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Lesedauer 3 Min.

Brandalism: Europaweite Attacke gegen Airlines und ihre Agenturen

Brandalism – das sind gezielte Attacken auf Marken und ihre Werbung, die in Zeiten des Klimawandels zunehmen. Nun haben Klimaschützer europaweit Fluglinien und deren Werbeagenturen ins Visier genommen.
© W&V

"Bei Lufthansa lenken wir Sie mit Bildern von Bäumen ab, während wir den Planeten braten." Dieser Vorwurf ist mitsamt dem Hashtag #SayYesToTheEndOfTheWorld auf einem der über 500 Plakate zu lesen, mit denen Umweltaktivisten in den letzten Tagen Werbeflächen in 15 europäischen Städten gekapert haben. Hinter diesem sogenannten "Brandalism", also dem gezielten Angriff auf Marken, stehen laut brandalism.ch unter anderem Greenpeace International, Badvertising (UK), Résistance à l’Agression Publicitaire (Frankreich), Climáximo (Portugal) und 35 weitere Organisationen. Sie fordern einen Werbestopp für extrem klimaschädliche Aktivitäten wie Fliegen.

Agenturen als Unterstützer von "Greenwashing"

Die "Adhacks", also das Überkleben von Werbeplakaten, richten sich nicht nur gegen Fluggesellschaften – sondern auch gegen Agenturen wie Ogilvy, VCCP, Dentsu oder DDB München. Sie werden auf den Plakaten explizit als Unterstützer des "Greenwashings" ihrer Auftraggeber genannt. Aus Ryanair wird in den Motiven "Ruinair". Und British Airways wird mit einem angeblichen Golfplatz in der Business Class satirisch ins Visier genommen, der Fliegen "noch grüner" machen könnte.

Keine Werbung mehr für Fluglinien?

Tona Merriman von Brandalism erklärt zu der Aktion unter dem Hashtag #BanFossilAds: "Die Verlockung und der Glamour eines kohlenstoffreichen Lebensstils, wie beispielsweise Vielfliegen, wird von der Werbeindustrie gezielt eingesetzt. Und es gibt keine Anzeichen dafür, dass das nachlässt – trotz eines der heißesten Sommer aller Zeiten." Die Forderung seiner Organisation: "Werbeagenturen, die für Fluglinien wie British Airways, Easyjet, KLM oder Lufthansa arbeiten, müssen ihre Rolle bei der Erhöhung der Emissionen überdenken. Wir rufen die Mitarbeiter dieser Firmen auf, die Arbeit für Kunden mit hohem Kohlenstoffausstoß abzulehnen."

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