ihr Wheel 2 pünktlich zu liefern, wahrscheinlich... aber fast sicher innerhalb der nächsten sechs Jahre."

Das sind die Themen von TechTäglich am 27. März 2023:

Neueste Beiträge

Neue Markenplattform
WuV Community Icon Was hinter Lieferandos Wechsel zum neuen Werbespruch steckt
Mit „Bleib einfach im Moment“ verändert Lieferando seinen Markenauftritt. Gegenüber W&V erklärt das Unternehmen, was aus „Hör ich da Lieferando?“ wird und wie es künftig andere Lieferungen bewirbt.
4 Minuten
12. Okt 2026
Kolumne
WuV Community Icon Insights nur aus dem Rückspiegel? So fahrt ihr eure Marke an die Wand
Marketing muss immer schneller reagieren, doch die Markenmessung hinkt oft hinterher. In seiner neuen W&V-Kolumne rund um Markeninsights zeigt Kantar-Experte Stefan Schaller, warum kontinuierliche Markenmessung zum strategischen Erfolgsfaktor wird – und wie Unternehmen kurzfristige Kampagneneffekte, langfristigen Markenaufbau und digitale Signale besser miteinander verbinden können.
6 Minuten
15. Okt 2026
Werbung in KI-Anwendungen
WuV Community Icon Warum ChatGPT Ads für Werbetreibende noch eine Blackbox sind
Agenturchef Hans Ratzmann testet ChatGPT Ads für Kunden und für seine Agentur. Im W&V-Interview erklärt er, was ihm bei der Steuerung fehlt und welche Aufgaben gesponserte KI-Agenten künftig übernehmen könnten.
7 Minuten
12. Okt 2026

Das könnte dich auch interessieren

Interview
WuV Community Icon KiK dreht nicht mehr: So entstehen die neuen TV-Spots mit KI
KiK lässt die visuellen Inhalte seiner neuen TV-Spots vollständig mit generativer KI erstellen. Factory-COO Marc Schnitzler erklärt, welche klassischen Gewerke sich dadurch ändern und wo der Mensch unverzichtbar bleibt.
8 Minuten
US Supreme Court Urteil
WuV Community Icon Warum KI niemals träumt: Das Urheberrecht und die Seele der Kreativität
Der Supreme Court verweigert maschinell erzeugten Bildern das Urheberrecht. Was wie eine juristische Formalie wirkt, offenbart bei genauerer Betrachtung das tiefste Geheimnis unserer Branche: Wahre Kreativität ist untrennbar mit der menschlichen Existenz und all ihren Unzulänglichkeiten verbunden.
4 Minuten
9. Mär 2026
Künstliche Intelligenz und Ethik
WuV Community Icon Wenn Empathie-Simulation zur Gefahr wird: Tech-Giganten im Visier der Justiz
Die rasante Evolution generativer Sprachmodelle offenbart zunehmend ihre gesellschaftlichen Schattenseiten. Ein profilierter US-Anwalt, der derzeit Opfer von sogenannter „KI-Psychose“ vertritt, richtet nun eine drastische Warnung an die Technologiebranche: Die intime, unregulierte Bindung zwischen vulnerablen Nutzern und Chatbots berge ein massives, bislang massiv unterschätztes Eskalationspotenzial.
3 Minuten
16. Mär 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige