Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Lesedauer 3 Min.

Vorwerk erteilt Thermomix-Gerüchten eine Absage

Die Luxus-Küchenmaschine Thermomix verkauft sich auch in der Krise gut. Doch ganz gehen die wirtschaftlichen Turbulenzen am Wuppertaler Familienunternehmen nicht vorbei. Das hat Folgen für den TM7.
© W&V

Eine Küchenmaschine für fast 1400 Euro oder ein Saugroboter für rund 1000 Euro: Der Hausgerätehersteller Vorwerk zielt mit seinem Produktangebot gerne auf zahlungskräftigere Kunden. Dennoch hat auch das Wuppertaler Familienunternehmen die durch den Ukraine-Krieg ausgelösten wirtschaftlichen Turbulenzen zu spüren bekommen. Die Hoffnungen, 2022 ein neues Rekordjahr zu erzielen, erfüllten sich nicht, wie die am Mittwoch veröffentlichte Bilanz zeigt.

Im Geschäftsjahr 2022 brach der Jahresüberschuss um fast 70 Prozent auf gut 45 Millionen Euro ein. "Die dramatisch gestiegenen Einkaufspreise für Energie und Vorprodukte haben unser Ergebnis 2022 im Wesentlichen mit rund 80 Millionen Euro belastet. Unter dem Strich ist der Jahresüberschuss dadurch auf ein Drittel des Vorjahreswertes geschrumpft", sagte Vorwerk-Chef Thomas Stoffmehl der Deutschen Presse-Agentur. Der Umsatz lag mit 3,2 Milliarden Euro um 6,3 Prozent unter dem Vorjahr. Hier war der Rückgang allerdings vor allem auf den Verkauf der Kosmetiksparte Jafra zurückzuführen, wie Stoffmehl betonte. 

Europas größtes Direktvertriebsunternehmen

Vorwerk ist nach eigenen Angaben gemessen am Umsatz Europas größtes Direktvertriebsunternehmen und beschäftigte weltweit zuletzt mehr als 216 000 Beraterinnen und Berater, die die Vorwerk-Produkte bei Verkaufs-Events präsentieren. Der Direktvertrieb habe auch 2022 seine Stärke bewiesen, sagte Stoffmehl.

Als Erfolgsgarant für Vorwerk erwies sich dabei trotz aller Herausforderungen auch 2022 die Luxus-Küchenmaschine Thermomix. Auch dank einer Preiserhöhung konnte das Familienunternehmen den Umsatz mit dem Edel-Küchenhelfer 2022 noch einmal um 1,6 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro steigern. Allerdings wurden etwas weniger Geräte verkauft als im Vorjahr. Spekulationen, das aktuelle Modell TM6 könne bereits in den kommenden Monaten durch ein neues Modell ersetzt werden, erteilte Stoffmehl eine Absage: "Ein TM7 wird in diesem Jahr nicht kommen." 

Der Kobold läuft nicht ganz rund

Nicht ganz so rund lief es in der Staubsaugersparte Kobold. Hier sollten die Umsätze 2022 eigentlich erstmals die Milliardenschwelle erreichen. Doch dazu kam es nicht. Wegen Lieferengpässen bei Vorprodukten wie den Akkus und Steuerchips für die neue Staubsaugergeneration lag der Umsatz am Jahresende lediglich bei 803 Millionen Euro und damit sogar noch 1,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Vorwerk habe die neue Gerätegeneration wegen der Lieferengpässe erst mit monatelanger Verspätung auf den Markt bringen können und auch längst nicht alle Bestellungen in 2022 abarbeiten können, sagte Stoffmehl. "Wir wollen in der Staubsaugersparte beim Umsatz in diesem Jahr die Milliardenschwelle überspringen", sagte er. Dabei helfen dürfte, dass Vorwerk die neue Gerätegeneration preislich höher positioniert als die Vorgängergeräte.

Für das laufende Jahr erwartet das 1883 gegründete Familienunternehmen laut Geschäftsbericht einen Umsatz auf Vorjahresniveau oder leicht darüber. Der Gewinn soll aber "gravierend" steigen. (dpa)

Neueste Beiträge

Twilio-Befragung
WuV Community Icon Was Kunden am KI-Service schätzen und was sie daran stört
Die meisten Unternehmen glauben, ihre Kunden seien mit dem KI-Service zufrieden. Eine Twilio-Befragung fällt dagegen ernüchternder aus. Dabei schätzen Verbraucher durchaus, was die Bots ihnen schon abnehmen.
5 Minuten
12. Okt 2026
Neue Markenplattform
WuV Community Icon Was hinter Lieferandos Wechsel zum neuen Werbespruch steckt
Mit „Bleib einfach im Moment“ verändert Lieferando seinen Markenauftritt. Gegenüber W&V erklärt das Unternehmen, was aus „Hör ich da Lieferando?“ wird und wie es künftig andere Lieferungen bewirbt.
4 Minuten
12. Okt 2026
Werbung in KI-Anwendungen
WuV Community Icon Warum ChatGPT Ads für Werbetreibende noch eine Blackbox sind
Agenturchef Hans Ratzmann testet ChatGPT Ads für Kunden und für seine Agentur. Im W&V-Interview erklärt er, was ihm bei der Steuerung fehlt und welche Aufgaben gesponserte KI-Agenten künftig übernehmen könnten.
7 Minuten
12. Okt 2026

Das könnte dich auch interessieren

Interview
WuV Community Icon Ulrich Klenke: "Wer Marke nur als Summe seiner Produkte begreift, denkt zu kurz"
Die Telekom ist erneut auf Platz eins beim BrandZ-Ranking. Wir sprachen mit Ulrich Klenke, Chief Brand Officer der Deutschen Telekom, was er aus der Analyse mitnimmt, welche Marken ihn positiv überraschen – und wie man eine Marke aus dem Tal führt.
9 Minuten
12. Mär 2026
Live vom W&V-Summit
WuV Community Icon Die Zukunft des Marketings entscheidet sich nicht am Tool
Sechs Kurzvorträge, sechs Perspektiven, ein gemeinsamer Befund: Das Marketing von morgen wird nicht allein durch KI, Daten und Automatisierung geprägt. Entscheidend wird, ob Unternehmen wieder mutiger innovieren, Marken strategisch führen und Verantwortung neu verteilen.
6 Minuten
12. Mär 2026
W&V Event
WuV Community Icon Top 100 meets Top U33: Die besten Bilder
Kurz vor dem Deutschen Mediapreis trafen sich in München die W&V Top 100 und Top U33 zum Warm-up. So viele inspirierende, tatkräftige und herausragende Persönlichkeiten in einer Location - das sorgte für gute Laune. Wir haben die schönsten Bilder des Treffens.
2 Minuten
12. Mär 2026
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige