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Lesedauer 3 Min.

Witziger Imagefilm über das Erzgebirge geht viral

Über 100.000 Views kann der Clip über das Erzgebirge auf YouTube bereits verbuchen. Wer ihn sich ansieht, versteht auch schnell, warum. Selten wurden Klischees mit so viel Humor aufgegriffen.
© W&V

"Abgeschrieben. Kleinkariert. Hinter dem Wald. Das Erzgebirge" – mit diesen Worten beginnt der Imagefilm über die erzgebirgische Einöde, den die Hamburger Filmproduktion The Sweetspot in Zusammenarbeit mit Peter Haueis (Drehbuch und Regie) gedreht hat. Kein Wunder, dass der Clip derzeit viral geht: Ausgestattet mit einer ordentlichen Portion Selbstironie und Klischees, die man unbedingt mit einem Augenzwinkern betrachten sollte, handelt es sich hierbei vermutlich um die beste Werbung, die das Erzgebirge je bekommen wird.

"Die schlechten Nachrichten liegen hier quasi vor der Haustür"

"Bayern, Brandenburg, Schwaben ... da will doch keiner mehr hin. Das will niemand mehr sehen", sagt der Protagonist in dem Clip, der als Top-Außenreporter Kleinelt vorgestellt wird.

Denn der Ort, an dem es keinen Handyempfang, keinen Verkehr gibt und "die schlechten Nachrichten quasi vor der Haustür liegen", ist ganz woanders zu finden, nämlich "in der richtigen Provinz". Gemeint ist das Erzgebirge, das sich mit genau drei Worten beschreiben lässt: Wende, Weihnachten und weit, weit weg. "Der ländliche Minderwertigkeitskomplex ist einfach zeitlos."

"Ich war wirklich überall. Ich war in München, ich war in Berlin, ich war in Hamburg, ich war in Köln, aber das Erzgebirge, das ist am Arsch der Welt", erklärt Kleinelt, der von Schauspieler Johannes Kühn gespielt wird.

"Es ist wunderschön. Zum Kotzen schön."

"Da stehst du einfach dort, mitten in der Prärie, wie in Kanada. Und es ist wunderschön. Zum Kotzen schön." Und auch zu den Bewohnern des Erzgebirges hat der Reporter natürlich einiges zu sagen: "Die Erzgebirger, das ist ein zänkisches Bergvolk, die knackst du nicht einfach mal so." Denn die Erzgebirger seien ein ziemlich schwerer Schlag Mensch und von Natur aus komplizierte Seelen.

Ausgerüstet mit einem Alu-Rollkoffer und einem Regenschirm stapft der Außenreporter auf der Suche nach den "richtigen Schlagzeilen" also im strömenden Regen durch Schlamm, matschige Waldwege, grüne Wiesen, auf denen Schafe weiden, vorbei an abgelegenen Häusern und Fenstern, an denen die Rollos vor seiner Nase heruntergelassen werden. Und was findet er? "Nichts."

Regionalmanagement vertraute auf den Humor der Erzgebirger

"In erster Linie hatten wir eine Zielgruppe im Blick, die in den Metropolen des Landes zu Hause ist und mit unserer Kampagne für ein Leben im Erzgebirge gewonnen werden soll. Unsere Intention hinter dem Video war es dabei, mit einer großen Portion Selbstironie sowohl Klischees, Missstände als auch die Eigenheiten der Erzgebirger auf die Schippe zu nehmen", so die verantwortliche Projektleiterin Dr. Peggy Kreller vom Regionalmanagement Erzgebirge.

Dass das Video auch innerhalb der Region so positiv aufgenommen wird, überwältigt alle Beteiligten. "Es hat sich gelohnt mutig zu sein, sich über Klischees lustig zu machen und auf den Humor der Erzgebirger zu vertrauen."

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